Die Ricci waren eine toskanische Adelsfamilie mit guelfischer Tradition, die im 13. und 14. Jahrhundert eine wichtige Rolle in der Geschichte der Stadt Florenz spielte. mini|160px|Wappen der Fam. Ricci

Die Familie Ricci, ehemals Herren von Canapaia, ließ sich gegen Ende des 13. Jahrhunderts in Florenz nieder. Sie standen im Konflikt um die politische Vorherrschaft mit der Adelsfamilie der Albizzi, von der sie schließlich besiegt und aus den öffentlichen Ämtern verbannt wurden. Eine führende Rolle in diesen Kämpfen spielten die Brüder Uguccione (gest. 1383) und Rosso (geb. um 1320 – gest. 1382). Letzterer musste aus seiner Heimat nach Rom fliehen, wo er später Senator (1362) wurde.Enciclopedia on line

Die Familie Ricci spaltete sich in mehrere Zweige auf, von denen einer nach Montepulciano und anschließend nach Rom zog. In Rom war die Familie eng mit dem päpstlichen Umfeld verbunden und knüpfte Verwandtschaftsbeziehungen zu anderen römischen Geschlechtern, welche die guelfischen Traditionen pflegten, wie die Madaloni Capodiferro und die Parracciani. In Rom bekleideten die Ricci hohe Regierungsämter, und zwischen 1427 und 1720 hatten sechs Mitglieder dieser Familie das Amt des Konservators von Rom inne: Giovanni (1427), Bernardino (1480), Mariano (1531), Giulio (1552), Antonio (1692), Giovanni (1720).

Einige ihrer Mitglieder erlangten später großes Ansehen durch eine glänzende kirchliche Laufbahn. Zu diesen zählt Giovanni Ricci da Montepulciano, der Hausmeister des Kardinals del Monte. Dieser wurde unter dem Namen Julius III. zum Papst gewählt und ernannte Ricci zunächst zum Bischof von Siponto, dann zum Erzbischof von Pisa und schließlich am 20. Dezember 1551 zum Kardinal. Darüber hinaus zeichnete sich Kardinal Giovanni Ricci durch verschiedene Ehrenämter aus. Er war Schatzmeister der Armee gegen die Türken, Einzieher der päpstlichen Zehnten im Königreich Neapel und päpstlicher Gesandter in Frankreich, Spanien und Portugal.

Die Familie Ricci hatte mit Francesco, der 1743 von Benedikt XIV. zum Kardinal ernannt wurde, nicht nur einen weiteren Kardinal in ihren Reihen, sondern zählte auch zahlreiche Ritter von Santo Stefano und von Malta, Bischöfe, Prälaten und Botschafter zu ihren Mitgliedern. In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts war Giulio Konsul der Florentiner in Rom und Miniato hatte das Kommando über die päpstlichen Galeeren inne.

Die Familie starb 1844 aus.

Wappen Sechs goldene Igel auf blauen Grund (Anordnung 2,2,2) begleitet von sieben silbernen Achtzackigen Sternen (2, 3, 2)

Bedeutende Persönlichkeiten mini|160px|Wappen der Ricci von Genua Rosso Ricci (XIV. Jh.), Politiker Pietro Ricci (?–1417), Bischof von Arezzo und Pisa Giuliano Ricci (1389–1461), Bischof von Pisa Giovanni Ricci (1498–1574), Kardinal Caterina de’ Ricci (1522–1590), Ordensfrau, 1746 heiliggesprochen Matteo Ricci (1552–1610), Jesuit und Mathematiker Francesco Ricci (1679–1755), Kardinal Scipione de’ Ricci (1740–1810), Bischof von Pistoia und Prato Angelo Maria Ricci (1776–1850), Dichter Alberto Ricci (1808–1876), Politiker

Gebäude mini|Palazzo Ricci in Rieti Palazzo Ricci-Altoviti in Florenz Palazzo Ricci in Montepulciano Palazzo Ricci in Mopolino di Capitignano (AQ) Palazzo Ricci in Rieti Palazzo Ricci, bekannt als Palazzo Sacchetti, in Rom

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Italienisches Adelsgeschlecht