mini|Ein Gebäudeeingang auf dem ALA-Campus Die African Leadership Academy (deutsch etwa: Afrikanische Akademie für Führungskräfte, abgekürzt ALA) ist eine international aufgestellte Privatschule in Roodepoort, einem Stadtteil von Johannesburg, Südafrika.
Geschichte Gegründet wurde die ALA 2008 von mehreren Unternehmern: dem Ghanaer Fred Swaniker, dem Kameruner Acha Leke, dem US-Amerikaner Chris Bradford und dem Deutschen Peter Mombaur. Die Gründer hatten 2004 einen internationalen Bildungsaustausch in Südafrika veranstaltet und eröffneten dann 2008 die Akademie, deren erstes Jahr mit 97 Schülern startete. 2016 wurden die Wohnräume des Internats renoviert und erweitert, um eine größere Zahl an Studenten zuzulassen.
Auf den ersten Schulleiter Christopher Khaemba folgte Uzo Agyare-Kumi.
Die Schule wird von mehreren Aufsichtsgremien verwaltet: dem Board of Trustees und dem Global Advisory Council, welche vorrangig afrikanisch besetzt sind und sich teils auch aus Absolventen rekrutieren. Ferner gibt es zur Unterstützung der Schule eine in den USA inkorporierte gemeinnützige 501(c)-Nonprofit-Stiftung, die African Leadership Foundation.
Lehrinhalte und Rahmenprogramm Das akademische Programm richtet sich an 16- bis 19-Jährige aus dem afrikanischen Raum sowie eine begrenzte Zahl von außerafrikanischen Studenten und bietet innerhalb eines zweijährigen Studienprogramms einen A-level-Abschluss an, ermöglicht also nach Abschluss der Sekundarstufe die Hochschulreife. Die Klassengröße liegt bei durchschnittlich 13 Schülern, die Unterrichtssprache ist Englisch.African Leadership Academy, Annual Report 2025
Aus mehreren tausend Bewerbungen werden jährlich ca. 400 Bewerber an mehreren Standorten in Afrika für eine Vorauswahl eingeladen. Nach Aufnahmeprüfung, Interviews und Gruppen-Workshops werden schließlich etwa 120 Studenten pro Jahrgang zugelassen. Zwischen 2008 und 2025 wurden so knapp 1900 Schüler aus mehr als 40.000 Bewerbern an der ALA zugelassen. Es wird bewusst auf ein ausgeglichenes Geschlechtsverhältnis geachtet.
Neben den üblichen Schulfächern liegt der Fokus auf Gründer- und Unternehmertum, weshalb projektbezogen Teambuilding und Führungsverantwortung geschult werden. Von allen Schülern wird erwartet, dass sie gründerisch aktiv werden, beispielsweise in selbst gewählten Entwicklungsprojekten, gemeinnützigen Initiativen oder Studenten-Startups. Entsprechend existieren zahlreiche Schülerclubs und -vereinigungen.
Im Rahmen der Afrikastudien werden Konfliktbewältigung, Gesundheitsthematiken, Bekämpfung von Hunger und volkswirtschaftliche Grundlagen gelehrt. Weiterhin gibt es Kurse in Rhetorik und kreativem Schreiben, um so die Kommunikative Kompetenz der Schüler zu fördern. Ein besonderer Wert wird auf Inklusion, ein tolerantes Miteinander und eine respektvolle Lernumgebung gelegt. Auch ein sportliches Fitnessprogramm wird angeboten.
Mit dem Global Scholars Program gibt es einen dreiwöchigen Sommerkurs, der afrikainteressierten Schülern aus der ganzen Welt offensteht.
Alumni-Programm Die ALA ist daran interessiert, ihre aus 47 Ländern stammenden Absolventen dauerhaft miteinander zu vernetzen. Die Schule wirbt aktiv in der ganzen Welt um Spenden und Finanzmittel und fördert damit ihrerseits Gründer aus den eigenen Reihen. Nach eigenen Angaben (Stand 2025) sind 73 % der Absolventen in wirtschaftlichen oder gemeinnützigen Projekten in oder für Afrika tätig.
Der Gründer Swaniker beschrieb die hohen Anforderungen der Schule in einem Interview als ein panafrikanisches Innovations- und Bildungsprojekt mit der ALA als Kaderschmiede. Die Absolventen würden anschließend an Hochschulen in der ganzen Welt studieren, und dann für ihre Karriere im Aufbau des afrikanischen Kontinents dorthin zurückkehren.Egon Zehnder: The students must see themselves as building a cathedral – the cathedral being Africa., Interview mit Fred Swaniker.
Größeres Ziel der African Leadership Foundation ist der langfristige Aufbau eines weiterreichenden Bildungsnetzwerks mit weiteren Schul- und Universitätsstandorten in ganz Afrika. Von mehr als zwanzig geplanten Standorten sind bereits zwei in Betrieb: das 2015 gegründete African Leadership College (ALC) in Pamplemousses und die 2017 gegründete African Leadership University (ALU) in Kigali. Diese universitären Bildungseinrichtungen sind ähnlich straff organisiert wie die ALA. Weitere mit der ALU verbundene Standorte befinden sich bereits in Lagos, Kampala, Addis Abeba und Nairobi.FAQ von ALU Education
Einzelnachweise
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