Bolis (Βῶλις) war ein Kreter und hoher Offizier König Ptolemaios’ IV. Um 213 v. Chr. wurde er von Sosibios, dem Ratgeber des Königs, mit zehn Talenten Silber ausgestattet und beauftragt, Achaios aus dem seit 214/15 von Antiochos III. belagerten Sardes zu befreien und zu seinen Verbündeten zu bringen. Für dieses Unternehmen wurde er ausgewählt, weil er mit den örtlichen Verhältnissen wohlvertraut war. Doch wechselte der verschlagene KreterZum Kreterbild bei Polybios vgl. Henri van Effenterre: La Crète et le monde grec de Platon à Polybe, Paris 1948, insbes. S. 283–92, 295f. u. 308–12. die Seiten, teilte das Silber mit seinem Spießgesellen zu gleichen Teilen. In mehreren geschickten Schritten täuschte er Achaios über seine Absichten, gewann dessen Vertrauen und führte ihn schließlich in eine Falle. Beim nächtlichen Fluchtversuch aus der Feste von Sardes geriet der Usurpator auf dem steil abfallenden Pfad in die Hände der Komplizen des Bolis und wurde Antiochos ausgeliefert.Polybios 8,15–20 (Loeb).

Literatur Ulrich Wilcken: Bolis. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Bd. III,1, Stuttgart 1897, Sp. 675. Willy Peremans u. a.: Prosopographia Ptolemaica, Bd. 6, Löwen 1968, S. 47, Nr. 14750. Walter Ameling: Bolis. In: Der Neue Pauly, Bd. 2, Stuttgart/Weimar 1997, Sp. 740 (Digitalisat). Guy Labarre: Bôlis et la mort d’Achaios. Entre diplomatie, services secrets et mani gances. In: Dialogues d’histoire ancienne, Suppl. 17 (2017), S. 573–92 (Digitalisat).

Anmerkungen

Kategorie:Geboren im 3. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 3. oder 2. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Mann