Ein Tiger kommt zum Tee (englischer Originaltitel The Tiger Who Came to Tea) ist ein Bilderbuch der britischen Kinderbuchautorin Judith Kerr, das 1968 mit ihren eigenen Illustrationen beim Collins Verlag veröffentlicht wurde. Die deutsche Erstausgabe erschien 1979 beim Maier Verlag.

Inhalt Die kleine Sophie und ihre Mutter sitzen gerade beim Tee, als es klingelt. Vor der Tür steht ein großer Tiger, der angibt, sehr hungrig zu sein und darum ersucht, zum Tee kommen zu dürfen. Sophie bittet den Tiger daraufhin herein. Als er bei Tisch sitzt, verschlingt er alles, was ihm angeboten wird: Sandwiches, Kuchen, den ganzen Tee, Milch, das Abendessen, das schon auf dem Herd bereitsteht, den gesamten Inhalt des Kühlschranks sowie des Vorratsschranks, die Biervorräte des Vaters und zu guter Letzt sogar noch das ganze Wasser aus der Wasserleitung. Erst dann verabschiedet sich der Tiger und bedankt sich für die Gastfreundschaft. Weil es kein Wasser mehr gibt, muss Sophie auf ihr Bad verzichten, und die Mutter steht vor dem Dilemma, was sie dem Vater zum Abendessen machen soll. Als dieser nach Hause kommt und von den Ereignissen des Nachmittags erfährt, beschließt er kurzerhand, die gesamte Familie zum Abendessen in ein Restaurant einzuladen. Die Geschichte endet damit, dass Sophie und ihre Mutter am nächsten Tag die Essenvorräte wieder aufstocken und zur Sicherheit auch eine große Dose mit Tigerfutter kaufen.

Rezeption Adèle Geras schreibt in ihrer Buchrezension: „Der besondere Reiz dieser Geschichte beruht auf zweierlei Aspekten: Erstens dem Eindringen eines exotischen Tigers in ein ganz gewöhnliches Wohnhaus, wo er, weil niemanden seine Anwesenheit beunruhigt oder auch nur überrascht, plötzlich selbst fast zur gewöhnlichen Hauskatze wird. Der zweite Aspekt ist das allgegenwärtige Risiko, dass die Situation umschlagen und bedrohlich werden könnte, obwohl Sophie und ihre Mutter an keiner Stelle Angst vor dem Tiger haben. Auch wenn junge Leser Tiger mögen, sind sie doch erleichtert, wenn sich die Tür hinter dem Besucher mit dem unersättlichen Magen schließt. […] Diese unprätentiös-witzige Geschichte überzeugt auch durch die schlichten, aber reizvollen Illustrationen. Der Clou ist der Schauder der drohenden Gefahr – mit einer Giraffe würde sie nicht funktionieren. Die Konnotationen, die bei einem Tiger mitschwingen, machen die Erzählung erst spannend.“

Hintergrund Weil Kerrs Ehegatte, ein Drehbuchautor, häufig beruflich unterwegs war, besuchten Judith und ihre zwei Jahre alte Tochter häufig den Zoo, um dort insbesondere die Raubkatzen zu sehen. Die Mutter dachte sich daraufhin eine Geschichte mit einem freundlichen aber unersättlichen Tiger aus. Diese Idee erprobte sie als Gute-Nacht-Geschichte an ihrer Tochter, die diese immer wieder hören wollte. Die Mutter fügte daraufhin dem Text noch ihre eigenen Illustrationen hinzu und mit 45 Jahren begann so Kerrs Schriftstellerkarriere, die sie zu einer der beliebtesten britischen Kinderbuchautorinnen machte.

Referenzen Ein Tiger kommt zum Tee wird in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 5+ Jahre empfohlen.

Ausgaben

Adaptionen 2019 entstand auf Grundlage des Buchs der britische Kurzanimationsfilm The Tiger Who Came to Tea.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Kinderliteratur Kategorie:Bilderbuch Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Tiger in der Kultur