mini|Die Stadthalle um 1930 Die Stadthalle Stuttgart war eine 1925–1926 erbaute und 1943 zerstörte Mehrzweckhalle in Stuttgart-Berg im heutigen Stadtbezirk Stuttgart-Ost. Architekt des Gebäudes war Hugo Keuerleber.

Geschichte Die Stadthalle befand sich an der Neckarstraße unterhalb der Villa Berg und war ein länglicher Saalbau. Hier sollte im August 1925 der 64. Deutsche Katholikentag stattfinden, doch hatte ein schwerer Sommersturm die Holzkonstruktion der Halle beschädigt, sodass man auf andere Standorte auswich.

Das erste Sechstagerennen von Stuttgart fand hier 1928 statt und wurde von Piet van Kempen und Theo Frankenstein gewonnen.

Am 7. November 1931 hatte die KPD hier eine Feier zum Gedenken an die russische Oktoberrevolution abgehalten und vorschriftsmäßig keine politischen Ansprachen, sondern lediglich ein sportliches und künstlerisches Programm geboten, das mit dem Absingen der Internationale beendet wurde.Thomas Kurz: Feindliche Brüder im deutschen Südwesten. Sozialdemokraten und Kommunisten in Baden und Württemberg von 1928 bis 1933. Duncker & Humblot, Berlin 1996, Seite 315 Im Wahlkampf für die Reichstagswahlen am 5. März 1933 kam der seit zwei Wochen als Reichskanzler amtierende Adolf Hitler nach Stuttgart, um in der Halle eine Rede zu halten. Diese wurde auch auf den Marktplatz übertragen und im Südwestdeutschen Rundfunk (SÜWRAG) in Frankfurt am Main gesendet; durch eine Aktion von vier jungen Stuttgarter Kommunisten, die als Stuttgarter Kabelattentat bekannt wurde und bei der ein Rundfunkkabel durchtrennt wurde, wurde die Übertragung kurz vor ihrem Ende unterbrochen.Landeshauptstadt Stuttgart (Hrsg.): Stuttgart im Dritten Reich. Die Machtergreifung. Von der republikanischen zur braunen Stadt. Eine Ausstellung des Projekts Zeitgeschichte. Stuttgart 1983, S. 295.

1937 war die Halle Austragungsort der Deutschen Turnmeisterschaften.

Die Stadthalle wurde schließlich im Rahmen der Luftangriffe auf Stuttgart am 8. Oktober 1943 schwer getroffen und nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut. Stattdessen entstand an ihrem Standort ab 1972 das Stuttgarter Funkhaus.

Einzelnachweise

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