mini|Fakultätsgebäude der medizinischen Fakultät Ljubljana, 2012
Die Medizinische Fakultät der Universität Ljubljana (Abkürzung: UL MF) wurde 1919 als eines der fünf Gründungsmitglieder der Universität Ljubljana eingerichtet. Sie hat ihren Sitz am Vrazov trg im Stadtteil Center der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Standorte Die Fakultät unterhält, zum Teil gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Ljubljana folgende Einrichtungen an mehreren Standorten: Campus Korytkova: Lehrstuhl für Pathologie, Lehrstuhl und Institut für Rechtsmedizin, Institute für Anatomie, Histologie und Embryologie, Mikrobiologie und Immunologie, Pathologie, Pharmakologie und experimentelle Toxikologie, Zentrum für Klinische Fertigkeiten (Clinical Skills) Campus Vrazov trg: Institute für Biochemie und Molekulargenetik, Biophysik, Biostatistik und medizinische Informatik, Medizinische Ethik, Zellbiologie Campus Zaloška: Lehrstühle für Anästhesiologie und Reanimationslehre, Chirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Innere Medizin, Mikrobiologie und Immunologie, Neurologie, Onkologie, Orthopädie, Public Health, Radiologie; Institute für Medizingeschichte und Medical Humanities, Pathophysiologie, Physiologie; Zentrum für klinische Physiologie Bohoričeva ulica: Lehrstuhl für Pädiatrie Grablovičeva ulica: Lehrstuhl für Augenheilkunde Hrvatski trg: Lehrstühle für Kinderzahnheilkunde und präventive Zahnmedizin, Mund-Kiefer und Gesichtschirurgie, Kiefer- und Zahnorthopädie, Oralmedizin und Parodontologie, Zahnärztliche Prothetik, Zahnerhaltungskunde und Zahnmorphologie Japljeva ulica: Lehrstuhl für Infektionserkrankungen und Epidemiologie Linhartova cesta: Lehrstuhl für Physikalische und rehabilitative Medizin Poljanski nasip: Lehrstuhl für Familienmedizin Studenec: Lehrstuhl für Psychiatrie Šlajmerjeva ulica: Lehrstuhl für Gynäkologie und Geburtshilfe Infrastruktur Bei ihrer Gründung im Jahr 1919 verfügte die Medizinische Fakultät noch über keine geeigneten Räumlichkeiten für die Lehre. Im Jahr 1921 wurde nach den Plänen des Architekten Ivan Vurnik das erste Fakultätsgebäude der Fakultät für die vorklinischen Institute errichtet. Dieser Bau in der Zaloška cesta existiert heute noch und beherbergt das Institut für Physiologie.
Nach der Einrichtung eines vollständigen, fünfjährigen Studiums im Jahr 1945 zogen die Verwaltung und einige Institute in das Gebäude der St. Peters-Kaserne am Vrazov trg um. In den Jahren 1973 bis 1984 sowie in den 2010er Jahren wurden weitere Einrichtungen für Forschung und Lehre errichtet. Bis Mitte 2026 soll am Standort Vrazov trg auf dem Gebiet der ehemaligen St. Peters-Kaserne ein neuer Campus für die Fakultäten für Medizin und Veterinärmedizin entwickelt werden. Dieses Großprojekt wird von der Europäischen Union mitfinanziert. Geschichte Die ersten Schritte hin zu einer wissenschaftlichen Medizin auf dem Territorium des heutigen Sloweniens wurden von der medizinischen Sektion der 1693 gegründeten Academia Operosorum Labacensium unternommen. Als ihr bedeutendster Vertreter wird Marko Gerbec (1658–1718) angesehen.
Als erste Ausbildungseinrichtung für Gesundheitsberufe im Herzogtum Krain wird häufig die 1773 in Laibach gegründete Hebammenschule genannt. Zu ihren Lehrern gehörte Belsazar Hacquet (1739–1815). 1782 wurde unter Joseph II. an den Universitäten und darüber hinaus in jeder Provinzhauptstadt der Habsburger Monarchie das „Medizinisch-chirurgische Studium“ eingeführt, um die Ausbildung von Ärzten im gesamten Reich zu standardisieren. In diesem Zusammenhang wurde auch das Studium der Philosophie und Theologie am Laibacher Lyzeum um medizinisch-chirurgische Lehrangebote erweitert, womit diese Institution zum Vorläufer der ersten medizinischen Fakultät Sloweniens wurde.
Während der Zeit der Illyrischen Provinzen (1809–1813) wurde das Lyzeum zur École centrale mit sieben Abteilungen. Die medizinische Abteilung war eine Institution auf Universitätsniveau, die ähnlich wie die medizinischen Fakultäten in Frankreich organisiert war. Das Studium dauerte fünf Jahre. Das Ende von Napoleons Illyrien im Jahr 1813 bedeutete auch das Ende dieses ersten Vorläufers, obwohl die Schule nach der Wiederherstellung der österreichischen Monarchie erneut chirurgische Medizin lehrte.
Im Jahr 1848 schlossen die Behörden die Schule in Ljubljana im Zuge politischer Unruhen, während ähnliche Einrichtungen in Graz, Salzburg und Innsbruck bestehen blieben und zu Fakultäten wurden.
Erst nach dem Ersten Weltkrieg forderten slowenische Mediziner erneut eine eigene Fakultät.
Die heutige Medizinische Fakultät wurde schließlich am 23. August 1919 offiziell gegründet. Sie bot jedoch zunächst nur zweijährige Kurse an. Danach mussten die Studenten ihr Studium in Zagreb, Belgrad oder im Ausland (insbesondere Prag) fortsetzen.
Am 31. Juli 1945 wurde per Regierungsdekret eine vollständige Medizinische Fakultät mit einem zehnsemestrigen Studium in Ljubljana eingerichtet. Die Fakultät übernahm die Leitung der Gesundheitseinrichtungen im Bereich des Allgemeinen Krankenhauses Ljubljana und brachte dort ihre Kliniken und Institute unter. Im Wintersemester 1945/46 begann der Lehrbetrieb für alle Jahrgänge mit 27 Lehrkräften und 566 Studenten.
Zwischen 1949 und 1954 war die Fakultät als eigenständige „Medizinische Hochschule“ (MVŠ) von der Universität getrennt, kehrte aber 1954 als Fakultät für Allgemeinmedizin und Stomatologie in den Universitätsverband zurück.
2009 stellte die Fakultät ihre Studiengänge auf integrierte Masterstudiengänge um.
Fakultätsauszeichnungen Jedes Jahr verleiht die Medizinische Fakultät die folgenden Auszeichnungen, Preise und Ehrentitel:
den Titel „Ehrenprofessor der Medizinischen Fakultät der Universität Ljubljana“ den Lavrič-Preis für herausragende Lehrtätigkeit von Dozenten und Assistenten den Andrej-Oton-Župančič-Preis für exzellente Forschung, der an Dozenten, Wissenschaftler und andere Mitarbeiter verliehen wird das Diplom und den Preis „Professor Janez Plečnik“ für Studierende mit hervorragenden akademischen Leistungen in den Fächern Anatomie 1, Anatomie 2, Histologie mit Embryologie sowie Pathologie den Oražen-Preis für Absolventen der Human- und Zahnmedizin, die im jeweiligen akademischen Jahr die besten Studienleistungen erzielt haben eine besondere Auszeichnung für Studierende, die über den gesamten Studienverlauf einen Notendurchschnitt von 9,00 oder höher erreichen den Prešeren-Preis sowie den Prešeren-Award der Medizinischen Fakultät für exzellente Forschungsleistungen.
Weblinks Internetauftritt der Medizinischen Fakultät: Link
Einzelnachweise
Kategorie:Universität Ljubljana Ljubljana Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1919 Kategorie:Gesundheit (Slowenien)