Xanten (auch: Xantis, Xanctis o. ä.) war der Name eines niederrheinischen Uradelsgeschlechts, das aus der gleichnamigen Stadt stammte. Zweige der Familie waren in Bonn, Düsseldorf und Köln ansässig.
Das Geschlecht ist nicht mit der ebenfalls nach Xanten benannten Familie von Santen zu verwechseln.
Geschichte Die erste Erwähnung des Geschlechts erfolgte bereits im Jahre 1153, als die Witwe des Rutger de Xantis Rechtsansprüche auf Allod zu Sulenzuge erhob, das er zuvor dem Stift zu Rees übergab. Darauf wurde sie von Erzbischof Arnold II. von Köln abgefunden. Gerardo de Xanctis war 1268 Presbyter zu St. Gereon in Köln.Peter Joerres: Urkundenbuch des Stiftes St. Gereon zu Köln, Hanstein, Bonn 1893, S. 159 (hhu.de). Er starb wohl vor 1308.Joerres (1893), S. 242 Ferner wurde Gerhardus de Xantis 1305 als Schöffe zu Dorsten erwähnt.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 143u / Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Hagenbeck / Urkunden, Nr. 1, abgerufen am 6. Mai 2026. Auch der 1307 erschienene Heinrich de Xantis war Schöffe.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0555 / Wesel, Johanniter, Urkunden AA 0555, Nr. 12, abgerufen am 6. Mai 2026. 1311 war Arnoldum de Xanctis Zeuge;Theodor Joseph Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, Band 3 (Von dem Jahr 1301 bis 1400 einschliesslich), Wolf, Düsseldorf 1853, S. 74 (uni-bonn.de). er erschien noch 1319 in einer Urkunde Heinrichs von Alpen.Günter Aders (Bearb.): Urkunden und Akten der Neuenahrer Herrschaften und Besitzungen Alpen, Bedburg, Hackenbroich, Helpenstein, Linnep, Wevelinghoven und Wülfrath sowie der Erbvogtei Köln (= Inventare Nichtstaatlicher Archive Band 21), Rheinland-Verlag, Bonn 1977, S. 82 (avr.lvz.de). Mabilia de Xantis verkaufte 1329 mit ihrem Gatten Pilgrim von Mumme 11 Mark Gefälle aus dem Zehnten und Hof zu Nieukerke, den ihr Bruder Elbert zu Lehen nahm, an Dietrich von Moers.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0072 / Moers, Landesarchiv, Urkunden AA 0072, Nr. 9, abgerufen am 6. Mai 2026. Weiter erfährt man vom Knappen Johann de Xantis und seiner Frau Guda von Binsfeld. Die Eheleute verkauften im Jahre 1359 die Jurisdiktion über Billen, darunter Muffendorf, Ramersdorf, Godesberg und Lannesdorf, an den Erzbischof Wilhelm von Köln für 1200 Mark. Lediglich das Schultheißamt über Muffendorf behielten sie. Im 14. Jahrhundert trat auch ein Johannes Krull de Xantis auf, der Notar und Kleriker des Erzbistums Köln war.Stadtarchiv Soest, A / Stadtarchiv Soest, Bestand A (1166-1750), Nr. 10940, abgerufen am 6. Mai 2026. Ferner ist Iohannis de Xantis 1368 als Kantor des Bonner Münsters belegt.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0147 / Bonn, St. Cassius, Urkunden AA 0147, Nr. 197, abgerufen am 6. Mai 2026. Der Bischof Wikbold von Culm, der Kölner Weihbischof Everhard und Johann de Cervo bekundeten 1384 die Untersuchung der Reliquien, die in Folge einer durch Margaretha von Xanten getätigten Offenbarung in einer Kapelle von St. Gereon gefunden wurden.Joerres (1893), S. 492 1507 stiftete Heinrich von Friemersheim der Schenkerin Anna Xantis eine Vikarie im Gasthaus auf der Flinger Straße in Düsseldorf zu Ehren der heiligen Anna und anderen Heiligen. Der Kanoniker Johan Xanctis war Oheim der Anna.Stadtarchiv Düsseldorf, 0-2-0 / Rathausarchiv, Nr. 0-2-0-32.0000, abgerufen am 6. Mai 2026. Noch 1629 trat Wilhelm Xantis, wohnhaft zu Aldenhoven, mit seiner Frau Resgen Weidenhauft auf. Er verschrieb eine Rente von 100 Reichstalern an die armen Studenten.Stadtarchiv Jülich, I Bund / Einzelakten, Nr. Bund 4-6, abgerufen am 6. Mai 2026.
Wappen Blasonierung: Ein aufrecht stehender Fuchs zwischen zwei StandenFahne (1853), S. 207. (Stauden?).
Literatur
Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 2, Heberle, Köln und Bonn 1853, S. 207 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht