Wie die Spinne Nzambis Tochter gewann und wieder verlor ist ein Märchen der Fiote aus dem Kongo.Almut Seiler-Dietrich (Hrsg. und Übers.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen der Bantu. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1980, S. 214–216, 281.

Handlung Nzambi hat eine wunderschöne Tochter, die sie aber nur demjenigen zur Frau geben will, der ihr das himmlische Feuer Nzambi Mpungus bringen könne. Die Spinne nimmt die Herausforderung an, bittet aber um Hilfe bei den Leuten. Sie steigt zum blauen Himmelsdach hinauf und befestigt daran einen Spinnfaden, der bis zur Erde reicht. Danach klettern sie, die Schildkröte, der Specht, die Ratte und der Sandfloh daran empor. Der Specht schlägt ein Loch in das Himmelsdach, sodass sie in Nzambi Mpungus Reich gelangen können, wo der Vater der Welt sie auf die Probe stellt. Er gebietet ihnen, ein Bund Bambus von der Erde zu holen, was die Schildkröte erledigt und sagt der Ratte, sie solle darunter kriechen. Dann zündet er das Gras an und da die Ratte überlebt, weiß er, dass die Fünf wirklich von Nzambi kommen.

Nzambi Mpungu berät sich daraufhin mit seinem Volk, was der Sandfloh heimlich belauscht und den anderen berichtet, und als der Vater der Welt dann wissen will, wo das himmlische Feuer aufbewahrt werde, kennen sie die Antwort. Er gibt ihnen den im Hühnerhaus aufbewahrten Kasten, womit sie zur Erde hinunter steigen, wo die Spinne Nzambi das Feuer überreicht. Dafür erhält sie Nzambis Tochter zur Frau. Die anderen meinen jedoch, dass sie sie, ob ihrer Taten, auch verdient hätten, also entscheidet Nzambi, sie doch keinem von ihnen zu geben, und entschädigt sie mit Waren. Ihre Tochter aber bleibt unverheiratet und kümmert sich um ihre Mutter.

Hintergrund Das Märchen stammt aus Richard Edward Dennetts Notes on the Folklore of the Fjort (London 1898, S. 74 ff.) und erhielt in Almut Seiler-Dietrichs Die Märchen der Weltliteratur – Märchen der Bantu (Düsseldorf / Köln 1980) den Titel Wie die Spinne Nzambis Tochter gewann und wieder verlor. Nzambi ist die Tochter des Himmelsgottes Nzambi Mpungu und eine Erdgöttin. Nach einem Mythos heiratete ihr Vater sie, nachdem er die Erde erschaffen und sie ihr gegeben hatte, wodurch die Menschen entstanden sind. Das Märchen ist auch in Harold Courlanders A Treasury of African Folklore (New York 1975) zu finden.

Literatur Almut Seiler-Dietrich (Hrsg. und Übers.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen der Bantu. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1980, S. 214–216, 281.

Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Afrikanische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Märchen Kategorie:Spinne als Thema Kategorie:Kultur (Republik Kongo)