José Rafael Abinader Wasaf (* 2. März 1929 in Tamboril, Provinz Santiago; † 4. November 2018 in Santo Domingo) war ein dominikanischer Politiker des Partido Revolucionario Dominicano (PRD), der unter anderem 1965 und zwischen 1982 und 1984 Finanzminister war sowie ohne Erfolge bei den Präsidentschaftswahlen 1982, 1990 und 1996 kandidierte.
Leben José Rafael Abinader Wasaf, Sohn libanesischer Einwanderer, absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Autonomen Universität Santo Domingo (UASD) und nahm nach dessen Abschluss eine Tätigkeit als Rechtsanwalt auf. Er gehörte zwischen 1961 und 2014 der Dominikanischen Revolutionäre Partei PRD (Partido Revolucionario Dominicano) als Mitglied an. Während der zweiten Amtszeit von Staatspräsident Rafael Filiberto Bonelly bekleidete er zwischen dem 18. Januar 1962 und dem 27. Februar 1963 den Posten des Direktors der Einkommenssteuerbehörde (Impuesto Sobre la Renta de la República Dominicana). In der Regierung von Präsident Juan Bosch fungierte er vom 7. Februar bis zum 25. September 1963 als Unterstaatssekretär im Finanzministerium. Als Nachfolger von José Andrés Aybar Castellanos wurde er am 4. Mai 1965 in die Regierung von Präsident Francisco Alberto Caamaño berufen und bekleidete in dieser bis zu seiner Ablösung durch Generoso Núñez am 3. September 1965 erstmals den Posten des Finanzministers (Secretario de Finanzas).
Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung wurde Abinader am 16. Januar 1966 Gründungsrektor der neu errichteten Dominikanischen Universität für Organisation und Methoden (Universidad Dominicana Organización & Métodos) und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tode am 4. November 2018, woraufhin sein ältester Sohn José Rafael Abinader Corona seine Nachfolge antrat. Zugleich war er Präsident der familieneigenen Unternehmensgruppe Abicor Group, die bedeutende touristische Projekte durchführt, und zu der neben auch das Unternehmen Cementos Santo Domingo gehörte. Sein Nachfolger als Präsident der Unternehmensgruppe wurde sein zweitältester Sohn Luis Abinader, der seit 2020 Staatspräsident ist. Während der Amtszeit von Staatspräsident Antonio Guzmán Fernández bekleidete er zwischen dem 16. August 1978 und dem 16. August 1982 das Amt als Oberster Rechnungsprüfer (Contralor General).
José Rafael Abinader war Kandidat der Sozialdemokratische Allianz ASD (Alianza Social Demócrata) bei der Präsidentschaftswahl am 16. Mai 1982, erreichte aber nach Salvador Jorge Blanco (854.868 Stimmen) Joaquín Balaguer (706.951 Stimmen) Juan Bosch (179.849 Stimmen), Elías Wessin y Wessin (35.355 Stimmen) Narciso Isa Conde (18.481 Stimmen) und Rafael Taveras (15,250 Stimmen) mit 9.280 Stimmen abgeschlagen lediglich den siebten Platz. Als Nachfolger von Ramón Martínez Aponte wurde er allerdings am 16. August 1982 als Finanzminister in die Regierung des neu gewählten Staatspräsidenten Salvador Jorge Blanco berufen und behielt dieses Ministeramt bis zum 27. Februar 1984, woraufhin José Santos Taveras neuer Minister wurde.
Bei der Präsidentschaftswahl am 16. Mai 1990 bewarb sich Abinader abermals für das Präsidentenamt und kam dieses Mal nach Joaquín Balagur (678.065 Stimmen), Juan Bosch (653.595 Stimmen), José Francisco Peña Gómez (449.399 Stimmen) Jacobo Majluta (135.659 Stimmen) Vincho Castillo (6.063 Stimmen) mit 4.926 Stimmen auf den sechsten Platz. Bei der Präsidentschaftswahl am 16. Mai 1996 belegte er im ersten Wahlgang nach Leonel Fernández (1.130.523 Stimmen, 38,9 Prozent), José Francisco Peña Gómez (1.333.925 Stimmen, 45,9 Prozent) und Jacinto Peynado Garrigosa (435.504 Stimmen, 15 Prozent) zwar den vierten Platz, erreichte dieses Mal jedoch nur 3.907 Stimmen (0,1 Prozent).
Als Nachfolger von Eduardo Estrella wurde Abinader am 16. August 1998 Mitglied des Senats (Senado de la República Dominicana) und vertrat in diesem bis zum 16. August 2002 die Provinz Santiago, woraufhin Víctor Méndez neuer Senator wurde.
José Rafael Abinader Wasaf, dessen Vermögen auf 600 Millionen US-Dollar geschätzt wurde, trat später der am 9. September 2014 von seinem Sohn Luis Abinader gegründeten Modernen Revolutionären Partei PRM (Partido Revolucionario Moderno) als Mitglied bei. Aus seiner von 1963 bis zu seinem Tode 2018 bestehenden Ehe mit Rosa Sula Corona Caba gingen zwei Töchter und zwei Söhne hervor.
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