mini|Joseph Hu Ruoshan (1926) mini|Wappen Joseph Hu Ruoshan (; auch Joseph Hu Jo-shan; * 2. Februar 1881 in Dinghai, Kaiserreich China; † 28. August 1962 in Hangzhou, Volksrepublik China) war ein chinesischer römisch-katholischer Geistlicher und Bischof von Taizhou. Er gehörte zu den ersten sechs einheimischen chinesischen Bischöfen der Neuzeit.
Leben Joseph Hu Ruoshan stammte aus einer Familie, die bereits in der achten Generation katholisch war. Er verwaiste mit fünf Jahren. Er trat früh in das Knabenseminar der Lazaristen (Vinzentiner) in Ningbo ein. Im Jahr 1906 trat er der Kongregation der Mission bei und legte seine Profess am 7. November 1908 ab. Am 5. Juni 1909 empfing er das Sakrament der Priesterweihe.
In den folgenden Jahren war er in der Seelsorge und in der Ausbildung tätig, unter anderem als Professor für Philosophie und Dogmatik am Priesterseminar von Ningbo. Er war beratender Theologe des Plenarkonzils von Shanghai im Jahr 1924.
Am 30. Juli 1926 ernannte ihn Papst Pius XI. zum ersten Apostolischen Vikar des neu errichteten Apostolischen Vikariats Taizhou (heute Bistum Taizhou). Die Bischofsweihe empfing er am 28. Oktober 1926 im Petersdom in Rom durch Papst Pius XI. Mitkonsekratoren waren Carlo Cremonesi, Titularerzbischof von Nicomedia, und Celso Benigno Luigi Costantini, Titularerzbischof von Theodosiopolis in Arcadia. Zusammen mit fünf weiteren chinesischen Priestern (Simon Zhu Kai-min, Apostolischer Vikar von Haimen, Aloysius Chen Guo-di, Apostolischer Vikar von Fenyang, Melchior Sun Dezhen CM, Apostolischer Präfekt von Lihsien, und Philippe Zhao Huai-yi , Apostolischer Vikar von Süanhwafu) wurde er damit zu einem der ersten einheimischen chinesischen Bischöfe der modernen katholischen Kirche. Die Weihe galt als wichtiger Schritt zur stärkeren Einbindung einheimischer Geistlicher in die Leitung der katholischen Kirche in China. Nach ihrer Abreise aus Rom bereisten die neuen Bischöfe Italien, Frankreich, Belgien und die Niederlande, wo sie von zahlreichen einheimischen europäischen Katholiken empfangen wurden.Wong, Stephanie M. (2025). Making Catholicism Chinese: the Catholic Church in a modernizing China. New York, NY, United States of America: Oxford University Press. ISBN 978-0-19-762369-5.
Nach seiner Rückkehr nach China widmete sich Hu dem Aufbau der kirchlichen Strukturen in Taizhou. Er förderte besonders die Ausbildung einheimischer Priester und die Gründung von Schulen. Mit der Erhebung des Vikariats zum Bistum am 11. April 1946 wurde er dessen erster Diözesanbischof.
Nach der Machtübernahme durch die Kommunistische Partei im Jahr 1949 und der Gründung der Volksrepublik China sah sich Hu zunehmenden Repressionen ausgesetzt. Im Zuge der Kampagnen gegen die Verbindung zum Vatikan wurde er 1955 verhaftet.
Joseph Hu Ruoshan verstarb 1962 während der Wirren der politischen Säuberungen (vor Beginn der Kulturrevolution) in der Haft oder unter Hausarrest in Hangzhou. Sein Schicksal galt lange Zeit als ungeklärt, bevor Details über seine letzten Jahre bekannt wurden.
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