alt=Villa Waldfriede von 1897 und Eingangsseite Hotel Evropa, Mai 2026|mini|Villa Waldfriede von 1897 und Eingangsseite Hotel Evropa, Mai 2026 Antonínova Výšina (deutsch Antonienhöhe) ist eine Siedlung der Gemeinde Vojtanov (Voitersreuth) im Okres Cheb (Eger) der Region Karlovy Vary (Karlsbad). Sie liegt etwa drei Kilometer nordwestlich von Františkovy Lázně (Franzensbad) an der Fernstraße 64. Im Jahr 2021 lebten hier sechs Einwohner.

Geschichte mini|Restaurant Antonienhöhe (um 1910)|links Die Gründung der kleinen Waldkolonie geht auf das Jahr 1854 zurück, als der Franzensbader Bürger Anton (daher Antonienhöhe) Felbinger damit begann, eine Reihe von Grundstücken zu erwerben und zunächst eine einfache hölzerne Waldschänke errichten ließ. Diese entwickelte sich bald zu einem beliebten Ausflugsziel für die Einwohner und Kurgäste Franzensbads. Bereits im Jahr darauf wurde ein Promenadenweg von Franzensbad nach Antonienhöhe angelegt. Dieser "... erhielt sorgfältige Bepflanzung ...". Allmählich entstand ein repräsentatives "... Restaurationsgebäude mit Saal, Garten und Sommerwohnungen, Stallungen ..." "als Belustigungsort für die Curgäste Franzensbads." So konnte die Prager Zeitung in ihrer Ausgabe vom 15. Juni 1858 unter "Eger, 12. Juni 1858" vermelden: "Unter den neu errichteten Restaurazionen verdient auch die „Antonienhöhe“, welche ½ Stunde von Franzensbad entfernt, zu Fuß auf einem anmuthigen Waldwege erreicht wird, und eine prächtige Aussicht auf das ganze Egerland gewährt, genannt zu werden."

Zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des Ersten Weltkriegs war die Antonienhöhe ein beliebtes Ausflugsziel der Kurgäste von Franzensbad und als solche Gegenstand mehrerer Reiseführer.

In seiner Festschrift zum 100-jährigen Bestehen von Kaiser Franzensbad verkündete dessen Bürgermeisteramt mit Datum vom 3. Juni 1883 die Eröffnung der Eisenbahnhaltestelle Antonienhöhe – Stöckermühle.

Ein Jahr später schrieb Johannes Melzer: „Antonienhöhe besteht aus einem sanften Hügelzug, welchen die prächtigsten, schattigsten Wälder, von Promenadewegen mit Ruhepunkten nach allen Richtungen durchquert, krönen. Eine schmucke Restauration schaut wie eine Burg zwischen den sie umrahmenden Waldriesen ins weite lachende Egerland hinab und ladet den Wanderer zum Besuche ein. Ausser einer guten Restauration befindet sich hier auch der Schiesstand des Franzensbader Schützencorps und eine Kegelbahn. In dem hinter der Antonienhöhe gelegenen Thale, Leiten genannt, führt an dem forellenreichen Entenbache ein angenehmer, schattiger Weg an den Steinbrüchen vorbei gegen das Dorf Rossenreuth.“

Der Haltepunkt Antonienhöhe-Stöckermühle an der Bahnstrecke Plauen – Cheb wurde nur zwischen 1883 und dem Ersten Weltkrieg jeweils während der Kurzeit bedient. Die 80 Meter langen Bahnsteige mit den Wartehallen wurden später restlos entfernt.

Bezeugt ist die Errichtung von zumindest zwei Villen: "Waldfriede" (1897, erhalten) und "Waldheim" (1898, nicht erhalten). Letztere war seit 1899 Wohn- und Wirkungssitz von Alois John, Archivar, Volkskundler und Heimatschriftsteller des Egerlandes, welcher hier am 2. August 1935 verstarb.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen erlebte Antonínova Výšina noch einmal eine bescheidene Blüte als Ausflugsziel von Besuchern von Františkovy Lázně sowie als Villensiedlung.

alternativtext=Historischer Wasserhochbehälter|links|mini|Historischer Wasserhochbehälter Nach der Enteignung und Vertreibung der deutschen Bewohner nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Siedlung für mehr als vierzig Jahre verlassen und die Anwesen verfielen. Nachdem sie zwischenzeitlich für erloschen erklärt worden war, erfolgte ihre Neugründung zum 1. Januar 1992 als Ortsteil der Gemeinde Vojtanov. Eine der historischen Villen wurde teilweise restauriert und ein kleines (mittlerweile wieder geschlossenes) Hotel wurde unter Verwendung alter Bausubstanz mit historisierenden Stilelementen neu errichtet. Weiterhin befindet sich in Antonínova Výšina ein alter Wasserhochbehälter aus österreichischer Zeit zur Versorgung von Františkovy Lázně.

Einwohnerentwicklung +Entwicklung der Einwohnerzahl und der Zahl der Anwesen (laut Volkszählung)Jahr186918801890190019101921193019501961197019801991200120112021Einwohner000211403200003446Anwesen000433400002453

Štekrův Mlýn alternativtext=Stöckermühle im Jahr 1939|links|mini|Stöckermühle 1939 mini|Štekrův Mlýn 2015|alternativtext=Štekrův Mlýn 2015 Einen knappen Kilometer von Antonínova Výšina entfernt liegt die Štekrův Mlýn (Stöckermühle, früher auch Obere Stöckermühle) am Stodolský potok (Leithenbach). Der Vierseithof im historischen Egerländer Stil wurde an Stelle einer 1540 erstmals genannten Mühle um 1860 als Gastronomiebetrieb und Ausflugsziel für Franzensbader Kurgäste errichtet. Nach aufwändiger Renovierung beherbergt er heute ein Gestüt, eine Pension und eine Gaststätte. Unweit davon stand einst die Spodní Štekrův Mlýn (Untere Stöckermühle), die nach einem Brand im Jahr 1888 nicht wieder aufgebaut wurde. An ihrer Stelle befindet sich heute ein kleines landwirtschaftliches Anwesen. Der deutsche Name der beiden Mühlen geht auf Erhart Stöcker zurück, der 1573 als dort ansässiger Müller bezeugt ist. Der tschechische Name ist eine Übersetzung und phonetische Abbildung für die "Mühle des Štekr (= Stöcker)".

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Vojtanov