Arve Tellefsen (* 14. Dezember 1936 in Trondheim/Provinz Sør-Trøndelag, heute Provinz Trøndelag) ist ein norwegischer Geiger.

Leben Tellefsen hatte den ersten Violinunterricht sechsjährig bei Arne Stoltenberg, später bei Ernst Glaser. Zwischen 1954 und 1959 studierte er bei Henry Holst in Kopenhagen und in den Jahren 1960/61 bei Ivan Galamian in New York. 1959 debütierte er in der Aula der Universität Oslo zunächst als Solist im Violinkonzert von Johannes Brahms mit dem Philharmonischen Orchester Oslo und einige Tage später mit dem Pianisten Robert Levin.

Er unternahm als Solist Konzertreisen durch Europa – vorrangig in die skandinavischen Länder und Großbritannien –, die USA und China. Bereits 1961, ein Jahr nach dem offiziellen Start des Fernsehens in Norwegen, trat er im Fernsehprogramm des NRK auf. 1968 wirkte er am Eröffnungskonzert der Rikskonsertene mit. Er war von 1970 bis 1975 Konzertmeister des Sveriges Radios symfoniorkester unter Leitung von Sergiu Celibidache und von 1977 bis 1981 der Wiener Symphoniker unter Carlo Maria Giulini.

Als Kammermusiker trat er u. a. beim Schleswig-Holstein Musik Festival, beim Gidon-Kremer-Festival in Lockenhaus, beim Barbara Hendricks-Festival in Montreux und beim Pablo Casals Festival in Prades auf. Häufiger Kammermusikpartner war der Pianist Kaare Ørnung. Außerhalb der klassischen Musik arbeitete Telefsen u. a. mit Jan Garbarek und Kjetil Bjerkestrand zusammen und trat 1990 beim Kongsberg Jazzfestival auf, wo er die Uraufführung von Terje Rypdahls Inntil vidare für Violine und Jazzorchester spielte. Mit dem Oslo Kammermusikkfestival rief er 1989 das erste organisierte Kammermusikfestival Norwegens ins Leben.

Neben den Violinkonzerten von Dmitri Schostakowitsch, Carl Nielsen, Jean Sibelius, Max Bruch und Ludwig van Beethoven zählen zu seinem Repertoire vor allem auch Werke skandinavischer Komponisten wie Edvard Grieg, Tor Aulin, Franz Berwald, Lars-Erik Larsson, Johan Svendsen, Christian Sinding, Fartein Valen, Arne Nordheim und Alfred Janson. Auch spielte er Uraufführungen von Werken Maja Ratkjes, Synne Skouens, Olav Anton Thommessens, Eyvind Solås’ und Jan Garbareks.

Für seine Interpretation der drei Violinsonaten Edvard Griegs wurde Tellefsen 1973 mit dem Edvard-Grieg-prisen ausgezeichnet; er nahm sie danach mit der Pianistin Eva Knardahl und dreißig Jahre später erneut mit Håvard Gimse auf. 1997 spielte er die Welturaufführung des Violinkonzerts, das Arno Nordheim für ihn komponiert hatte.

Auszeichnungen (Auswahl) Neben vielen Auszeichnungen erhielt er neunmal den Spellemannprisen (1974, 1977, 1978, 1979, 1980, 1986, 1988, 2000 und 2020) sowie den Ehrenpreis des Spellemannprisen (2016), den Sankt-Olav-Orden (1994), den Norsk kulturråds ærespris (1996) und Ehrendoktortitel der NTNU und der NMH.

Diskographie (Auswahl) Fartein Valen: Violinkonzert op. 37 (1967) Johan Svendsen: Violinkonzert op. 6 (1974) Serenade (mit Kaare Ørnung, 1980) Catharinus Elling: Violinkonzert (1985) Pan (mit Kjetil Bjerkestrand und Jan Garbarek, 1988) Carl Nielsen: Violinkonzert (1989) Intermezzo (1992, NO: )Auszeichnungen für Musikverkäufe: NO Arco (1995, NO: ) Jean Sibelius: Violinkonzert (1997) Stille Natt (1998, NO: ) Edvard Grieg: Violinsonaten 1–3 (1999) Arne Nordheim/Fartein Valen: Violinkonzerte (2000) Ole Bull – Norwegian Pioneer (2005 und 2010) Arve Tellefsen: Pictures from a musician's life (2016) Haijn Kaare å Æ (mit Kaare Ørnung, 2020)

Quellen Store norske leksikon: Arve Tellefsen

Weblinks

Website von Arve Tellefsen

Quellen

Kategorie:Klassischer Geiger Kategorie:Konzertmeister Kategorie:Interpret (Neue Musik) Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1936 Kategorie:Mann