Jesse Stone: Lost in Paradise ist ein US-amerikanischer Kriminalfilm von Robert Harmon. Er ist die neunte und letzte Episode der Fernsehfilmreihe Jesse Stone und hatte in den USA 2015 und in Deutschland 2019 Premiere.

Handlung Jesse Stone übernimmt eine Stelle als unbezahlter Berater bei der Mordkommission der Massachusetts State Police. Er arbeitet dort unter der Leitung von Lt. Sydney Greenstreet, die ihm die Akten zu mehreren Mordfällen übergibt. Stone nimmt den Job aus Langeweile an, und weil er sich einsam fühlt, nachdem sein treuer Hund „Reggie“ gestorben ist. Nach Durchsicht der Akten widmet Stone einem Fall besondere Aufmerksamkeit: Es geht um das vierte Opfer eines brutalen Serienmörders, der seine Opfer bei lebendigem Leibe aufschlitzt und ihnen die Eingeweide herausschneidet. Alle wurden auf die gleiche Weise zugerichtet – ein Detail, das nicht an die Öffentlichkeit gelangt war. Der inhaftierte Mörder – ein Mann namens Richard Steele, bekannt als der „Boston Ripper“ – bekennt sich stolz zu den ersten drei Morden, besteht jedoch darauf, den vierten Mord nicht begangen zu haben. Nach einem Verhör des Mörders kommt Stone zu dem Schluss, dass dieser ein „krankes Schwein“ ist, aber nicht auch das vierte Opfer tötete, eine Frau namens Mavis Davies.

Stone befragt Mavis’ Ehemann, Bruce Davies, der verbittert ist, seit er im Zuge der Ermittlungen erfuhr, dass seine Frau zum Zeitpunkt ihrer Ermordung als hochpreisige Prostituierte arbeitete. Als Stone ihn um Hilfe bittet, verweigert Davies seine Kooperation bei den Ermittlungen. Stone erkundigt sich nach Mavis’ Hund, der auf einigen Fotos vom Tatort zu sehen ist, und erfährt von Davies, er habe „Steve“ in einem Tierheim abgegeben, nachdem der Hund die Nahrungsaufnahme verweigert hatte. Stone begibt sich zu dem Tierheim und adoptiert den Hund in letzter Minute, kurz bevor er eingeschläfert werden soll. Der Hund sieht „Reggie“ verblüffend ähnlich. Zuhause angekommen, verweigert der Hund weiterhin das Futter.

Unterdessen trifft Stone in einem Park auf ein dreizehnjähriges Mädchen namens Jenny, das dort Marihuana raucht. Er ruft seinen Freund und Kollegen Luther Simpson aus Paradise an und bittet ihn, die häuslichen Verhältnisse des Mädchens zu überprüfen. Luther findet heraus, dass die Mutter des Mädchens Alkoholikerin ist und ihre Tochter schlägt. Später, nachdem er Jenny mit einem blauen Auge gesehen hat, sucht Stone ihre Mutter auf und bietet ihr einen „Gutschein“ an, damit sie sich wegen ihrer Alkoholsucht in die Behandlung von Dr. Dix – Stones eigenem Psychiater – begeben kann. Zugleich droht er, sie zu verhaften, falls sie ihre Tochter erneut schlägt.

Als Stone nach Hause zurückkehrt, bietet er Steve Spaghetti mit Fleischbällchen an, die der Hund zu seiner Überraschung tatsächlich frisst.

Zurück bei den Ermittlungen trifft sich Stone mit Detective Dan Leary, der den Mörder verhaftete. Er versichert Stone, er sei fest davon überzeugt, dass der „Boston Ripper“ alle vier Morde begangen habe, zumal die Morde aufgehörten, seit Richard im Gefängnis sitzt. Im Zuge seiner weiteren Ermittlungen befragt Stone den Gerichtsmediziner und stellt dabei fest, dass der toxikologische Bericht in der Akte fehlt. Stone teilt Lt. Greenstreet mit, er vermute, dass die Akte „bereinigt“ worden sei. Später bespricht Stone den Fall mit seinem Psychiater Dr. Dix – einem ehemaligen Polizisten –, der ihm den Rat gibt: „Wenn dir die Antworten, die du erhältst, nicht gefallen, dann überprüfe deine Prämissen.“

Stone sucht den Gangster Gino Fish auf und erfährt von ihm, wo das vierte Opfer als Prostituierte gearbeitet hat. Der Betreiber der „Partnervermittlung“ erzählt Stone von Mavis Davies’ Freundin Charlotte, die vor kurzem aus dem Geschäft ausgestiegen ist. Stone erfährt von Charlotte, die nun unter ihrem bürgerlichen Namen Amelia Hope ein Café führt, dass Mavis eine Affäre mit einem Polizeibeamten hatte.

Zurück in Lt. Greenstreets Büro offenbart Stone seinen Verdacht: Er glaubt, dass Detective Leary Mavis’ Liebhaber war und sie auf die gleiche Weise ermordete wie der „Boston Ripper“. Zudem weist er darauf hin, dass zum Zeitpunkt der Taten sämtliche Berichte routinemäßig an das inzwischen aufgelöste und in Vergessenheit geratene „Law Enforcement Teletype System“ übermittelt wurden und dass diese dort noch vollständig vorliegen müssten. Als Greenstreet daraufhin das aktuelle „National Law Enforcement Telecommunications System“ (NLETS) konsultiert, bestätigt sich der Verdacht: Die Aufzeichnungen belegen, dass Leary, als er noch bei der Sittenpolizei tätig war, Mavis wegen Prostitution verhaftet hatte. Dies ist ein weiterer Fall von Aktenmanipulation, der Leary nun schwer belastet.

Kurz darauf taucht Leary in Amelias Café auf und behauptet, Stone habe ihn geschickt. Amelia erkennt sofort, dass sie in großer Gefahr ist, und versucht zu fliehen, doch Leary legt ihr Handschellen an. Als Stone eintrifft, droht Leary, Amelia zu töten. Dann eröffnet er das Feuer auf Stone, der Leary jedoch auf der Stelle tötet. Nach der Schießerei tröstet er Amelia, später begleitet er Jenny ins St. Agnes Refuge, wo seine Freundin, Schwester Mary John, dem jungen Mädchen eine Unterkunft anbietet, während ihre Mutter wegen ihrer Alkoholsucht behandelt wird. Die Schlussszene zeigt Stone, wie er auf einer Bank mit Blick auf das Meer sitzt, mit seinem neuen Hund Steve an der Seite.

Hintergrund Die Handlung der neun zwischen 2005 und 2015 realisierten Spielfilme folgt lose den Romanen von Robert B. Parker. Wenngleich die Handlung in Massachusetts angesiedelt ist, erfolgten die Dreharbeiten in Kanada – in den Städten Lunenburg und Halifax. Die Erstausstrahlung in den USA war – im Gegensatz zu den vorherigen Teilen – nicht mehr bei CBS, sondern am 18. Oktober 2015 beim Hallmark Channel zu sehen. Die Premiere in Deutschland fand am 3. August 2019 im ZDF statt.

Kritik Mike Hughes bezeichnete den Film im Reno Gazette-Journal als ein „Must-See“ und erklärte ihn zum bislang besten der Jesse-Stone-Filmreihe. Er resümierte, dass „der Film Charaktertiefe und einen soliden Kriminalfall geschickt miteinander in Einklang bringt“.Mike Hughes, TV: Watch ‘Jesse Stone: Lost in Paradise’, in: Reno Gazette-Journal, 17. Oktober 2015 (online)

Jeanne Jakle schreibt auf der Website MySA, dass Selleck „die Leinwand mit jener zurückhaltenden Intensität beherrscht, die er der Titelfigur nun schon seit zehn Jahren verleiht“. Sie empfindet die Musik, die gedämpfte Bildsprache und das langsame Erzähltempo „auf seltsame Weise wohltuend“ und zieht folgendes Fazit: „Lost in Paradise ist ein solider Kriminalfilm; doch die eigentliche Stärke des Films liegt – wie stets – in seiner herrlich melancholischen Inszenierung und natürlich in Sellecks vielschichtiger, stiller und magnetischer Darbietung, die seinen Status als eine der beständigen Größen des Fernsehens wieder einmal festigt.“Jeanne Jakle, Tom Selleck cranky, but comforting, as Jesse Stone, in: MySA, 17. Oktober 2015

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2015 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Fernsehfilm (Columbia Broadcasting System)