Mond und Sonne ist ein Märchen der Fon aus Südbenin.Carl Meinhof (Hrsg.): Die Märchen der Weltliteratur – Afrikanische Märchen. Eugen Diederichs Verlag, München 1991, S. 191–192, 353.

Handlung Die Geschwister Mond und Sonne beschließen, ihre Kinder ins Wasser zu werfen. Der Mond nimmt dafür weiße Kieselsteine und steckt sie in einen Sack. Die Sonne jedoch, die nichts davon weis, steckt wirklich ihre Kinder in einen Sack. Sie schütten ihre Säcke dann in einen Fluss aus, wodurch die Sonne betrogen wird, denn als der Tag zu Ende ist und die Sonne zur Freude aller Menschen aus geht, da geht in der Nacht der Mond auf, mit all seinen Kindern. Die Sonne wird daraufhin zornig. Der Mond aber entgegnet ihr, dass sie viel zu mächtig sei und es besser für die Welt sei, wenn ihre Kinder im Wasser leben, denn so hätten die Menschen etwas zu Essen. Seitdem leben Sonne und Mond in Unfrieden miteinander.

Hintergrund Das Märchen wurde von Carl Meinhof nach einem Mann aus Dahomey in Fon und Französisch aufgezeichnet und durch den Aufsatz Wie man einem Mythus auf die Spur kommt (Die Literarische Gesellschaft, 209–212) 1916 in Hamburg veröffentlicht. In Meinhofs Die Märchen der Weltliteratur – Afrikanische Märchen (München 1991) trägt es den Titel Mond und Sonne. Nach Herrmann Jungraithmayr werden im Ewe die Sterne als Mondkinder bezeichnet und im Fon die Fische als Sonnenkinder. Nach Stith Thompsons Motif-Index of Folk Literature (2 Bände, Kopenhagen 1955–1958) wurde das Märchen dem Motiv A 736.1.4.1.1: Feindschaft zwischen Sonne und Mond zugeordnet.

Ulla Schilds Die Märchen der Weltliteratur – Westafrikanische Märchen (Düsseldorf / Köln 1975) vergab den Titel Sonne und Mond und das Märchen wurde nach Thompson Werk den Motiven A 736.1.2: Sonne und Mond als Geschwister + A 736.1.4.1: Mond tötet die Kinder der Sonne + A 2100: Ursprung der Fische zugeordnet.Ulla Schild (Hrsg. und Übers.): Die Märchen der Weltliteratur – Westafrikanische Märchen. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1975, S. 235–236, 295.

Literatur Carl Meinhof (Hrsg.): Die Märchen der Weltliteratur – Afrikanische Märchen. Eugen Diederichs Verlag, München 1991, S. 191–192, 353. Ulla Schild (Hrsg. und Übers.): Die Märchen der Weltliteratur – Westafrikanische Märchen. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1975, S. 235–236, 295.

Einzelnachweise

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