Das Schäffer-Quartett war ein deutsches Streichquartett, das 1948 von dem Geiger Kurt Schäffer gegründet wurde. Das Ensemble gehörte zu den bedeutenderen deutschen Kammermusikformationen der Nachkriegszeit und wurde insbesondere durch seine Einspielungen der Streichquartette Beethovens bekannt.
Geschichte Das Schäffer-Quartett wurde 1948 von Kurt Schäffer gegründet. Es entstand in der Nachkriegszeit und gehörte zu den Kammermusikformationen, die am Wiederaufbau des westdeutschen Musiklebens beteiligt waren.
Das Ensemble bestand im Laufe seiner Geschichte in unterschiedlichen Besetzungen. Eine frühe Formation war bereits in den späten 1940er- und 1950er-Jahren aktiv und spielte Werke von Mozart und Haydn ein.
Besonders bekannt wurde die in den späten 1950er- und 1960er-Jahren aktive Besetzung mit Kurt Schäffer, Franz-Josef Maier, Franz Beyer und Kurt Herzbruch. In dieser Formation entstand unter anderem ein vollständiger Zyklus der Beethoven Streichquartette, der zwischen 1957 und 1959 in der Schola Cantorum de Paris aufgenommen wurde.
Repertoire und Stil Das Repertoire des Quartetts umfasste Werke der Wiener Klassik, der Romantik sowie der Moderne. Neben Beethoven, Mozart, Haydn und Schubert spielte das Ensemble auch zeitgenössische Kammermusik.
Retrospektive Rezensionen der wiederveröffentlichten Aufnahmen hoben insbesondere den homogenen Ensembleklang, die interpretatorische Geschlossenheit sowie die expressive Gestaltung der Beethoven- und Schubert-Interpretationen hervor.
Mitglieder Zu den Mitgliedern des Ensembles gehörten in unterschiedlichen Besetzungen unter anderem:
Kurt Schäffer – 1. Violine Franz-Josef Maier – 2. Violine Franz Beyer – Viola Kurt Herzbruch – Violoncello Paul Schröer – Viola Rudolf Metzmacher – Violoncello
Eine archivalische Quelle im Nachlass des Schriftstellers Norbert Voß nennt Kurt Schäffer, Franz Josef Maier, Paul Schröer und Kurt Herzbruch als Mitglieder des Quartetts.
Tonaufnahmen Die Tonaufnahmen des Schäffer-Quartetts erschienen auf verschiedenen europäischen Labels, darunter Le Club Français du Disque, Musical Masterpiece Society sowie Guilde du Disque. Besonders bedeutend ist der vollständige Beethoven-Zyklus des Ensembles, der in Paris aufgenommen und später von Forgotten Records wiederveröffentlicht wurde.
Weitere Nachweise zu Einspielungen des Quartetts finden sich in Diskografien und Sammlungsbeständen, darunter Discogs und die Bertelsmann Vinyl Collection. Ein Teil der historischen Aufnahmen wurde später digital restauriert und über Streaming-Plattformen sowie Online-Archive erneut zugänglich gemacht.
Ausgewählte Aufnahmen Ludwig van Beethoven: Die Streichquartette (Gesamtaufnahme), aufgenommen 1957–1959 in der Schola Cantorum de Paris. Franz Schubert: Streichquartette, darunter Der Tod und das Mädchen. Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartette und Kammermusikwerke. Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze.
Rezeption Die Wiederveröffentlichungen der Aufnahmen durch Forgotten Records führten zu einer erneuten kritischen Beschäftigung mit dem Ensemble. Rezensionen bei MusicWeb International würdigten insbesondere den homogenen Ensembleklang sowie die interpretatorische Geschlossenheit der Beethoven- und Schubert-Aufnahmen.
Einzelnachweise
Kategorie:Kammermusikensemble Kategorie:Musikgruppe (Deutschland) Kategorie:Ensemble (Neue Musik) Kategorie:Gegründet 1948 Kategorie:Streichquartett (Ensemble)