mini|Verbreitungsgebiet der Goldschnabel-Musendrossel
Die Goldschnabel-Musendrossel (Catharus aurantiirostris) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel kommt von Mexiko über Zentralamerika außer Belize bis in den Norden Südamerikas (Kolumbien und Brasilien) vor, als Irrläufer auch in den USA.R. Banks, C. Cicero, J. Dunn, A. Kratter, P. Rasmussen, J. Remsen, J. Rising und D. Stotz: Forty-third supplement to the American Ornithologists' Union Check-list of North American birds. In: The Auk Band 119, Nummer 3, S. 897-906, 2002, ISSN 1938-4254 (online)
Der Lebensraum umfasst Sekundärwald, Waldränder, buschige Lichtungen, halboffene baumbestandene Flächen, schattige Gärten, Plantagen von 500 bis 2300 m. ü. M.R. Garrigues, R. Dean: The Birds of Costa Rica. Ithaca: 2007. ISBN 978-0-8014-7373-9G. R. Angehr, R. Dean: The Birds of Panama. Ithaca: 2010 ISBN 978-0-8014-7674-7M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0
Der Artzusatz kommt von und .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Der Vogel ist 14–17 cm groß und wiegt 21–32 g. Die Oberseite ist vom Scheitel bis zum Schwanz olivbraun und rostrot überhaucht, deutlicher am Bürzel und an den Flügeln. Das Gesicht ist graubraun mit schmalem orangefarbenem Augenring. Die breit weißliche Kehle geht in die blassgraue Unterseite über, Bauch und Steiß sind weiß. Der ziemlich lange und kräftige Schnabel ist orange, die Beine sind bräunlich orangefarben. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sind an der Oberseite braun mit undeutlichen gelbbraunen Flecken, geschuppt an Nacken, Kehle, Brust und den Flanken.
In Nordamerika hat keine andere Musendrossel einen orangefarbenen Schnabel. Gegenüber der Graukehl-Musendrossel (Catharus gracilirostris) ist der Schnabel länger und kräftiger sowie wie Beine und Augenring orange gefärbt. Die Bergmusendrossel (Catharus frantzii) sieht sehr ähnlich aus, ist in höheren Lagen zu finden und hat kaum orange Färbung am Unterkiefer, auch fehlt der Augenring und die Beinfarbe ist unterschiedlich. Im Verbreitungsgebiet kommt auch die Graurücken-Musendrossel (Catharus fuscater) vor, die gleichfalls einen orangen Schnabel aufweist, aber ebenso wie die Tropfenbrust-Musendrossel (Catharus dryas) am Rücken anders gefärbt ist. Auch die Schwarzkopf-Musendrossel (Catharus mexicanus) ist am Schnabel orangefarben, aber Iris- und Rückenfärbung sind unterschiedlich, auch ist der Kopf grau und nicht braun.N. Collar: Orange-billed Nightingale-Thrush (Catharus aurantiirostris), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Catharus aurantiirostris
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List 15.2 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025HBW und BirdLife International: Handbook of the Birds of the World and BirdLife International digital checklist of the birds of the world, 2025, Version 10. Abgerufen am 30. Januar 2026 C. a. clarus , 1894P. L. Jouy: Catharus melpomene clarus. In: Proceedings of the United States National Museum, Band 16, Nummer 975, S. 773, 1894, Biodiversity Library – Norden und Mitte Mexikos, Oberseite warm olivbraun; enthält C. a. aenopennis , 1937R. T. Moore: Catharus aurantiirostris aenopennis. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 50, Nummer 25, S. 96, 1937, Biodiversity Library – Hochland von Nordwestmexiko C. a. melpomene (, 1851)J. Cabanis: T[urdus] Melpomene. In: Museum Heineanum. Verzeichniss der ornithologischen Sammlung des Oberamtmann Ferdinand Heine, Band 1, S. 5, 1851, Biodiversity Library – Süden Mexikos (Veracruz, Nordostpuebla, Oaxaca und Chiapas), Flügel und Schwanz mehr rostrot; enthält C. a. bangsi & , 1925D. R. Dickey und A. J. Van Rossem: Catharus melpomene bangsi. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 38, S. 135, 1925 Biodiversity Library – Guatemala bis El Salvador und Honduras C. a. costaricensis , 1902C. E. Hellmayr: Catharus melpomene costaricensis. In: Journal für Ornithologie , Band 50, Nummer 1, S. 45, 1902, Biodiversity Library – Costa Rica außer Südwesten, Flügel und Schwanz kräftiger rostrot C. a. griseiceps , 1866O. Salvin: Catharus griseiceps. In: Proceedings of the Zoological Society of London, 1866, Teil 1, S. 68, 1866, Biodiversity Library – Gebirge Westpanamas, Kopf grau, Unterseite grauer; enthält C. a. russatus , 1924L. Griscom: Catharus griseiceps russatus. In: American Museum Novitates, Nummer 141, S. 6, 1924, Digitallibrary – Gebirge im Südwesten Costa Ricas und Westpanama C. a. phaeopleurus & , 1876P. L. Sclater und O. Salvin: Catharus phaeopleurus. In: Proceedings of the Zoological Society of London, 1875, Teil 4, S. 541-542, 1876, Biodiversity Library – Westen Kolumbiens, wie vorstehende Unterart, aber Oberseite kräftiger olivbraun, Schnabel orangerot C. a. aurantiirostris (, 1850), Nominatform – Nordostkolumbien und Westvenezuela C. a. birchalli , 1881H. Seebohm: Catharus birchalli. In: Catalogue of the birds in the British Museum, Band 5, S. 289, 1881, Biodiversity Library – Nordosten Venezuelas und Trinidad, Oberseite mehr rostrot als die Nominatform, Flanken deutlicher grau C. a. barbaritoi & , 1952R. Aveledo und H. Ginés: Catharus aurantiirostris barbaritoi. In: Novedades Científicas, Contribuciones Ocasionales del Museo de Historia Natural La Salle, Serie Zoológica, Band 6, S. 11, 1952, Fundacionwhphelps – Sierra de Perijá, in Nordwestvenezuela, Oberseite auch nicht rostrot, Unterseite gräulich C. a. sierrae , 1919E. Hellmayr: Catharus melpomene sierrae. In: Verhandlungen der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern, Band 14, S. 126, 1919, Biodiversity Library – Sierra Nevada de Santa Marta, ähnlich der Nominatform, wird mitunter zu dieser zugeschlagen C. a. inornatus , 1944J. T Zimmer: Catharus aurantiirostris inornatus. In: The Auk, Band 61, Nummer 3, S. 404, 1944, Digitalcommons – Westhänge der Ostanden in Kolumbien, Oberseite ohne rostrot, Kehle und Unterseite weißer C. a. insignis , 1944J. T. Zimmer: Catharus aurantiirostris insignis. In: The Auk, Band 61, Nummer 3, S. 406, 1944, Digitalcommons – Osthänge der Anden in Kolumbien, Oberseite wie Nominatform, aber matter, Kehle undeutlich gestrichelt
Von „Birds of the World“ und von der „Clements Checklist of Birds of the World“J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026 werden C. a. aenopennis, C. a. bangsi und C. a. russatus als eigene Unterarten geführt.
Stimme Der Gesang wird als abwechslungsreich mit Phrasen aus 4–6 quäkenden oder metallisch klingenden Lauten beschrieben, aus mittlerer Höhe vorgetragen, schneller und weniger musikalisch als bei anderen Musendrosseln.
Lebensweise Die Art ist ein Standvogel oder Teilzieher, auf der Pazifikseite Mexikos kommt sie zwischen Oktober und April bis auf Meereshöhe herab, weit nördliche Population ziehen möglicherweise gen Süden, als Irrläufer auf in die Südstaaten der USA.
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, Spinnentieren, Würmern und anderen Wirbellosen, aber auch aus Früchte und Pflanzensamen. Meist wird am Erdboden oder knapp darüber gesucht, im Laub, entlang von Pfaden oder kleinen Lichtungen. Zumindest in Trinidad folgt der Vogel Wanderameisen.
Die Brutzeit liegt zwischen Ende April bis September in Mexiko, zwischen März und August in Costa Rica, zwischen März und Juli sowie im November in Kolumbien sowie im Mai in Trinidad. Das Nest ist eine massige dickwandige Schale aus Wurzeln, trockenem Gras und Moos meist in 1–2 m Höhe in einem Busch, einem Baum oder einer Hecke. Das Gelege besteht aus 2–3 grauen, blauen oder grünlich weißen Eiern mit rötlich braunen und blass lilafarbenen Flecken. Gebrütet wird über 13–15 Tage.
Gefährdungssituation Die Goldschnabel-Musendrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur K. J. G. Hartlaub: Turdus aurantiirostris. In: Revue et Magasin de Zoologie Pure et Appliquée, Serie 2, Teil 2, S. 158, 1850, Biodiversity Library
Weblinks
Macaulay Library
Goldschnabel-Musendrossel auf Briefmarken
Einzelnachweise
Kategorie:Drosseln