Jacometto Veneziano (* im 15. Jahrhundert, † im 15. Jahrhundert) war ein italienischer Maler.
Leben Jacometto war ein venezianischer Maler und Zeichner der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Um 1481/82 porträtierte er den damals elfjährigen Pietro Bembo im Profil. Marcantonio Michiel erwähnt dieses Bild später im Haus der Familie Bembo in Padua. Aus einem Empfehlungsschreiben des Humanisten Placiola an einen Rat des Markgrafen Francesco Gonzaga vom 10. September 1497 geht hervor, dass Jacometto zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war und besonders als Miniaturmaler hohes Ansehen genoss. Dort wird er sogar als „der größte Künstler der Welt“ bezeichnet.
Michiel berichtet außerdem von vier Miniaturen in einem Gebetbuch, die Jacometto für Giovanni Michiel geschaffen hatte. Diese befanden sich zunächst im Besitz von Francesco Zio und später bei Antonio Odoni. Darüber hinaus nennt Michiel ein Skizzenbuch mit Federzeichnungen von Tieren und Kandelabern, ein in Helldunkel ausgeführtes Porträt bei Gabriele Vendramin, ein kleines Heiligenbild bei Pietro Bembo sowie Tierdarstellungen in Helldunkel im Besitz von Giovanni Antonio Venier. Besonders hervor hebt er ein Diptychon mit den Bildnissen eines Contarini und einer Nonne.
Vermutlich handelt es sich dabei um dasselbe Werk, das 1567 im Inventar von Gabriele Vendramin beschrieben wurde, obwohl dort Giovanni Bellini als Maler genannt wird und der Name der dargestellten Person fehlt. Entscheidend für die Identifikation ist die Angabe, dass sich auf der Rückseite des männlichen Porträts eine Hirschkuh befand. Dadurch konnte das Werk mit dem heute in der Wiener Galerie Liechtenstein befindlichen Doppelporträt gleichgesetzt werden.
Das Diptychon zeigt eine außerordentlich feine, fast miniaturhafte Malweise und steht stilistisch deutlich unter dem Einfluss Antonellos da Messina. Die Kunsthistoriker Adolfo Venturi und Lionello Venturi schrieben das Werk deshalb direkt Antonello zu, ohne Michiels Hinweise auf Jacometto zu berücksichtigen.
Die enge Verbindung zwischen Jacomettos Stil und dem Antonellos wird auch durch Michiels Beschreibung eines kleinen Hieronymusbildes deutlich, das sich damals bei Antonio Pasqualino und heute in der National Gallery in London befand. Viele hielten das Gemälde für ein Werk Antonellos oder eines niederländischen Malers. Michiel bemerkte jedoch, das Gesicht sei „auf italienische Weise vollendet“ und wirke wie von Jacomettos Hand geschaffen. Heute gilt das Bild allgemein als Werk Antonellos, doch eine teilweise Mitarbeit Jacomettos lässt sich nicht völlig ausschließen.
Schließlich wird 1564 im Nachlass Antonio Grimanis ein großes Porträt erwähnt, das angeblich von Jacometto stammen soll. Stilistisch verwandt mit dem Contarini-Bildnis ist außerdem eine Miniatur aus der Sammlung Heseltine in London, die den Dogen Andrea Vendramin, dessen Sekretär und einen Kardinallegaten zeigt. Dieses Werk wurde 1912 im Burlington Fine Arts Club noch Giovanni Bellini zugeschrieben.
Werke (Auswahl)
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