mini|Die höchst programmatischen Themen stellen die in der Hölle Qualen klagenden Seelen dar. Après une lecture du Dante: Fantasia quasi Sonata (Nach einer Dante-Lektüre: Fantasia quasi Sonata), bekannt als Dante-Sonate ist eine Klaviersonate in einem Satz des ungarischen Komponisten Franz Liszt, die 1849 entstand. Die Sonate wurde 1856 erstmals veröffentlicht, als Teil des zweiten Bandes der Années de pèlerinage (Pilgerjahre). Victor Hugos Gedicht “Après une lecture de Dante” aus dem Jahr 1836 inspirierte Liszt zu dieser Programmmusik.
Werkgeschichte mini|300px|Beginn des ersten Satzes Ursprünglich handelte es sich bei der Dante-Sonate um ein kleines Klavierstück mit dem Titel Fragment nach Dante, das aus zwei thematisch verbundenen Sätzen bestand, das Liszt in den späten 1830er Jahren geschrieben hatte. Er führte das Werk erstmals im November 1839 in Wien öffentlich auf. Nachdem er sich 1849 in Weimar niedergelassen hatte, revidierte er das Werk, zusammen mit anderen desselben Bandes, und benannte es mit dem heutigen Titel, abgeleitet von Victor Hugos gleichnamigem Werk. Es erschien 1858 als Teil der Années de pèlerinage.
Komposition mini|300px|Das zweite Thema leitet sich aus dem ersten ab.
Das Stück verarbeitet zwei Themen. Das erste, ein chromatisches Thema in d-Moll, verkörpert die Klagen der Seelen in der Hölle. Die Tonart d-Moll wird häufig im Zusammenhang mit dem Tod genutzt, so von Liszt beispielsweise auch in seinem Totentanz nutzt oder von Wolfgang Amadeus Mozart in der Statuen-Szene im Don Giovanni. Im ersten Thema erklingt auch immer wieder ein Tritonus (übermäßige Quarte oder verminderte Quinte) – dieses Intervall galt als teuflisches Intervall (lat. diabolus in musica, Teufel in der Musik) und verstärkt die höllische Darstellung.
Das zweite Thema ist ein Choral in Fis-Dur, abgeleitet aus dem ersten Thema, das für die Freuden der himmlischen Seelen steht. Auch hier ist die Tonart symbolgeladen: bei Liszt ist sie ein Kennzeichen für erhebende Musik, wie beispielsweise seine Benediction of God in Solitude (Teil der Harmonies poétiques et religieuses) und Les Jeux d'eaux à la Villa d'Este (Années de pèlerinage, Bd. 3, Nr. 4). Das zweite Thema könnte auch für Beatrice stehen, denn es ist von chromatischen Abschnitten durchdrungen, die an deren Erscheinen in der Hölle erinnern. Das Stück endet mit einem Abschnitt in chromatischen Oktaven, das sich, wenn es im Tempo gespielt wird, in drei unterschiedliche Themen aufzuspalten scheint, die die drei Gesichter Satans in Dantes Inferno darstellen.
Siehe auch Dante-Sinfonie Klaviersonate in h-Moll
Literatur
Christian Berger: Auf dem Weg zum Paradies der Kunst. Franz Liszts Dante-Sonate. In: Thomas Klinkert, Patricia Oster-Stierle (Hg.): Dante in der romanischen Welt. Fink, Paderborn 2024, ISBN 978-3-7705-6784-3, S. 177–188, doi:10.30965/9783846767849_010.
Weblinks
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Einzelnachweise
Kategorie:Werk von Franz Liszt Kategorie:Werk nach Victor Hugo Kategorie:Programmmusik Kategorie:Musik 1856 Kategorie:Musik 1858