Nileema Mishra (; * 6. Juni 1972) ist eine indische Sozialarbeiterin, die durch ihre Arbeit mit Selbsthilfegruppen, Mikrokrediten und ländlicher Entwicklung bekannt wurde. Sie wurde 2011 mit dem Ramon-Magsaysay-Preis und 2013 mit dem Padma Shri ausgezeichnet.

Leben und Wirken Mishra wuchs in Bahadarpur im Distrikt Jalgaon in Maharashtra auf und fasste als Dreizehnjährige den Entschluss, nicht zu heiraten, sondern ihr Leben der Arbeit für ihr Dorf zu widmen. Nach einem Psychologiestudium am Jai Hind College in Dhule erwarb sie an der Universität Pune einen Masterabschluss in klinischer Psychologie. Von 1995 bis 2003 arbeitete sie unter der Anleitung von S. S. Kalbag am Vigyan Ashram in Pabal im Distrikt Pune, wo sie Aufgaben in der Arbeit mit Jugendlichen und Frauen übernahm. Statt eine städtische Berufslaufbahn aufzunehmen, kehrte sie nach ihrer Ausbildung zur Arbeit in der ländlichen Entwicklung in ihr Heimatdorf zurück.

Im Jahr 2000 gründete Mishra mit Mitstreitern die Organisation Bhagini Nivedita Gramin Vigyan Niketan, die sich mit Frauenförderung und Kreditmobilisierung im ländlichen Norden Maharashtras befassen sollte. Ausgangspunkt waren kleine Spargruppen von Frauen, deren gemeinsames Sparen und Bankkonto später zu einkommensschaffenden Tätigkeiten wie der Herstellung von Decken führte. Ihr Ansatz beruhte darauf, Dorfbewohner nicht als Empfänger vorgegebener Projekte zu behandeln, sondern sie als Eigentümer ihrer Selbsthilfegruppen und ihrer Entscheidungen zu verstehen. Neben Mikrokrediten und Selbsthilfegruppen umfasste die Arbeit Schulungen in Produktion, Vermarktung, Buchführung und Computerkenntnissen sowie den Aufbau von Absatzstrukturen in mehreren Distrikten. In der Deckenproduktion arbeiteten etwa 350 Frauen, deren Produkte auch in die Vereinigten Staaten, ins Vereinigte Königreich und nach Australien ausgeführt wurden. Als Baumwollbauern nach mehreren ausgefallenen Regenzeiten aufgrund der globalen Erwärmung Bankschulden nicht zurückzahlen konnten, erweiterte Mishras Organisation ihre Arbeit um einen revolvierenden Dorffonds und Hilfen für Saat- und Notfallkosten. Mishra lehnte es ab, ihre Arbeit an den Prioritäten staatlicher Programme oder zweckgebundener privater Förderer auszurichten, und beschrieb ihr Vorgehen als Arbeit an Problemen statt an Projekten. Sie formulierte den Grundsatz ihrer Arbeit als Abkehr vom Betteln hin zur Schaffung von Selbstständigkeit. Langfristig strebte sie an, die von ihr unterstützten Gruppen bis 2027 so weit zu verselbständigen, dass sie keine äußere Hilfe mehr benötigen. Das Preisgeld des Ramon-Magsaysay-Preises wollte sie vollständig in ihre Arbeit investieren, etwa zugunsten von Bauern und Viehhaltung.

Einzelnachweise

Kategorie:Träger des Ramon-Magsaysay-Preises Kategorie:Inder Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Frau