Der Feuerkronen-Mistelfresser (Dicaeum kampalili) ist eine Vogelart aus der Familie der Mistelfresser (Dicaeidae).
Der Vogel ist endemisch auf Mindanao auf den Philippinen.
Früher wurde die Art als konspezifisch mit dem Goldkronen-Mistelfresser (Dicaeum anthonyi) angesehen und als Dicaeum anthonyi kampalili bezeichnet.
Das Verbreitungsgebiet umfasst Wälder und Waldränder in der Nähe blühender und fruchttragender Bäume, gerne in bemoostem Bergwald von 900‒2000 m, meist oberhalb von 1,300 m. ü. M.
Der Artzusatz bezieht sich auf den Mount Kampalili auf Mindanao.
Merkmale Der Vogel ist 9–10 cm groß und wiegt 10–13 g, ein kleiner Singvogel mit ziemlich kurzem Schwanz. Männchen sind an der Oberseite glänzend schwarz mit einem namensgebendem leuchtend feuerrotem Scheitel. Stirn, Zügel, Augenstreif, Kinnstreif sind bläulich-schwarz, Flügel und Rücken glänzen. Kehle, Kinn und oberer Brust sind weiß, die übrige Unterseite ist großteils grau mit Ausnahme der roten Unterschwanzdecken. Die Unterflügeldecken sind gräulich-weiß mit dunklen Federspitzen. Der kräftige Schnabel ist schwarz, am Unterschnabel mitunter etwas heller beim Weibchen, die Beine schwärzlich oder dunkelbraun beim Weibchen, die Iris ist dunkelbraun. Weibchen sind an der Oberseite olivfarben bis gelboliv, die Zügel sind bräunlich, Kehle und Kinn sind weißlich, an der Brust und Unterseite etwas bräunlicher, die Unterschwanzdecken sind gelbbraun. Jungvögel sind an der Oberseite hellbraun, an der Unterseite grau, die Kehle ist leicht geschuppt.
Während Männchen unverwechselbar sind, hat das Weibchen Ähnlichkeiten mit dem Zweifarben-Mistelfresser (Dicaeum bicolor), der in niedrigeren Höhenlagen anzutreffen ist, auch an der Schnabelbasis hell und nicht schwarz wie beim Feuerkopf-Mistelfresser gefärbt ist. Der Graubrust-Mistelfresser (Pachyglossa propria) hat kein Rot im Gefieder, ist an der Unterseite braun und hat einen schwarzen Bartstreif. Ähnlich sieht auch der Vierfarben-Mistelfresser (Dicaeum quadricolor) aus.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:
D. k. kampalili & , 1953, Nominatform – Mindanao außer Gebieten im Westen D. k. masawan und , 1957A. L. Rand und D. S. Rabor: Dicaeum anthonyi masawan. In: Fieldiana Zoology, Band 42, Nummer 2, S. 16, 1957, Biodiversity Library – im Westen Mindanaos; Brust und Flanken gelb überhaucht, Abdomen gelblich-weiß
Stimme Der Gesang wird als sehr hochtönig mit scharfen Lauten regelmäßig wiederholt beschrieben, ähnlich aber ohne die Trilleranteile beim Goldkronen-Mistelfresser (Dicaeum anthonyi).
Lebensweise Die Art ist wohl ein Standvogel. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, auch Pollen und Nektar. Die Brutzeit dürfte zwischen Mai und Juni liegen.
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur C. G. Manuel und E. T. Gilliard: Dicaeum kampalili. In: The Auk, Band 70, Nummer 1, S. 90, 1953, Biodiversity Library
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF R. A. Cheke, J. del Hoyo, N. Collar, C. Mann, A. Bonan Barfull, G. M. Kirwan und P. C. Rasmussen: Flame-crowned Flowerpecker (Dicaeum kampalili), version 1.0. In: S. M. Billerman und N. D. Sly (Herausgeber): Birds of the World. 2023, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Dicaeum kampalili J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Dippers, leafbirds, flowerpeckers, sunbirds J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026
Kategorie:Mistelfresser Kategorie:Endemisches Tier Mindanaos Kategorie:Mindanao