Spink & Son Ltd., meist kurz Spink, ist ein britisches Auktionshaus und Handelsunternehmen für Sammlerstücke mit Sitz in London. Das Unternehmen führt seine Ursprünge auf ein 1666 von John Spink gegründetes Goldschmiede- und Pfandleihergeschäft nahe der Lombard Street zurück. Heute ist Spink vor allem in den Bereichen Philatelie, Numismatik, Banknoten, Orden und Medaillen, historische Wertpapiere, Autographen, Bücher sowie weitere Sammelgebiete tätig.

Neben dem Auktions- und Handelsgeschäft wurde Spink durch numismatische und philatelistische Referenzwerke bekannt. Zu den mit Spink verbundenen Kataloglinien gehörten der Standard Catalogue of British Coins beziehungsweise Coins of England and the United Kingdom sowie der französische Briefmarkenkatalog Spink Maury, der in der Nachfolge der Kataloge von Maury, Cérès und Dallay steht.

mini|Sitz von Spink & Son in Southampton Row, London

Geschichte Nach Unternehmensangaben wurde der Vorläuferbetrieb 1666 von John Spink als Goldschmiede- und Pfandleihergeschäft in der City of London gegründet. Nach dem Großen Brand von London kehrte der Betrieb an die wiederaufgebaute Lombard Street zurück. Die Smithsonian Institution beschreibt die Entwicklung ähnlich und nennt 1772 als Zeitpunkt, zu dem Spink and Son als Unternehmen bestand und mit Münzen und Schmuck von Geschäftsräumen in der Gracechurch Street aus handelte.

Im 19. Jahrhundert weitete Spink seine Tätigkeit auf Münzen, Medaillen und Kunsthandel aus. Um 1880 kaufte das Unternehmen die Soho Mint, eine kleine unabhängige Münzstätte und Gießerei in London, und begann, eigene Medaillen zu entwerfen und herzustellen. 1892 erschien erstmals der Numismatic Circular, ein regelmäßig veröffentlichter Katalog für Münzen und Medaillen. 1902 zog Spink nach Piccadilly und entwickelte dort ein Kunsthandelsgeschäft, das sich unter anderem auf britische und ostasiatische Kunst spezialisierte.

1962 wurde Spink an der Londoner Börse notiert; die Familie Spink behielt zunächst eine beherrschende Beteiligung. 1977 wurde das Unternehmen von Andrew Weir & Co. übernommen. 1993 erwarb Christie’s Spink von Andrew Weir und integrierte seine eigene Münz- und Medaillenabteilung in Spink. 1997 wurde die Briefmarkenabteilung von Christie’s, die zuvor unter dem Namen Robson Lowe tätig gewesen war, in Spink integriert.

2002 wurde Spink von Christie’s an ein in Singapur ansässiges Investmentunternehmen verkauft. Der heutige Rechtsträger Spink and Son Limited ist beim britischen Handelsregister Companies House als Private limited Company eingetragen. Die Gesellschaft wurde am 8. Februar 2002 gegründet, hieß zunächst Brandmine Limited und hat ihren Sitz in der Southampton Row in Bloomsbury, London.

Geschäftsbereiche Spink handelt und versteigert Sammlerstücke in mehreren Spezialgebieten. Zu den auf der Website des Unternehmens genannten Abteilungen gehören Briefmarken, Münzen, Banknoten, Orden und Medaillen, historische Wertpapiere, Autographen, Bücher, Wein und Spirituosen sowie weitere Sammelobjekte. Die Royal Warrant Holders Association beschreibt Spink als auf Auktionen und private Verkäufe von Briefmarken, Münzen, Banknoten, Medaillen, historischen Wertpapieren, Autographen, Büchern, Wein und weiteren Sammelobjekten spezialisiertes Unternehmen.

Philatelie mini|Stand von Spink auf der London 2022 International Stamp Exhibition

Die Briefmarkenabteilung von Spink veranstaltet Auktionen zu allgemeinen und spezialisierten philatelistischen Sammelgebieten. Spink verweist in diesem Bereich auf historische Verbindungen zu Robson Lowe, dessen Unternehmen 1980 von Christie’s übernommen und später in Spink integriert wurde. Außerdem nennt das Unternehmen die Übernahmen von Investphila in der Schweiz und Phila China in Hongkong als Grundlage für eine internationale Plattform im Bereich Briefmarkenauktionen.

Im philatelistischen Bereich ist Spink auch für den Katalog Spink Maury bedeutsam. Diese französischsprachige Kataloglinie ist in der Liste der Briefmarkenkataloge den französischen Briefmarkenkatalogen zuzuordnen und steht neben dem weiterhin erscheinenden Standardkatalog Yvert et Tellier in der Tradition französischer Spezialkataloge. Sie wurde nach der Übernahme der Arthur Maury Philatelic Catalogues durch Spink mit den älteren Katalogtraditionen von Maury, Cérès und Dallay verbunden.

Numismatik, Banknoten und Medaillen Spink ist im Handel und Auktionsgeschäft mit Münzen, Banknoten, Orden und Medaillen tätig. Die numismatische Tätigkeit reicht nach Unternehmensangaben bis in die Frühgeschichte des Hauses zurück; der Numismatic Circular wurde ab 1892 veröffentlicht.

Im Bereich Orden und Medaillen verweist Spink auf eine seit dem späten 19. Jahrhundert bestehende Tätigkeit als Medailleur. Die Medaillenabteilung nennt fortlaufende königliche Ernennungen als Medailleure seit dem diamantenen Thronjubiläum Königin Victorias im Jahr 1897. Die Royal Warrant Holders Association führt Spink & Son als königlichen Hoflieferanten mit der Ernennung „Medallists & Philatelists“ durch den britischen König.

Internationale Struktur Spink tritt international über mehrere Gesellschaften beziehungsweise Niederlassungen auf. Die Datenschutzinformationen des Unternehmens nennen innerhalb der Spink Group unter anderem Spink and Son Ltd. in London, Spink USA in New York, Spink China in Hongkong, Spink Asia in Singapur und Spink Switzerland in Chiasso. Spink beschreibt seine Auktionen als international ausgerichtet und nennt London, New York, Hongkong, die Schweiz und Singapur als wichtige Standorte beziehungsweise Auktionsplätze.

Bei Companies House sind Timothy Stephen Hirsch und Olivier Daniel Stocker als aktive Directors eingetragen; Douglas Danso ist seit Februar 2026 als Secretary registriert. Olivier Daniel Stocker sowie Rozel Trustees (Channel Islands) Ltd werden als Personen beziehungsweise Organisationen mit maßgeblichem Einfluss oder Kontrolle geführt.

Verlagswesen und Kataloge mini|hochkant|Spink Circular, historische Publikation des Unternehmens

Spink war über längere Zeit auch als Herausgeber und Vertreiber von Fachliteratur für Sammler tätig. Die Buchsparte veröffentlichte und vertrieb vor allem numismatische Referenzwerke sowie Kataloge und Spezialliteratur für Sammler, Händler und Auktionshäuser.

Numismatische Kataloge 1996 übernahm Spink die numismatischen Titel von B. A. Seaby. Zu den bekanntesten damit verbundenen Referenzwerken gehörte Coins of England and the United Kingdom, auch bekannt als Standard Catalogue of British Coins. Die Kataloglinie geht auf Seaby zurück und wurde später von Spink fortgeführt.

Im April 2024 übernahm Sovereign Rarities von Spink die Publikationen Coins of England & the United Kingdom, Pre-Decimal Issues, Coins of England & the United Kingdom, Decimal Issues und Coins of Scotland, Ireland and the Islands, including Anglo-Gallic Coins. Die folgenden Ausgaben erschienen unter der Verantwortung von Sovereign Rarities.

Spink Maury Im Bereich der Philatelie übernahm Spink 2015 die Arthur Maury Philatelic Catalogues. Nach Unternehmensangaben umfasste der Erwerb die Rechte, die vorhandenen Lagerbestände und die Kontrolle über künftige Ausgaben der Kataloge.

Die übernommenen Maury-Kataloge betrafen unter anderem Frankreich, französische Kolonialgebiete, französische Postämter im Ausland, französische Überseegebiete, Andorra, Monaco, Saint-Pierre und Miquelon sowie die Französischen Süd- und Antarktisgebiete. Spink führte die Reihe anschließend unter der Bezeichnung Spink Maury fort. Die Kataloglinie steht in der Nachfolge mehrerer französischer Briefmarkenkataloge, darunter des Cérès-Katalogs, des Dallay-Katalogs und der Maury-Kataloge. Damit ist sie auch für die Einordnung französischsprachiger Kataloge in der Liste der Briefmarkenkataloge relevant.

Die Ausgabe Spink Maury Catalogue de Timbres de France 2022–2023 wurde als Nachfolger der Kataloge Maury, Cérès und Dallay beschrieben und behandelte französische Briefmarken von 1849 bis 1960 sowie Varianten nach 1960. Ein französischer Fachbeitrag bezeichnete den Spink-Maury-Katalog 2025 als einzigen Konkurrenten des Katalogs von Yvert et Tellier in Frankreich und nannte die Ausgabe 2022–2023 als bis dahin letzte erschienene Ausgabe.

Verkauf von Spink Books 2025 verkaufte Spink & Son die Vermögenswerte und den Geschäftswert von Spink Books an die Pen & Sword Group. Spink Books wurde im August 2025 Teil des Imprints Script Collectables von Pen & Sword Books Ltd. Damit ist Spink & Son für neuere Katalog- und Buchausgaben nicht mehr ohne Weiteres als aktueller Verlag zu beschreiben, bleibt aber historisch ein wichtiger Herausgeber numismatischer und philatelistischer Fachkataloge.

Provenienzfragen Im Zusammenhang mit Recherchen zu dem wegen Handels mit geplünderten kambodschanischen Altertümern angeklagten Kunsthändler Douglas Latchford wurde auch auf frühere Geschäfte verwiesen, bei denen Objekte über Spink oder in Verbindung mit Spink gehandelt worden sein sollen. Latchford wurde 2019 in den Vereinigten Staaten wegen mutmaßlichen Handels mit geraubten kambodschanischen Kulturgütern angeklagt; ihm wurden unter anderem Betrug, Schmuggel und Verschwörung im Zusammenhang mit dem Handel mit gestohlenen kambodschanischen Antiken vorgeworfen.

Weblinks

Offizielle Website von Spink & Son Website von Spink Books

Einzelnachweise

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