Eidechse und Schwalbe (Kera ) ist ein Tiermärchen der Kera aus dem Tschad.Herrmann Jungraithmayr (Hrsg. und Übers.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus dem Tschad. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1981, S. 150, 274.

Handlung Als Regen aufzieht, fragt die Schwalbe die Eidechse, ob sie gemeinsam ein Haus bauen wollen. Die Eidechse erwidert jedoch, dass sie bereits ein Loch unter einem Baumstamm habe, zudem auch je ein Loch in der Erde sowie im Termitenhügel und lehnt das Angebot ab. Der Regen beginnt nun zu gießen und alle Löcher der Eidechse laufen voll Wasser, woraufhin die Eidechse zur Schwalbe geht und um Einlass bittet. Diese verhöhnt die Bittstellerin, die doch so viele Behausungen habe, also begibt sich die Eidechse auf die Suche nach Fliegen, um die Schwalbe versöhnlich zu stimmen. Die gefangenen Insekten werden daraufhin der Schwalbe geschält übergeben, sodass der Eidechse für die Leckereien Einlass gewährt wird. Als aber die Schwalbe nach dem Regen ausfliegt, um Brennholz zu besorgen, zündet die Eidechse ihr Haus an.

Hintergrund Das Märchen wurde 1972 oder 1973 in Fianga von Kolne erzählt und stammt aus Karen H. Eberts Sprache und Tradition der Kera (Teil 1: Texte, Berlin 1975, S. 60 ff.). In Herrmann Jungraithmayrs Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus dem Tschad (Düsseldorf / Köln 1981) erhielt es den Titel Eidechse und Schwalbe. Nach Stith Thompsons Motif-Index of Folk-Literature (6 Bände, Kopenhagen 1955–1958) wurde das Märchen dem Motiv K 2295.4: Eidechse als übler Freund der Schwalbe zugeordnet.

Literatur Herrmann Jungraithmayr (Hrsg. und Übers.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus dem Tschad. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1981, S. 150, 274.

Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Afrikanische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Tiermärchen Kategorie:Kultur (Tschad)