mini|Julie Weidenmann (1887–1942) Julie Weidenmann, geborene Bösch, (* 16. November 1887 in Basel; † 25. November 1942 in Zürich) war eine Schweizer Pfarrersfrau, Lehrerin, Lyrikerin und Schriftstellerin.

mini|Julie Wiedenmann (1887–1942) und Jakobus Weidenmann (1886–1964)

Leben Julie Weidenmann wuchs im Haus an der Rheingasse in Basel auf. Sie studierte an der Oberen Töchterschule Pädagogik und war dort von 1909 bis 1918 Lehrerin für Schwachbegabte. 1918 heiratete sie Pfarrer Jakobus Weidenmann, der der Wander- und Singvogelbewegung nahestand.

Sie lebte als junge Pfarrfrau im thurgauischen Fischerdorf Kesswil am Bodensee und war Präsidentin des Frauenvereins Uttwil-Kesswil-Dozwil. Im kunstliebenden Pfarrhaus waren regelmässig Dichter, Musiker und Maler zu Gast. 1926 erhielt sie von der Schweizerischen Schillerstiftung einen Anerkennungspreis. 1928 zogen sie ins Linsebühl-Pfarrhaus in St. Gallen. Tagsüber half sie den Gemeindeangehörigen, nachts schrieb sie zarte, zerbrechliche Gedichte und Briefe. «In ihnen liegt alles, was ich zu sagen habe, klingt alles, was mich zutiefst bewegt, sie sind das Lied meiner Seele, ich gebe es weiter, dieses Lied des Lebens, denn es ist Gabe, Geschenk und grösste Verpflichtung.» «Die Landschaft um den Bodensee, die Festzeiten des Jahres, die Gefühle der Freundschaft und des christlichen Glaubens, die einsame Trauer des Herzens und die innige Verbundenheit mit der Natur waren ihre Hauptthemen.»

Sie war jahrelange Mitarbeiterin am Bodenseebuch und Mitglied der Programmkommission des Landessenders Beromünster. Während der letzten drei Jahre erholte sie sich in einem Ferienhäuschen im Appenzellerland, wo sie auch zahlreiche Briefe schrieb.

1942 starb sie an einem Hirnschlag in Zürich.

Schriften Baumlieder. Orell Füssli, Zürich 1919. Aus Tag und Traum: eine Sammlung deutsch-schweizerischer Frauen-Lyrik der Gegenwart / Nanny von Escher zum 70. Geburtstag zugeeignet von Julie Weidenmann und Hans Reinhart. Rascher & Cie. A.-G., Zürich 1925. Seele, mein Saitenspiel. Gedichte. Rotapfel-Verlag, Zürich 1928. Mein Advent. H. Tschudy & Co., St. Gallen 1932. Worte in die Zeit gesprochen. Fehr'sche Buchh., St. Gallen 1936. Weltfahrt und Ziel: Gedichte aus drei Jahrzehnten. Herausgegeben von Jakobus Weidenmann. H. Tschudy & Co, St. Gallen 1943. Ausgewählte Gedichte. Herausgegeben von Jakobus Weidenmann. H. Tschudy & Co., St. Gallen 1945.

Nachlass und Literatur Nachlass der Familie Weidenmann (1886–1964). St. Gallen, Kantonsbibliothek (Vadiana), S q 298.-0.1 m. – Benutzungsbeschränkungen. Briefe, Diverses, Bildmaterial, Tagebücher, Tonträger, Zeitungsausschnitte. Der Nachlass betrifft Jakobus Weidenmann (1886–1964), Pfarrer, und Julie Weidenmann (1887–1942), Schriftstellerin Julie Weidenmann: Gedenkschrift. Herausgegeben von Jakobus Weidenmann und Hans Reinhart. H. Tschudy & Co., St. Gallen 1943. «Aus der Schule geplaudert»: Kesswiler Schul- und Dorfgeschichte. Schulgeschichte Kesswil von 1650 bis 2012. Dorfgeschichte Kesswil von 4000 vor Christi Geburt / Text, Skizzen und Bildbeschaffung: Hannes Stricker ; redaktionelle Mitarbeit: Alexander Leumann. Verlag am Bach, Kesswil 2013, ISBN 978-3-906155-16-6. Schweizerisches Zeitgenossen-Lexikon. Gotthelf-Verlag, Bern 1932, S. 961. Olga Brand: Stilles Wirken: Schweizer Dichterinnen. Büchergilde Gutenberg, Zürich 1949, S. 111–122. Doris Stump, Maya Widmer, Regula Wyss, unter Mitarbeit von Sabine Kubli: Deutschsprachige Schriftstellerinnen in der Schweiz 1700–1945. Eine Bibliographie. Limmat, Zürich 1994, ISBN 978-3-85791-214-6, S. 228.

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