Gideon Schocken (; geboren als Walter Schocken 28. Dezember 1919 in Zwickau; gestorben 24. November 1981 in Kfar Shmaryahu, Bezirk Tel Aviv) war ein israelischer Berufssoldat deutscher Herkunft. mini|hochkant|Gideon Schocken (1959) mini|hochkant|Stolperstein in Berlin-Zehlendorf
Leben Walter Schocken war ein Sohn des deutschen Unternehmers Salman Schocken und der Zerline Ehrmann, er hatte vier Geschwister. Er wuchs in Berlin auf. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 emigrierte die Familie 1934 nach Palästina. Er hieß nun Gideon. Er besuchte das Hebräische Gymnasium in Rehavia. 1936 trat er der paramilitärischen Organisation Haganah bei. Daneben studierte Schocken an der Hebräischen Universität Jerusalem Klassische Philologie, ab 1938 an der Universität Oxford. Im Zweiten Weltkrieg war er ab 1941 Soldat in der British Army und wurde 1946 im Rang eines Majors der Jüdischen Brigade entlassen. Er heiratete 1942 Dvora Cohen, sie hatten drei Kinder.
Nach Kriegsende zog er mit seinem Vater nach New York, wo sie mit dem Bruder Theodore Schocken den US-amerikanischen Verlag Schocken Books gründeten.
1949 ging er zurück nach Israel und wurde Stabsoffizier in der Israelischen Armee (IDF), wo er unter anderem das Personalamt leitete. Er stieg 1959 in den Rang eines Generalmajors auf. 1961 ging er in Pension. Schocken arbeitete in der Folgezeit im Krisenstab des israelischen Ministerpräsidenten, beim Israelischen Rechnungshof, als Vorstandsmitglied bei der Bank Leumi, im Kuratorium der Ben-Gurion-Universität im Negev und im Kuratoriumsvorstand des Schocken Institute for Jewish Research in Jerusalem und New York.
Gedenken Am 23. März 2023 wurden vor dem Wohnhaus der Familie Schocken in der Limastraße in Berlin-Zehlendorf Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig für Gideon Schocken und seine Familie verlegt.
Literatur Schocken, Gideon. In: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. Saur, München 1980, S. 660. Schocken, (Walter) Gideon. In: Ernst Fischer: Verleger, Buchhändler & Antiquare aus Deutschland und Österreich in der Emigration nach 1933: Ein biographisches Handbuch. 2. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020, S. 468 f.
Weblinks
Gideon Schocken. Prabook.com
Kategorie:Generalmajor (Israel) Kategorie:Verleger (20. Jahrhundert) Kategorie:Angehöriger der Jüdischen Brigade Kategorie:Person (Hagana) Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Person, für die im Bezirk Steglitz-Zehlendorf ein Stolperstein verlegt wurde Kategorie:Deutscher Emigrant in Palästina zur Mandatszeit Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Kategorie:Israeli Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 1981 Kategorie:Mann