mini|hochkant|Wappen derer von der Arcken gemäß Blasonierung bei Anton Fahne Die Familie von der Arcken (auch: Arken, Arck, Arca o. ä.) war ein Kölner Patriziergeschlecht mit Stammsitz im Schrein Bachem zu Köln. Das Geschlecht stellte mehrfach Bürgermeister von Köln, von denen der Bürgermeister Johann von der Arcken heraussticht, der zusammen mit dem Bürgermeister Johann von Heymbach den Bau des Gürzenichs beauftragte.Johann Jakob Merlo: Haus Gürzenich zu Köln, sein Saal und dessen Feste. Nach den Urkunden. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, 1885, 43, S. 1–79.
Die Kölner Familie von der Arcken ist von dem Geschlecht von der Arcken aus Koblenz (Wappen: In Rot ein silberner Balken)Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band I (Mappe 1–85, Achatius–Besendriesch),(= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Nr. 59), Köln 1992, S. 321–330.Hermann von Goeckingk: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter), 7. Abt.: Der abgestorbene Nassauische Adel, Nürnberg 1882, S. 43 (uni-goettingen.de) und Tfl. 71 (uni-goettingen.de). und den von der Arck aus Grevenbroich (Wappen: In Silber ein schwarzer Balken begleitet von drei (2:1) schwarzen Seeblättern)Herbert M. Schleicher: Die genealogisch-heraldische Sammlung des Kanonikus Joh. Gabriel von der Ketten in Köln, Band I (A–D) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Neue Folge Nr. 22), Köln 1983, S. 61–65.Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band I (Mappe 1–85, Achatius–Besendriesch),(= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Nr. 59), Köln 1992, S. 312–320. zu unterscheiden.
Geschichte Die Arken wurden im Mittelalter in Köln in den Rhein vorgeschobene Wachthäuser genannt, die durch weitgespannte BögenArchitektonischer Bogen lateinisch = arcus. und Wehrgänge über den Leinpfad hinweg mit den Türmen der Stadtbefestigung verbunden waren.Hans Vogts: Die profanen Denkmäler [der Stadt Köln]. Stadtbefestigungen, Rathaus, städtische Festhäuser, städtische Kaufhäuser, militärische Gebäude der Reichsstadt, bischhöfliche Paläste, Gerichtsdenkmäler, Bauten für die preussische Regierung, Bauten für kulturelle Zwecke, Zunftdenkmäler, Wohnhäuser, öffentliche weltliche Denkmäler, in: Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln, herausgegeben im Auftrage des Provinzialverbandes der Rheinprovinz und der Stadt Köln, Band 2, Teil 4, 1930, S. 78. Auch gab es in der mittelalterlichen SchwalbengasseAltes Köln: Schwalbengasse (Abgerufen am 15. Mai 2026.) den Hof zur Arken.Hermann Keussen: Köln im Mittelalter. Topographie und Verfassung, Bonn 1918, S. 96.
Die Genealogie dieses Geschlechts ist größtenteils nicht überliefert, weil das Schreinsbuch des Schreins Bachem weitgehend zerstört wurde. Dennoch sind folgende Angehörige dieses Geschlechts bekannt:
1287 urkundete Richmudis, Witwe des Kölner Bürgers Johann des Jüngeren gt. de arca. Sie verkaufte ihr Erbe auf der Straßburgergasse. 1337 war Hermanus de Arca, ⚭ mit Sophia, Hausbesitzer in der Kölner Pfarrei St. Alban. Vermutlich identisch oder nah verwandt mit Hermann von der Arken Senior (= der Ältere), 1352 Hausbesitzer in St. Alban. Hermann (I.) von der Arken war 1394 und 1396 Ratsherr im Weiten Rat Kölns. Er war Vater von NesginNesgin: zusammen mit Nesgen eine historische, im Rheinland und in Westfalen gebräuchliche Koseform (Diminutiv) des altgriechischen Vornamens Agnes., die mit Jakob (I.) von Dauwe verheiratet war, sowie von Johann von der Arken, des langjährigen Bürgermeisters KölnsCybele Crossetti de Almeida: Führende Kölner Familien im Spätmittelalter. Eine prosopographische Untersuchung, Dissertation Bielefeld 2008, 1. Auflage Göttingen 2015, S. 170 f. 1361 erwarb Christine, Schwester Hermanns des Jüngeren von der Arcken, das Haus Zabelbank in der Pfarrei Klein St. Martin. 1392 erfährt man von dem Propst von Hirzenach Conrad von der Arcken.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0504 / Siegburg, Urkunden AA 0504, Nr. 403, abgerufen am 10. Mai 2026. Johann von der Arcken war ein Sohn des Hermann (I.) und zwischen den Jahren 1415 und 1449 elfmal im Dreijahresturnus Ratsherr und zwischen den Jahren 1429 und 1448 siebenmal Bürgermeister von Köln. 1433 gehörte er zu den Schiedsrichtern, die den Schiedsspruch über den Erzbischof Dietrich von Köln und Herzog Adolf von Berg über sämtliche Güter sprachen.Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 2, Heberle, Köln und Bonn 1853, S. 2 (hhu.de). 1441 beauftragte er den Bau des Gürzenichs. 1433 war Bruyn von der Arcken Schöffe zu Köln.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0640 / Handschriften AA 0640, Nr. A III 17, abgerufen am 10. Mai 2026. 1462 waren folgende Personen an das Haus Bachem am Griechenmarkt geschrieben: Hermann von der Arcken, Dekan zu Koblenz, und Johann von der Arcken, der vielleicht identisch mit dem Bürgermeister ist. 1467 war Gobel von der Arcken (Vize)graf (vicecomes) des Kölner Kriminalgerichts. 1474 waren (letzterer?) Gobel von der Arcken und seine Gattin Druda an das eben genannte Haus geschrieben. 1512 war Eberhard von der Arcken, Schwager des Otto Waldpott von Bassenheim, kurkölnischer Vasall. 1571 erschien ein Johann von der Arcken. 1583 reichten die Erben Kivers und Abts vor dem Reichskammergericht eine Apellationsklage gegen Wilhelm von der Arcken, Nachfahre des Bürgermeisters Johann von der Arcken, ein. 1599 war Hilger von der Arcken Bürgermeister von Bonn. 1601 trat Franz von der Arcken zu Barrenstein auf. Anton Fahne gab an, dieser sei ein Angehöriger derer von der Arcken aus Köln, jedoch ist es wahrscheinlicher, dass Franz der Grevenbroicher Familie zuzuordnen ist, da Barrenstein ein Teil dieser Stadt ist. 1620 ist ein Georg von der Arcken bekannt. Seine Zugehörigkeit zu den Kölner von der Arcken ist ebenfalls fraglich.
Folgende Personen, die aus dem Grevenbroicher Geschlecht von der Arck stammten, ordnete Fahne fälschlicherweise den Kölner von der Arcken zu: 1617 war Peter von der Arck(en) Vogt von Königshoven. 1622 erschienen Johann von der Arck(en) und seine Schwester Agnes, die mit Wilhelm von Blittersdorf zu Königshoven verheiratet war.
Laut Otto Titan von Hefner starb das Geschlecht im 16. Jahrhundert aus.
Wappen Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts nachgewiesen.Die Geschichte der deutschen Wappenbilder. Aus Ralf von Retberg's Nachlasse, Frankfurt am Main 1888, S. 70 (Leuchter. Arcken in Köln). Blasonierung: Ein fünfarmiger (3:2) Leuchter. Auf dem Helm ein offener Flug.
Literatur Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 7 (hhu.de). Cybele Crossetti de Almeida: Führende Kölner Familien im Spätmittelalter. Eine prosopographische Untersuchung, Dissertation Bielefeld 2008, 1. Auflage Göttingen 2015, S. 170 f. Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, herausgegeben von einigen deutschen Edelleuten, Band 1 (A–K), Georg Joseph Manz, Regensburg 1860, S. 39 (Google Bücher).
Einzelnachweise
Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht