mini|hochkant|Bildnis des Dietrich von KrachtKupferstich von 1649, Bartholomäus Kilian (zugeschrieben) Dietrich von Kracht (* 2. April 1603 in Brahme, Kreis Cottbus; † 6. Juli 1657 in Schlabendorf) war ein kurbrandenburgischer Oberst und Kommandant von Berlin, zuletzt K. u. K. Oberst, Chef eines Regiments zu Fuß und kursächsischer Kammerherr.

Leben Dietrich von Kracht stammte aus dem alten Adelsgeschlecht von Kracht und war ein Sohn des Balthasar (Baltzer) von Kracht auf Milkerstorff und der Marie von Buxdorf aus dem Hause Schlabendorf. Nach dem Besuch der Lateinschule in Kottbus kam er zu befreundeten Edelleuten, um adlige Sitten und das Waffenhandwerk zu erlernen, zu Bernhard von Pannewitz auf Babow und zu Joachim von Lestwitz in Schlesien. Er wurde Fähnrich bei einer Dragonerkompagnie des Herzogs Christian von Braunschweig. 1622 nahm er an der Schlacht bei Höchst teil. Nach der vernichtenden Niederlage des protestantischen Heeres floh er und trat in die Dienste des Prinzen Moritz von Oranien. Als er schwer erkrankte, kehrte er in seine Heimat zurück. Er trat als Fähnrich in brandenburgische Dienste bei seinem Vetter Isaak von Kracht und dann als Leutnant unter dem Oberst Adam George Gans von Putlitz. Der Kurfürst bestellte ihn als Kapitänleutnant bei der neu errichteten Dragoner-Garde. Als König Gustav Adolf nach Pommern kam, trat er als Hauptmann in schwedische Dienste. 1631 war er an der Schlacht bei Breitenfeld beteiligt und wurde zum Major befördert. Sein Chef wurde dann Graf von Löwenstein, der ihn zum Obristleutnant erhob. Bei der Bestürmung von Heiligenstadt im Eichsfeld wurde er schwer verwundet. Nach eineinhalb Jahren Genesungszeit wurde er unter Herzog Wilhelm von Weimar Obristleutnant bei der Artillerie. Nach Gustav Adolfs Tod trat er wieder in brandenburgische Dienste.

1634 wurde er als Mitglied Nr. 233 unter dem Gesellschaftsnamen „Der Beißende“ in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Nach der Übergabe der belagerten Festung Dömitz wurde er deren Kommandant und erhielt ein kurfürstliches Patent, ein Regiment zu werben. Mit diesem Regiment zu Fuß wurde er 1638 nach Berlin gelegt wurde Kommandant von Berlin. Als Kommandant von Berlin traf er im Januar 1641 eine folgenschwere Entscheidung: Auf Befehl des Statthalters Adam Graf von Schwarzenberg ließ er die Cöllner Vorstädte niederbrennen, um dem heranrückenden schwedischen Heer die Deckung zu nehmen und die Verteidigung der Stadt zu ermöglichen. Nach dem Tod des Kurfürsten Georg Wilhelm kam es zu Spannungen mit dem neuen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, da Kracht zu den „Renitenten“ (Widerspenstigen) zählte, die sich den Reformen des Herrschers widersetzten. In der Folge trat er, wie auch andere Offiziere dieser Zeit, in kaiserliche Dienste über und verließ 1641 die brandenburgischen Dienste. Er ging als Obrist der Artillerie zum Herzog Franz Albrecht von Sachsen-Lauenburg. Nach der Schlacht bei Schweidnitz wurde er zum kaiserlichen Obristen erhoben.

Es folgten acht Jahre als Kommandant von Breslau, dann wurde er vom Kaiser in den Freiherrenstand erhoben. 1656 reiste er nach Wien und zog mit dem kaiserlichen Hofstaat zur Krönung Leopolds I. zum König von Böhmen nach Prag. Dort wurde er zum Ritter geschlagen. Kurz darauf kehrte er wegen einer Erkrankung in seine Heimat zurück, wo er im Alter von 54 Jahren starb. Er hinterließ als Witwe Dorothea Magdalena, eine Tochter des Hauses der Marschalle von Herrengosserstädt, mit der er dreizehn Jahre in kinderloser Ehe gelebt hatte.

Literatur

Weblinks Kracht [Cracht, Kranche], Dietrich von. In: Der Dreißigjährige Krieg in Selbstzeugnissen, Chroniken und Berichten. Abgerufen am 11. Mai 2026

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