Gerard Houckgeest, auch Gerrit oder Geraert (* um 1600 in Den Haag; † August 1661 in Bergen op Zoom), war ein niederländischer Architekturmaler.
Leben Gerard Houckgeest war der Neffe des Joachim Ottensz. Houckgeest. Im Jahr 1625 trat er der Lukasgilde in Den Haag bei und siedelte 1635 nach Delft um, wo er am 17. August 1635 einen Heiratsvertrag abschloss. Durch seine Heirat am 1. November 1636 wurde er ein wohlhabender Grundbesitzer. Am 22. Juli 1639 trat er der Delfter Lukasgilde bei und 1640 wurde er als Zeichner für die Teppiche des Saales der Staatenversammlung erwähnt. 1649 verkaufte er sein Haus in Delft und am 15. März 1652 lebte er in Steenbergen in Brabant. Von 1653 bis 1654 arbeitete er als Gutsbesitzer in Bergen op Zoom, wo er Häuser, Ländereien und Pferde kaufte. Sein Wohnhaus nannte sich de groote valk und hatte eine Pyramide auf dem Giebel. Houckgeests Gemälde sind sehr geschätzt. Besonders bekannt ist sein Werk, das das Innere der Delfter Nieuwe Kerk mit dem Grabmal des großen Oraniers von Hendrick de Keyser zeigt. In der Darstellung holländischer Kirchenräume um 1650 nahm er eine wichtige Stellung ein, zusammen mit Hendrick Cornelisz. van Vliet und Emanuel de Witte.
Von seiner frühen Schaffenszeit sind keine gesicherten Werke bekannt, jedoch entstand um 1635 eine Radierung mit einer Kirchenansicht. Seine späteren Werke zeigen eine klare Entwicklung, in der er von dunklen Farben und frontaler Architektur zu hellen, klaren Farben und räumlichen Perspektiven überging. Diese Veränderung stellt einen Höhepunkt in der Entwicklung des Architekturbildes dar. Die Figuren in seinen Werken wurden größer und in natürlichen Verhältnissen zum Raum dargestellt. Ein ungewohntes Motiv für Houckgeest zeigt ein Werk, das in einem Katalog einer Auktion 1786 beschrieben wurde: Ein Herr sitzt schreibend im Gespräch mit einer Dame in einem altmodischen Zimmer mit Fenstern, durch die Figuren unter Bäumen sichtbar sind.
Einige seiner Werke befinden sich in öffentlichem Besitz, unter anderem in Aachen, Amsterdam und St. Petersburg. Houckgeest signierte meistens mit „GH“. In der Ermitage in St. Petersburg ist ein Werk mit der Signatur „G Houckgeest“ vorhanden. Es gibt mehrere Zustände seiner einzigen bekannten Radierung, die für eine Publikation von Symon Bosboom verwendet wurde. In der Literatur wird diese Radierung oft einem nicht bekannten Cornelis Houckgeest zugeschrieben, wobei dieser Name vermutlich auf einer falschen Lesung der Initiale basiert.
Werke (Auswahl)
Literatur
Weblinks
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