Am 18. Mai 2026 verübten zwei Jugendliche einen Terroranschlag auf das Islamic Center of San Diego (ICSD), die größte Moschee im Großraum San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien. Dabei wurden drei Menschen erschossen. Die Täter wurden wenig später tot in einem Fahrzeug aufgefunden; sie hatten sich selbst das Leben genommen. Die Strafverfolgungsbehörden stufen die Tat als Hassverbrechen ein.
Hintergrund Das Islamic Center of San Diego befindet sich im Stadtteil Clairemont im Nordwesten der Stadt an der Eckstrom Avenue. Es gilt als bedeutendste islamische Einrichtung der Region und beherbergt neben der Moschee auch eine Grundschule. Bereits 2022 war das Zentrum Ziel eines islamfeindlichen Vorfalls gewesen, woraufhin die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt wurden.
Nach Angaben des Council on American-Islamic Relations (CAIR) verzeichnete die Organisation im Jahr 2025 so viele Beschwerden über islamfeindliche Diskriminierung und Übergriffe wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1996.
Tatverlauf Um 9:42 Uhr alarmierte die Mutter eines der späteren Täter die Polizei: Ihr 17-jähriger Sohn sei verschwunden, suizidal und zuletzt in Tarnkleidung gesehen worden. Außerdem fehlten ihr Fahrzeug – ein weißer BMW X1 (Baujahr 2018) – sowie mehrere Schusswaffen.
Gegen 11:43 Uhr gingen beim San Diego Police Department Notrufe über einen aktiven Schützen am Islamic Center of San Diego ein. Bereits um 11:47 Uhr trafen erste Beamte ein und fanden vor dem Eingang drei Männer tot vor, darunter einen Sicherheitsmitarbeiter der Einrichtung. Augenzeugen berichteten, die Täter seien schwer bewaffnet und mit Schutzwesten ausgestattet gewesen. Ein Wachmann habe noch auf einen der Angreifer geschossen, bevor er selbst getötet wurde.
Die Polizei evakuierte das Gebäude sowie eine angrenzende Schule vollständig.
Kurz darauf wurde nahe der Salerno Street ein weiterer Mann angeschossen, überlebte jedoch. Wenige Minuten später fanden Beamte das Fluchtfahrzeug in der Hatton Street. In dem Wagen wurden die beiden Täter tot aufgefunden; sie hatten sich gegenseitig und anschließend selbst erschossen.
Die drei getöteten Opfer wurden als Amin Abdullah, Mansour Kaziha und Nader Awad identifiziert. Polizeipräsident Scott Wahl würdigte ihr Eingreifen als wahrscheinlich lebensrettend für weitere Personen.
Täter Die Ermittler identifizierten die Täter als Cain Clark (17) und Caleb Vazquez (18). Beide hatten sich online kennengelernt und dort radikalisiert.
Ermittler prüfen zudem, ob die Tat live gestreamt wurde. Hinweise deuten darauf hin, dass einer der Täter während des Angriffs taktische Ausrüstung mit extremistischen Symbolen trug.
Ideologie und Manifest Bei Durchsuchungen stellten FBI und Polizei mehr als 30 Schusswaffen sowie ein umfangreiches Manifest sicher. Weitere Beweise umfassen Hassbotschaften und extremistische Schriftstücke.
Das Manifest enthält Elemente aus Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Neonazismus, Akzelerationismus sowie Incel-Ideologie. Die Täter glorifizierten unter anderem den Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch 2019.
Das ADL Center on Extremism bewertete die Schriften als Ausdruck eines nihilistischen Online-Extremismusnetzwerks.
Einzelnachweise
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