mini|hochkant|Willem van Konijnenburg Willem Adriaan van Konijnenburg (geboren am 1. Februar 1868 in Den Haag; gestorben am 28. Februar 1943 ebenda) war ein niederländischer Maler, Grafiker, Kunstschriftsteller und Zeichner.
Leben Van Konijnenburg war das dritte von sechs Kindern des Beamten Willem van Konijnenburg (27. Februar 1836 – 14. April 1894), der in der Rijkswaterstaat arbeitete, und dessen Frau Sara Louise (geborene Vrijthof; 8. März 1841 – 29. Januar 1918). Seine Mutter entstammte der Adelsfamilie Vrijthof, auch Vrijthoff, aus der Provinz Limburg, wo die Familie in der Nähe von Meerssen Ländereien besaß. Bereits als Kind fertigte er Zeichnungen und Scherenschnitte an und wurde von seiner Mutter, die selbst eine begabte Amateurzeichnerin war, darin unterstützt. Er wurde von 1882 bis 1884 bei Johannes Christiaan d’Arnaud Gerkens (1823–1892) in der Stilllebenmalerei ausgebildet und besuchte anschließend bis 1886 die Koninklijke Academie van Beeldende Kunsten. 1883 fertigte er seine ersten Landschaftsbilder und erwarb 1885 ein Zertifikat für das Fach Zeichnen und erteilte einigen Schülern aus wohlhabenden Familien, darunter Rie Cramer, Jeanne Bieruma Oosting und Willem van den Berg (1886–1970), Unterricht in Anatomie, Komposition und Perspektive.
Im Oktober 1886 besuchte er Paris und lebte danach bis April 1887 in Meerssen, um dort Skizzen und Landschaftsstudien nach der Natur anzufertigen, nach denen er später im Atelier seine Werke ausarbeitete. Er schuf in dieser Zeit auch einige ausdrucksstarke Porträts. Er spezialisierte sich jedoch auf die Darstellung der Limburgischen Landschaft. Nach seiner Rückkehr nach Den Haag malte er die Maasbrücken und ein Gemälde der Maastrichter Straße mit dem Ochsengespann. Er wurde von Werken Théodore Rousseaus und anderen Zeitgenossen inspiriert und besuchte die unterschiedlichsten Maler der Haager Schule in ihren Ateliers, um sich weitere Anregungen zu holen. Darunter Künstler wie Bernard Blommers, Théophile de Bock, Jozef Israëls, Jacob und Willem Maris, Philip Sadée oder Julius van de Sande Bakhuyzen.
mini|Brücke im Maasburg mit Fuhrwerken (1893)
Er fertigte zudem Illustrationen für die Zeitschriften Kroniek (1895–1887) und De Nederlandsche Spectator (1896–1901) und von 1896 bis 1904 Plakate für die Fahrpläne der Rotterdamer Dampfschifffahrtsgesellschaft Fop Smit & Co. Um 1895/1896 löste sich van Konijnenburg von der naturalistisch-impressionistischen Malerei und hielt seine kunsttheoretischen Ansichten in mehreren Schriften fest. Van Konijnenburg begann sich mit der Ästhetik, Ethik, Logik und Philosophie zu beschäftigen und es entstand unter dem Titel De apotheose van het landschap eine Reihe von 17 Gemälden, die er in den Jahren 1905 bis 1906 für die Reederei Fop Smit & Co. schuf. Diese wurden im Salon erster Klasse des Raddampfers W.F. Leemans angebracht. Dafür wählte er eine lineare Perspektive und orientierte sich an der Kunst Michelangelos und der italienischen Renaissance. Er reiste mehrmals nach Paris, um 1901 im Louvre die Werke von Pierre Puvis de Chavannes, Leonardo da Vinci oder Peter Paul Rubens und 1906 Tizian, Veronese sowie um 1920 auch Sandro Botticelli zu studieren. 1918 begann van Konijnenburg auch Bilder mit kubistischen Forminterpretationen herzustellen.Mieke Rijnders: Konijnenburg, Willem Adriaan van (1868–1943). In: Biografisch Woordenboek van Nederland. [12. November 2013] (niederländisch, knaw.nl).
Im Mai 1907 lernte van Konijnenburg den Kunstkritiker Albert Plasschaert kennen, der ihn mit befreundeten Kunsthändlern bekanntmachte. 1907 erfolgte daraufhin seine erste Einzelausstellung in der Rotterdamer Galerie Oldenzeel. Er entwarf 1909 die Fassadenskulpturen für das Verlagshaus von Martinus Nijhoff und 1915 für die Haager Niederlassung der Königlichen Metallwerke W. J. Stokvis. In dem Tee- und Chininhändler Frits Kok fand er einen Gönner, der all seine Werke ankaufte. Im Jahr 1920 schuf er ein rund 4 Meter langes Monumentalbild, das Zacharias-Fresko, für den Sitzungssaal des Rotterdamer Rathauses und 1925 erhielt er den Auftrag, anlässlich des 25-jährigen Regierungsjubiläums der Niederländischen Konigin Wilhelmina ein Porträt der Prinzessin Juliana auszuführen.
Familie Van Konijnenburg war seit dem 30. September 1897 mit Johanna Petronella [Netty] (geborene Kempers; 18. Juni 1872 – 3. September 1963) verheiratet, die eine Schülerin der Akademie in Den Haag war und Stillleben und Landschaften malte. Sie war eine Tochter von Karel Philippus Kempers und dessen Frau Johanna Henrietta Evekink (geborene Busgers).Heirat am 30. September 1897. (openarchieven.nl). Das Paar hatte keine Kinder.
Seine Geschwister waren: Jeannette Wilhelmina Theodora van Konijnenburg (27. Juni 1864 – 9. April 1959) ⚭ Antoon Hendrik Willem van der Vegt Wilhelmine Adrienne Emilie van Konijnenburg (4. Oktober 1865 – 11. Januar 1932) Emile van Konijnenburg (7. Oktober 1869 – 27. April 1956) ⚭ 1. Margaretha Amij Mees; 2. Sophia Karolina de Vries Jean Jacques van Konijnenburg (5. März 1871 – 18. Juli 1909) ⚭ 1900 mit Elisabeth Jacoba Zaaijer (21. September 1871 – 14. Januar 1914)
Auszeichnungen (Auswahl) Offizier des Ordens von Oranien-Nassau 1938: Kommandeur des Ordens von Oranien-Nassau
Werke (Auswahl) mini|Natura Integra mini|Glasfenster Nieuwe Kerk Delft 1886: Selbstporträt 1893: De Damherten 1899: Kraniche 1900: Felsen im Tal 1903: Heimkehr der Kühe 1904: Stadtkirche in Maastricht 1905: Apotheose der niederländischen Landschaft 1905: Das Liebesspiel 1908: Der Kentaur 1911: Porträt des Kunstschriftstellers A. Plasschaert 1911: Porträt der Mutter des Künstlers 1912: Natura Integra 1916: Frau mit Katze (Halbfigur) 1918: Die Tänzerin 1918: Christus am Kreuz 1924–1936: Glasfenster für den Chor der Nieuwe Kerk in Delft 1933–1941: Wandteppiche für das Auditorium der Universität Utrecht 1938–1939: Zwei Gedenkfenster für die Nieuwe Kerk in Amsterdam anlässlich des vierzigsten Thronjubiläums von Königin Wilhelmina um 1941/1942: Roofvogel
Schriften Het wezen der schoonheid. Den Haag 1908. Waarheid en Chimère; Van Conventie tot Schepping. 1908 (Mimespiel). De aesthetische idee. Mouton, Den Haag 1916 (). In memoriam prof. R.N. Roland Holst. In: Elseviers Geïllustreerd Maandschrift. 49. Jahrgang, 1939, S. 75–76 (niederländisch, dbnl.org).
Literatur
Arie van Veen: W.A. van Konijnenburg. In: Elseviers Geïllustreerd Maandschrift. 18. Jahrgang, 1908, S. 1–17 (niederländisch, dbnl.org).
Mieke Rijnders: Konijnenburg, Willem Adriaan van (1868–1943). In: Biografisch Woordenboek van Nederland. [12. November 2013] (niederländisch, resources.huygens.knaw.nl). Maria Lambertha Johanna Rijnders: Willem van Konijnenburg: Leonardo van de Lage Landen. Amsterdam 2007 (niederländisch, research.vu.nl PDF).
Weblinks
Willem van Konijnenburg (niederländisch, 1868–1943) artnet.de
Einzelnachweise
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