Ten Compositions (Quartet) 2000 ist ein Musikalbum von Anthony Braxton. Die am 22. und 23. Mai 2000 in The Spirit Room in Rossie (New York) entstandenen Aufnahmen erschienen 2000 auf CIMP.

Hintergrund Ten Compositions (Quartet) 2000 dokumentiert eine Quartett-Session des Holzbläsers Anthony Braxton vom Mai 2000 mit dem Gitarristen Kevin O’Neil, dem Bassisten Andy Eulau und dem Schlagzeuger Kevin Norton. Gewidmet ist das Album – wie auch Nine Compositions (Hill) 2000 – größtenteils den Kompositionen von Andrew Hill.

Titelliste Anthony Braxton – Ten Compositions (Quartet) 2000 (CIMP 225) Virgo (Wayne Shorter) 12:07 New Arrival (George Coleman) 8:22 McNeil Island 2:53 Black Monday 5:45 C-Bop (Billy Lester) 10:56 Pumpkin – Take 2 5:43 Alfred – Take 2 4:32 Griots 2:58 No Doubt – Take 2 3:13 Lo Joe – Take 3 (George Coleman) 7:13

Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Andrew Hill.

Rezeption Dank exzellenter Tontechnik und Klangqualität könne der Zuhörer Braxton auf dem Altsaxophon und der Flöte in vollem Umfang erleben, meint Ron Wynn in JazzTimes. Seinem Spiel würde es hier weder an Energie noch an Intensität mangeln; es sei voller Überraschungen und Einfallsreichtum. Braxton zeige sich als auch kompetenter Flötist, entlocke dem Altsaxophon jedoch nie etwas, das auch nur annähernd an die Klangqualität oder die Wärme des Tons heranreicht, die er routinemäßig aus jedem anderen Instrument seines Arsenals hervorzaubere. O’Neil sei ein solider, aber nicht aufregender Musiker, und die Kompositionen zwingen die Rhythmusgruppe meist in eine unterstützende Rolle. Im Gegensatz zu vielen anderen Braxton-Veröffentlichungen fänden sich unter den 10 Kompositionen eher kürzere als längere Stücke, die für willkommene Kontraste und Abwechslung sorgen.

Steve Loewy verlieh dem Album in Allmusic drei Sterne und schrieb, der äußerst einfallsreiche Anthony Braxton würde mit dieser originellen Hommage an die Kompositionen des wenig beachteten Pianisten Andrew Hill, der die meisten Stücke des Albums geschrieben hat, erneut eine bedeutende Aufnahme abliefern. Der Saxophonist setze eine ungewöhnliche Kombination aus Altsaxophon, Gitarre, Bass und Schlagzeug ein, um das Beste aus dem Material herauszuholen. Zwar fehle das Klavier deutlich, doch Kevin O’Neil würde sich bei seinem offenbar ersten Plattenauftritt als starke Stimme an der Gitarre erweisen: Er meistere die eigenwilligen Melodien und kniffligen Akkordfolgen mit Leichtigkeit und spiele fließend komplexe Soli, die sich anmutig in das Gesamtbild einfügen. Braxtons überraschend, aber reizvoll dünne Stimme auf dem Altsaxophon klinge oft wie ein Sopransaxophon, während seine kantigen Improvisationen die Eigenheiten in Hills Partituren noch stärker zur Geltung bringen, als wenn der Pianist sie selbst gespielt hätte. Braxton scheine sich mit einigen der schwierigen Melodien und Sequenzen ein wenig unwohl zu fühlen, doch das Ergebnis seien Soli, die fast völlig frei von Klischees sind. Norton zeige sich als solider Taktgeber, egal bei welchem Tempo; er wisse, wie man sich zurückhält und wann man eine Linie unterstreicht und ergänzt.

Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2000 Kategorie:Anthony-Braxton-Album Kategorie:Andrew Hill