Play as You Go ist ein Musikalbum von Joëlle Léandre, Pauline Oliveros und George Lewis. Die 2014 in Prag entstandenen Aufnahmen erschienen am 27. August 2021 auf Trost Records.
Hintergrund Das Album dokumentiert das Zusammentreffen dreier Koryphäen aus dem Bereich der improvisierten Avantgardemusik: Pauline Oliveros (E-Akkordeon), Joëlle Léandre (Kontrabass, Gesang) und George Lewis (elektronische Geräte und Posaune) – produziert und live aufgenommen von Český rozhlas, dem tschechischen Rundfunk, im Rahmen des Festivals „VS. Interpretation 2014“ in Prag.
Titelliste Joëlle Léandre, Pauline Oliveros, George Lewis: Play as You Go (Trost Records – TR212) Play as You Go 43:59
Rezeption mini|Pauline Oliveros (2012) Dieses 2014 aufgenommene Album würde für die 2016 verstorbene Akkordeonistin Pauline Oliveros den Charakter eines Vermächtnisses besitzen, meint Nicolas Dourlhès (Citizen Jazz). Obwohl „testamentarisch“ vielleicht nicht ganz das richtige Wort sei: Dieser dynamische und neugierige Ansatz lasse keinerlei düstere Visionen erkennen, und das Zusammentreffen dreier Persönlichkeiten der kreativen Musik des 20. Jahrhunderts, die mit Begeisterung auf das nächste Jahrhundert übergreifen, habe nichts von einem Treffen ehemaliger Kämpferinnen und Kämpfer. Auch wenn sich die drei hier vertretenen Persönlichkeiten tatsächlich schon seit Ewigkeiten kannten, würden die Kontrabassistin Joëlle Léandre und der Posaunist George Lewis an der Seite der Akkordeonistin „eine Partitur des Augenblicks“ spielen, die in der Ausführung und vor allem in der Herangehensweise eine Frische bewahre. Die spontane Entstehung dieses hybriden und kunstvollen Stücks würde seinen Wert, vor allem aber seine Kraft ausmachen. Es sei aus einer Selbstsicherheit entstanden, die ihm eine beunruhigende Überzeugung verleihe, als wäre alles instinktiv geplant gewesen. Es nähere sich dem Zuhörer „mit Entschlossenheit, ohne ihn jemals zu beunruhigen, sondern indem es ihm eine mutige Poesie entgegenwirft, die einen an der Kehle packt und sich neben dem Herzen niederlässt.“
Nach jahrelanger Entwicklung instrumentaler Fertigkeiten sind die Klangfarben von Akkordeon, Kontrabass und Posaune unverkennbar, meint Ken Waxman (JazzWord). Die Elektronik werde dabei jedoch keineswegs in den Hintergrund gedrängt. Im Gegenteil: Wellenformschleifen und -vibrationen, vermischt mit gesampelten Stimmen und perkussiven Klängen, würden die Improvisation eröffnen, die rasch von quietschenden Doppelstrichen der Bassistin und blasbalggetriebenen Schreien der Akkordeonistin begleitet wird. Dieses Konzert hätte ein einzigartiges musikalisches Programm geboten; es würde nahelegen, dass „Akzeptanz statt Analyse“ der beste Ansatz sei, um sich auf diese Darbietung einzulassen und deren individuelle Entwicklung zu verfolgen.
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Einzelnachweise
Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 2021 Kategorie:Livealbum