Die 152. Jägerbrigade benannt nach Symon Petljura (Militäreinheit Nr. A4948; , 152 ОЄБр, в/ч: A4948) ist ein Verband des ukrainischen Heeres.
Geschichte Mit Voranschreiten des Russisch-Ukrainischen Krieges wurde Mitte 2023 bekannt gegeben, dass das Heer fünf neue mechanisierte Brigaden aufstellen würde, die 150. bis 154. Brigade. Trotz eines Mangels an Soldaten in bereits bestehenden Verbänden sollten die neuen Brigaden aufgestellt werden, um Lücken an der Front zu füllen. Zur Gründung der 152. Brigade wurden bereits kampferfahrene Offiziere und Unteroffiziere aus anderen Brigaden herangezogen. Dazu kamen 2000 neue Rekruten.
Ausbildung und Kontroversen mini|links|200px|Brigadesoldaten während einer Übung Laut Forbes war unklar, woher die Brigade ihre Ausrüstung beziehen sollte, die sie zu einer mechanisierten Brigade macht. Es hieß, die neuen Brigaden müssten möglicherweise ohne moderne Fahrzeuge auskommen, sondern mit alter Ausrüstung aus der Sowjetzeit auskommen. Dies zeige sich an der großen Anzahl von BMP-1 in ihrem Bestand, dem Mangel an schweren Fahrzeugen wie Panzern und anderen gepanzerten Kampffahrzeugen. Jedoch kämen kleinere leichte Fahrzeuge wie die MRAP zum Einsatz, um die Mobilität ihrer Infanterie zu gewährleisten, wie es bei ukrainischen Jägerbrigaden üblich ist.
Die Brigade verbrachte neun Monate in der Ausbildung. In dieser Zeit wurden immer wieder Soldaten aus der Einheit genommen und in Fronteinheiten verlegt, während neue nachrückten. Zudem wurde der Verband in eine motorisierte Brigade umstrukturiert, nur um dann im Mai 2024 zurück in eine mechanisierte umgewandelt zu werden. Ab Mai wurden dann auch keine weiteren Soldaten mehr aus der Brigade entnommen. „Wir haben neun Monate lang ein Kampftraining absolviert und hätten in dieser Zeit ein Kind zur Welt bringen können, aber wir haben am Ende ein totes Kind bekommen“, beschrieb es der ehemalige stellvertretende Brigadekommandeur in einem Interview mit Slidstvo.Info. Ein weiterer Offizier meinte, dass der Verband eher als eine Art Feldrekrutierungsbüro fungiert habe, da monatlich 300–800 Soldaten aus der Formation herausgenommen worden seien.
mini|Von Polen bereitgestellte BMP-1 Zudem gab es ab April 2024 Streit zwischen dem neuen Stabschef Major Ihor Sacharow und weiteren Offizieren. Sacharow habe Personal der Brigade immer wieder physisch und psychisch angegriffen. Nachdem sich 10 Offiziere vom Dienst zurückzogen hatten und einem Vorfall, bei dem Sacharow einen Unterlegenen geschlagen haben soll, leitete das staatliche Ermittlungsbüro Ermittlungen gegen Sacharow ein.
Bis August 2024 hatte der Verband nur eine Ausbildung auf Zugebene absolviert.
Kampfeinsatz Im selben August wurde die Brigade dann nach Kursk verlegt und bekam die Aufgabe, Stellungen in der zweiten Verteidigungslinie zu beziehen. Dort waren ihre Einheiten meistens anderen Brigaden zugeteilt. Diese hätten aber wenig Verwendung für sie gehabt.
Bis September 2024 war die Einheit zudem zu einem Jägerverband transformiert worden und wurde somit die 152. Jägerbrigade.
Ab Oktober 2024 wurden erste Elemente der Brigade nach Pokrowsk verlegt. Auch hier spielte die Brigade erst eine unterstützende Rolle, um Verbänden, die schon Erfahrung an der Pokrowsk-Front hatten, beizustehen. Am 4. November erhielt ein Schützenbataillon den Befehl, einen eigenen Frontabschnitt von 1,5 km mit 4 Stellungen zu besetzen. Zuvor war das Schützenbataillon an ein Bataillon der 25. Luftlandebrigade angehängt gewesen. Drei Tage später wurden die Stellungen von russischen Drohnen und Mörsern angegriffen, wobei es zu Verwundeten kam.
Nach einer Aussage eines Offiziers des Bataillons, im Interview mit Slidstvo.Info, hat sich auch hier das Fehlverhalten von Ihor Sacharow offenbart. Dieser habe dem Stabsoffizier Major Serhij Losowskyj die Aufgabe erteilt, den Trupp zu führen, der die Stellungen an der Front bezog. Der 59-jährige Losowskyj sei für diese nicht tauglich gewesen, hätte als Stabsoffizier erst gar nicht so nah an die Front geschickt werden dürfen und stand zudem nur wenige Monate vor seiner Pensionierung. Seit dem russischen Feuerüberfall ist Serhij Losowskyj als vermisst gelistet.
mini|links|200px|Brigadesoldat mit einer sogenannten Baba-Jaga-Drohne Laut einer weiteren Aussage hat die Brigade in den ersten drei Monate des Kampfeinsatzes bereits ein gesamtes Bataillon an Toten und Verwundeten zu beklagen.
Mitte 2025 erhielt Oberst Jurij Maksymiw, der seit Beginn die Brigade führte, einen neuen Posten und wurde verlegt. Sein Nachfolger wurde Oberst Walerij Lys, der zuvor der Stabschef der 1. Schweren Mechanisierten Brigade gewesen war.
Im August 2025 war der Verband weiterhin an der Pokrowsk-Front aktiv. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Kommandeur des Drohnenbattalions, nur bekannt als Oleh, interviewt und sprach über die Rolle der Drohnen an der Front. Er ist ausgebildeter Artilleriesoldat, wurde aber anscheinend aufgrund seines Interesses an Drohnen zum Kommandeur des Drohnenbataillons ernannt. Seiner Aussagen zufolge würden um die 80 % aller russischer Schläge nur durch Drohnen ermöglicht. Zudem meinte er, dass 85 % aller von ihnen zerstörten Ziele ebenfalls durch Drohnen erreicht werden. Auch würden Drohnen für psychologische Kriegsführung eingesetzt werden. Darunter falle das Abwerfen von Flugblättern und Abspielen von Tonspuren, jeweils in verschiedenen Sprachen, unter anderem Koreanisch. mini|Soldaten der Brigade, Mai 2026
Im November des Jahres kämpfte die Brigade weiterhin im Frontabschnitt Pokrowsk. Der Artillerieverband der Brigade nutzt zu diesem Zeitpunkt 155mm M114 Haubitzen, die ursprünglich ab 1943 gebaut wurden und nach 2022 von Tschechien bereitgestellt wurden.
Am 6. Dezember 2025 verlieh Präsident Wolodymyr Selenskyj der Einheit den Ehrentitel benannt nach Symon Petljura.
Am 26. Mai 2026 erhielt die Brigade die Ehrenauszeichnung Für Mut und Tapferkeit von Präsident Selenskyj.
Struktur und Ausrüstung mini|200px|T-72EA, von Tschechien erhalten mini|200px|Neue Verbandsflagge 152. Jägerbrigade Hauptquartier 25px 1. Jägerbataillon 25px 2. Jägerbataillon 25px 3. Jägerbataillon 25px Schützenbataillon 25px Panzerkompanie (T-72EA) 25px Battalion Unbemannter Systeme 11:11 25px Aufklärungskompanie 25px Artilleriegruppe (2S22 Bohdana, 2S1, Msta-B, M114 und BM-21) 25px 1. Artilleriedywision 25px Luftverteidigungsdywision 25px Reparatur- und Restaurierungsbataillon 25px Logistikbataillon 25px Pionierbataillon 25px Fernmeldekompanie 25px Sanitätskompanie 25px Zivil-militärische Zusammenarbeit
Dazu kommen türkische BMC-Kirpi- und US-amerikanische Humvee-MRAP sowie alte BMP für die mobilen Infanterieelemente.
Kommandeure Oberst Jurij Maksymiw (2023–2024) Oberst Walerij Lys (seit 2024)
Siehe auch 155. Mechanisierte Brigade 21. Mechanisierte Brigade 15. Artillerieaufklärungsbrigade
Einzelnachweise
Kategorie:Brigade (Ukraine) Kategorie:Gegründet 2023 Kategorie:Rajon Lubny Kategorie:Militär (Oblast Poltawa) Kategorie:Ukrainisches Heer Kategorie:Jägerbrigade