mini|Haus Max-Josef-Metzger-Straße 2, 2026 Das Gebäude Max-Josef-Metzger-Straße 1, 2 ist ein denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus in Magdeburg in Sachsen-Anhalt. Es entstand am historischen Standort des Sachsenhofs.

Lage Das Haus befindet sich in der Magdeburger Altstadt in einer das Straßenbild prägenden Ecklage in der Max-Josef-Metzger-Straße. Östlich grenzt das gleichfalls denkmalgeschützte Haus Max-Josef-Metzger-Straße 3 an.

Die Straße nördlich des Grundstücks gehörte ursprünglich zur Prälatenstraße. Es bestand zunächst die Adressierung Prälatenstraße 36, nach einer Umnummerierung Prälatenstraße 34. Seit der Umbenennung der Straße in Max-Josef-Metzger-Straße im Jahr 1975 besteht die heutige Adressierung.

Architektur und Geschichte Vorgängerbebauung Auf diesem Grundstück wird der 1419 erwähnte Klosterhof des Domherren Joh. von Barby gewesen sein. Im 15. Jahrhundert gehörte der Hof den Herzögen von Sachsen. Aus dieser Zeit stammt der Name Sachsenhof. Er unterstand der Gerichtsbarkeit der Möllenvogtei.

Vor der Zerstörung der Stadt im Jahr 1631 wurde der Hof als Fräulein Elisabethen-Hof aber auch Warbergischer Hof bezeichnet. Es handelte sich um den Hof der Elisabeth von Warberg. Im Jahr 1631 befand sich auf dem Hof eine starke Einquartierung. Das Anwesen wurde 1631 ebenfalls zerstört und lag dann lange wüst. In der Zeit um 1684 bebaute der Kanonikus Otto Albrecht von Stedern das Grundstück neu. Das Anwesen wurde dann Stedernsche Kurie genannt. Um 1695 erwarb sie der kurfürstlich brandenburgische Oberst von Stille und kurz vor 1700 dann der Kanonikus Otto Albert von Mandelslohe. 1722 wurden auf dem Grundstück zwei Häuser erwähnt. Während im Vorderhaus die Witwe des Dekans von Mandelslohe lebte, der auch die benachbarte Nummer 33 gehörte, lebte im Hinterhaus Kanonikus von Ranzau. Frau von Mandelslohe wurde auch noch 1740 als Bewohnerin erwähnt.Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg Teil II, Max Niemeyer Verlag, Halle (Saale) 1956, Seite 121.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde für den Hof häufiger die Bezeichnung Dekanatshaus genutzt, da im Gebäude mehrfach Stiftsdekane wie von Stedern und von Mandelslohe wohnten. Diese Nutzung erstreckte sich auch auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 1806 lebte hier Dechant und Tribunalpräsident von Röder. Nach der Einnahme Magdeburgs durch französische Truppen ging von Röder nach Neuhaldensleben, woraufhin die Kurie Einquartierungen erhielt.

Nach dem Ende der französischen Fremdherrschaft wurde das Haus Sitz der Provinzialsteuerdirektion. Ab 1874 erfolgten Verhandlungen mit der Stadt Magdeburg, um mehr Platz für eine Erweiterung zu erhalten. Im Jahr 1896 wurde der Durchbruch von der Prälatenstraße zur Heydeckstraße fertiggestellt. Die Steuerdirektion erhielt auf der Westseite des so neu entstandenen Straßenzugs ein neues Gebäude.Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg Teil II, Max Niemeyer Verlag, Halle (Saale) 1956, Seite 122.

Heutiges Gebäude mini|Eingangstür der Nummer 2 auf der Nordseite, 2013 Zugleich wurde 1896 das heutige viergeschossige verputzte Wohn- und Geschäftshaus von Maurermeister Peter Geimer errichtet, das durch die neue entstandene Heydeckstraße als Eckhaus entstand. Der verputzte Bau wurde in reduzierter Formensprache in Anlehnung an die italienische Renaissance gestaltet. Sowohl am Erd- als auch am ersten Obergeschoss bestehen Putzbandrustika und profilierte Fensterrahmungen. Das Gebäude verfügt über ein Mezzaningeschoss, mit kleinen Rundbogenfenstern. Die abgeflachte Ecke wird mit einem dreigeschossigen Erker vor den Obergeschossen betont. Je ein weiterer entsprechender Erker besteht an der West- und der Nordfassade.Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 413.

Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist das Wohn- und Geschäftshaus unter der Erfassungsnummer 094 82787 als Baudenkmal verzeichnet.Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Mitglied des Landtages Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen) vom 24. Februar 2026 Drucksache 8/6626 (KA 8/3520) Entwicklung des Denkmalbestandes, Seite 228 Es dient heute dem römisch-katholischen Bistum Magdeburg als Sitz des Ordinariats.

Literatur Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg Teil II, Max Niemeyer Verlag, Halle (Saale) 1956, Seite 121 f. Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 413.

Einzelnachweise

Kategorie:Kulturdenkmal in Magdeburg Kategorie:Erbaut 1896 Kategorie:Wohn- und Geschäftshaus in Magdeburg