Wysoka () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Rychliki im Powiat Elbląski.
Geographische Lage Wysoka liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, zwölf Kilometer südwestlich der Stadt Pasłęk bzw. 18 Kilometer südöstlich der Kreismetropole Elbląg.
Geschichte Das Dorf Das einstige Hoendorff, Hondorf, Hoggendorff und Hohendorf stammte aus der Ordenszeit und bestand aus einem Gut mit sehr großem Park mit Kapelle und Teich.Dietrich Lange. Hohendorf, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Am 6. Januar 1321 wurde erwähnt, dass der Komtur von Christburg, Luther von Braunschweig, Hoendorff eine Handfeste verlieh.GenWiki: Hohendorf (Landkreis Preußisch Holland)
Hohendorf war 1785 ein adliger Hof, Vorwerk und Dorf nebst einer dazugehörigen Mühle bei 16 Feuerstellen, 1820 ein adliges Gut mit 25 Feuerstellen bei 258 Einwohnern.
Am 28. Mai 1874 wurde Hohendorf ein Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg.Rolf Jehke: Amtsbezirk Groß Tippeln/Hohendorf/Tippeln Eingegliedert war lediglich der Gutsbezirk Hohendorf.
330 Einwohner zählte Hohendorf im Jahre 1885, 328 waren es im Jahre 1910. Zum Ort gehörten die Wohnplätze Grundmühle und Koppelland.
Am 30. September 1928 schloss sich der Gutsort Hohendorf mit Stühmswalde zur neuen Landgemeinde Hohendorf zusammen. Der Amtsbezirk Hohendorf wurde aufgelöst, und die Landgemeinde Hohendorf in den Amtsbezirk Tippeln eingegliedert. Die Einwohnerzahl dieser Landgemeinde belief sich im Jahre 1933 auf 538, im Jahre 1939 auf 488.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Preußisch Holland
Im Jahre 1945 wurde in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen überführt. Hohendorf erhielt die polnische Namensform „Wysoka“ und ist heute eine Ortschaft innerhalb der Gmina Rychliki im Powiat Elbląski, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Wysoka 335 Einwohner.
Das Herrenhaus Hohendorf verfügte über ein imposantes barockes Herrenhaus.Informationszentrum Ostpreußen: Wysoka – Hohendorf Im Jahre 1806 war es errichtet worden. Von 1843 bis 1882 war Alexander von Below hier der Hausherr, oftmals war Otto von Bismarck hier zu Gast. Hier residierte auch der Gichtelianer Franz Skirl, der die „Engelsbrüder“ anführte, in seiner Nachfolge sein Sohn Gustav Skirl.
Im Jahre 1945 wurde das Gebäude in die Luft gesprengt und die Trümmer beseitigt. Nur Kellergewölbe blieben erhalten, aber auch noch Wirtschaftsgebäude wie ein großer Getreidespeicher.
Religion Bis 1945 war Hohendorf in die evangelische Kirche in Reichenbach im Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 472 außerdem in die römisch-katholische Kirche in der Stadt Preußisch Holland im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt.
Heute gehört Wysoka evangelischerseits zur St.-Georgs-Kirche in Pasłęk, eine Filialkirche der Pfarrei Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, sowie katholischerseits zur Pfarrei in Rychliki im Dekanat Pasłęk II im Bistum Elbląg.
Mehrere Jahrzehnte bestand in Hohendorf eine Gruppe der aus den Niederlanden stammenden Gemeinschaft der Gichtelianer mit Vater und Sohn Franz († 1906) und Gustav Skirl (1859–1922). Die sich auch „Engelsbrüder“ nennenden zehn Junggesellen strebten nach engelhafter sexueller Reinheit und vermieden es, zu heiraten. Sie betrieben einen Hof und besaßen gemeinsames Eigentum. Im Jahre 1933 enteigneten die Nationalsozialisten die Gruppe, und Gauleiter Erich Koch vereinnahmte ihr wertvolles Vermögen.
Verkehr Wysoka liegt an einer Nebenstraße, die bei Marwica von der Woiwodschaftsstraße 527 abzweigt und über Powodowo nach Stare Dolno führt. Eine von Nowe Kępniewo über Stankowo kommende Straße endet in Wysoka.
Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Persönlichkeit Alexander von Below (1801–1882), Reichstagsabgeordneter und Mitglied des preußischen Herrenhauses, war ab 1843 Gutsbesitzer auf Hohendorf. Er starb hier am 3. September 1882.
Weblinks Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Hohendorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Rychliki