mini|200px|Pedro Abad Santos (1922) Pedro „Don Perico“ Abad Santos y Basco (* 31. Januar 1876 in San Fernando, Pampanga, Generalkapitanat der Philippinen, Spanisch-Ostindien; † 15. Januar 1945 in Minalin, Pampanga) war ein philippinischer Arzt, Rechtsanwalt und Politiker, der 1932 die Sozialistische Partei gründete, die 1938 mit der Kommunistischen Partei fusionierte. 1941 trat er als Präsidentschaftskandidat an, zog sich jedoch vor der Wahl zurück.
Leben Pedro Abad Santos y Basco war ein Sohn von Vicente Abad Santos und Toribia Basco sowie ein älterer Bruder von José Abad Santos (1886–1942), der unter anderem mehrmals Justizminister (1922 bis 1923, 1928 bis 1932, 1938 bis 1941), von 1941 bis 1942 Finanzminister sowie zwischen 1941 und 1942 außerdem Präsident des Obersten Gerichtshofes war. Er besuchte das Colegio de San Juan de Letran und absolvierte ein Studium der Medizin an der University of Santo Tomas, das er mit einem Doktor der Medizin (M.D.) beendete, und war daraufhin als Arzt tätig. 1896 wurde er Mitglied des nationalistischen Geheimbundes Katipunan. Nach einem weiteren Studium der Rechtswissenschaften an der Ateneo de Manila University, das er mit Auszeichnung abschloss, nahm er nach seiner anwaltlichen Zulassung eine Tätigkeit als Rechtsanwalt auf.
Sein politisches Engagement für die Nationalistische Partei (Nacionalista Party) begann Abad Santos als Mitglied des Gemeinderates von San Fernando, dem er zwischen Januar 1910 und März 1912 angehörte. Am 16. Oktober 1916 wurde er als Nachfolger von Andrés Luciano zum Mitglied des Repräsentantenhauses gewählt, des Unterhauses der Legislative (Philippine Legislature), und vertrat in diesem in der vierten sowie fünften Legislaturperiode bis zum 6. Juni 1922 den zweiten Wahlbezirk von Pampanga, woraufhin Vicente E. Manapat seine Nachfolge antrat. Er kandidierte 1927, 1934, 1937 und 1940 bei den Wahlen zum Gouverneur der Provinz Pampanga, verlor aber bei jeder Wahl gegen Sotero Baluyut
mini|200px|Pedro Abad Santos-Denkmal in San Fernando. Zwischenzeitlich gründete Abad Santos 1932 die Sozialistische Partei PSP (Partido Sosyalista ng Pilipinas), die sich am 7. November 1938 mit der am 26. Oktober 1932 vom Obersten Gerichtshof verbotenen, illegalen Kommunistischen Partei PKP (Partido Komunista ng Pilipinas) von Crisanto Evangelista zur Communist Party of the Philippines (CPP) zusammenschloss. 1933 gründete er ferner die Gewerkschaft Aguman ding Maldang Talapagobra und gehörte ferner am 26. Juni 1935 gemeinsam mit Jose Timog, Alfonso Mendoza, Pablo Manlapit und Miguel Cornejo die Nationalsozialistische Partei PPS (Partido Pambansang Sosyalista), deren Vorsitzender bis zur Auflösung 1936 Emilio Aguinaldo war. Von 1935 bis zum Ausbruch des Pazifikkrieges 1941 war der als „Don Perico“ bekannte Pedro Abad Santos der anerkannte Anführer der Bauernschaft in Zentral-Luzon. Als Angehöriger der Landaristokratie, der von seinen provinziellen Standesgenossen – den „Hacenderos“ – als Verräter betrachtet wurde, widmete er sein verbleibendes Leben der Sache der Bauern. Unter seiner Führung führten die Bauern und Landarbeiter zahlreiche Protestaktionen durch – von Streiks über das Niederbrennen von Reis- und Zuckerrohrfeldern bis hin zum Abtransport landwirtschaftlicher Erzeugnisse.Maria Christine N. Halili: Philippine History, 2010, ISBN 978-971-23-5636-0, S. 170 f.
Abad Santos erklärte seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl am 11. November 1941, zog seine Bewerbung allerdings noch vor dem Wahlgang zurück. Am 25. Januar 1942 verhafteten die japanischen Besatzungstruppen ihn, Crisanto Evangelista, Guillermo Capadocia und weitere Führungspersönlichkeiten während einer Zusammenkunft auf dem Anwesen der Familie Abad Santos in Ermita, Manila. Er befand sich noch immer im Fort Santiago in Haft, als sein Bruder José Abad Santos – der im Dezember 1941 Präsidenten des Obersten Gerichtshofs ernannt worden war – von den Japanern hingerichtet wurde. 1944 wurde er aufgrund nachlassender Sehkraft und eines Magenleidens aus der Haft entlassen und verblieb unter Hausarrest in Paco, Manila, wo er am 15. Januar 1945 an einem akuten Geschwür mit Darmkomplikationen verstarb.
Einer seiner Neffen war Vicente Abad Santos (1916–1993), der zwischen 1970 und 1979 als Justizminister sowie 1979 bis 1986 ebenfalls als Beisitzender Richter am Obersten Gerichtshof fungierte. Seine Großnichte Jamby Madrigal (* 1958) war zwischen 2004 und 2010 Senatorin und kandidierte als Parteilose bei der Präsidentschaftswahl am 10. Mai 2010 ohne Erfolg für das Amt der Staatspräsidentin. Sein Urgroßneffe Bong Suntay (* 1970) war zwischen 2019 und 2022 Mitglied des Repräsentantenhauses, dem er seit 2025 erneut angehört.
Literatur Antonio S. Tan: The ideology of Pedro Abad Santos’ Socialist Party, Asian Center, University of the Philippines, Quezon City 1984
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