mini|Ahornallee auf dem Friedhof Pfronten Der Friedhof Pfronten ist der kommunale und kirchliche Friedhof von Pfronten in Bayern. Der kirchliche Teil ist Eigentum der römisch-katholischen Pfarrkirchenstiftung, der kommunale Teil Eigentum der Gemeinde Pfronten. Beide Teile werden gemeinsam von der Gemeinde Pfronten verwaltet.
Lage mini|Die evangelische Auferstehungskapelle ist die ehemalige katholische Friedhofskapelle Der Friedhof liegt im Ortsteil Berg auf derselben Anhöhe wie die etwa 150 Meter nordöstlich gelegene römisch-katholische Pfarrkirche St. Nikolaus. Am nördlichen Rand des Friedhofs steht die ehemalige Friedhofskapelle, die zwischenzeitlich als evangelische Kirche genutzt wurde und heute ein konfessionsübergreifendes Kolumbarium beherbergt. Im Norden steigt das Gelände zum Hügel Hörnle an, auf dem sich ein Aussichtspunkt befindet.
Der kirchliche Teil des Friedhofs erstreckt sich nach Südwesten, der kommunale daran anschließend nach Nordwesten. Die Teile sind jeweils etwa 200 Meter lang und bis zu 50 Meter breit. Entlang des nördlichen Rands des Friedhofs verläuft die Straße „Am Hörnle“. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht das Leichenhaus mit Aussegnungshalle und Sektionsraum.
Geschichte mini|Das Priestergrab wurde 1885 angelegt, aber erst 1963 wurde dort ein Geistlicher aus Pfronten begraben Vor 1803 fanden Bestattungen bei der Pfarrkirche St. Nikolaus statt. Der westlich davon gelegene Friedhof („äußerer Friedhof“) war zunächst ein Pestfriedhof und wurde später auch für Bestattungen von Fremden und Randgruppen genutzt. Kurz nachdem 1803 Pfronten als Teil des Hochstifts Augsburg zum Kurfürstentum Bayern gekommen war, ordnete die neue Regierung an, dass Bestattungen in unmittelbarer Nähe der Pfarrkirche nicht mehr gestattet seien und der äußere Friedhof wurde zum neuen allgemeinen Friedhof. 1805 fand die erste Bestattung statt.
1841 ließ Pfarrer Magnus Jocham den Friedhof erweitern und eine Friedhofskapelle errichten. Auch unter Pfarrer Joseph Anton Stach, der 1881 sein Amt antrat, wurde der Friedhof erweitert und zudem grundlegend umgestaltet: Unter anderem ließ er ein repräsentatives Priestergrab anlegen und einen Kreuzweg mit gusseisernen Reliefs beschaffen.
1949 erwarb die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde die Friedhofskapelle und nutzte sie 20 Jahre lang als Hauptkirche. 1974 wurde der kirchliche Teil des Friedhofs in kommunale Verwaltung übernommen. 2026 erwarb ein lokaler Verein die ehemalige Friedhofskapelle und richtete darin ein konfessionsübergreifendes Kolumbarium ein.
Beschreibung mini|hochkant|Kreuzwegstation auf einem Grabstein Der Friedhof wurde im Zuge der Umgestaltung durch Pfarrer Joseph Anton Stach als bewusst gestaltete Anlage konzipiert. Vom Eingang im Osten unweit der Pfarrkirche St. Nikolaus führt längs durch den kirchlichen Teil eine Ahornallee, die in gerader Linie an der ehemaligen Friedhofskapelle vorbei verläuft und am Priestergrab am westlichen Rand des kirchlichen Teils endet.
Das Priestergrab mit einer Kreuzigungsgruppe wurde 1885 von Joseph und Theresia Epp gestiftet, die dort bestattet sind. Erst 1963 wurde dort ein Geistlicher aus Pfronten begraben. An seiner Rückseite steht ein kurzer Text zur Geschichte Pfrontens.
Eine Besonderheit sind 18 gusseiserne Reliefs, die auf den Grabsteinen einzelner Grabstätten angebracht sind. Sie wurden 1885/1886 von der Berg- und Hüttenverwaltung in Achthal im Chiemseegebiet hergestellt. Ursprünglich waren 14 Kreuzwegstationen vorgesehen, sie wurden dann aber um drei Stationen des Schmerzensweges Mariens und eine Station des Glorreichen Rosenkranzes erweitert.
Gräber mini|hochkant|Grab von Adolf und Annemarie Schröppel Zu den auf dem Friedhof beigesetzten bekannten Persönlichkeiten gehören (chronologisch nach Sterbedatum): Heinrich von Vietinghoff (1887–1952), Generaloberst im Zweiten Weltkrieg Adolf Schröppel (1906–1988), Apotheker, botanischer Sammler und Heimatforscher Annemarie Schröppel (1908–1994), botanische Sammlerin und Heimatforscherin Bertold Pölcher (1941–2023), Heimatforscher
Weblinks
Bestattungs- und Friedhofswesen bei der Gemeinde Pfronten Friedhof Pfronten bei der Pfarreiengemeinschaft Nesselwang Geschichte des Friedhofs in Pfronten-Berg beim Heimatverein Pfronten Inschriften der Grabsteine im Friedhof Pfronten-Berg (alter Teil) beim Heimatverein Pfronten
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Pfronten Pfronten Pfronten Kategorie:Erbaut 1805