Padaro (Dialekt: Pár) ist eine Fraktion der italienischen Gemeinde Arco in der Provinz Trient, Region Trentino-Südtirol.

Geographie Die Siedlung liegt etwa 52 km südwestlich der Provinzhauptstadt Trient und 5 km westlich vom Ortszentrum von Arco auf einer Terrasse oberhalb des Sarca-Tals auf einer Höhe von , eingebettet von den südlichen Ausläufern des Monte Biaina () im Westen und dem Monte Baone () im Südosten. Padaro befindet sich an der oberen Vegetationsgrenze des Olivenanbaus im unteren Sarca-Tal.Aldo Gorfer: Le valli del Trentino. Trentino occidentale. S. 268.

Etymologie Die Etymologie des Namens ist umstritten. Er könnte sich aus dem langobardischen Personennamen Bado ableiten, auch wenn das kein Hinweis auf eine Besiedlung durch die Langobarden darstellt, wie es auch andernorts mit Ortsnamen langobardischen Ursprungs der Fall ist, da langobardische Personennamen im Mittelalter sehr geläufig waren. Nach Carlo Battisti und Elisabetta Ventura könnte es sich der Ortsname um eine Kontamination des lateinischen *pīcāria mit dem keltischen *padi handeln.Giulia Mastrelli Anzilotti: Toponomastica trentina: i nomi delle località abitate. S. 128.

Geschichte Die Gründung des Ortes geht auf die Grafen von Arco zurück. Letztere nutzten die Umgebung als Jagdrevier und ließen hier Ställe für ihre Maultiere sowie einige einfache Unterkünfte für die Maultiertreiber errichten. In der Folge siedelten sich weitere Bewohner an und es entstand eine kleine Siedlung.Padaro. In: Strenna Trentina. Nr. 57 (1929), S. 110. Wie auch die übrigen Ortschaften der Grafschaft Arco, gehörte Padaro jahrhundertelang zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Arco und teilte deren wechselvolle Geschichte.Cooperativa ARCoo (Hrsg.): Comune di Romarzolo. Inventario dell’archivio storico (1403–1929) e degli archivi aggregati (1894–1920). S. 10.

Erwähnt wurde der Ort 1220 allerdings in einem Dokument, das den Besitz des Bischofs von Trient in Arco und Umgebung aufzählt. Unklar ist, wie er in bischöflichen Besitz gelangte. Eine weitere Urkunde von 1288 bekräftigt den bischöflichen Besitz. Im Gegensatz zum 12. Jahrhundert, als die Grafen von Arco dem Bischof die Stirn boten, hatte Letzterer im 13. Jahrhundert das Gebiet wieder vorübergehend unter seine Kontrolle gebracht.Gian Pietro Broglio: Paesaggi, insediamenti e architetture tra età romana e XIII secolo. In: Gian Pietro Broglio (Hrsg.): APSAT 3. Paesaggi storici del Sommolago. SAP Società Archeologica, Mantua 2013, ISBN 978-88-87115-78-9, S. 209.

1302 taucht das Toponym Villa Padardi Plebatus Arci auf. 1320 erscheint es in der Form Padaro. Weitere Varianten sind Padario, Paro und Par.Ernesto Lorenzi: Dizionario Toponomastico Tridentino. S. 511. Letztere erscheint im 1774 veröffentlichten Atlas Tyrolensis von Peter Anich.Marco Avanzini, Isabella Salvador: Uomo e pietra nel Sommolago: Storia dello sfruttamento dei materiali lapidei nel territorio di Arco tra XVI e XX secolo. S. 83. Zur Finanzierung seines Lebensstils bot Graf Galeazzo von Arco 1448 gegen eine einmalige Zahlung von 2000 Dukaten den Bewohnern von Padaro die Befreiung von jeglicher Abgabenlast und von der Leibeigenschaft an. Von der überwiegend ärmlichen Bevölkerung konnte aber fast niemand davon Gebrauch machen.Berthold Waldstein-Wartenberg: Storia dei Conti d‘Arco nel medioevo. Il Velo Editrice, Rom 1979, S. 352.

Ende des 15. Jahrhunderts wurde die dem Apostel Thomas gewidmete Kirche San Tommaso Apostolo am nördlichen Ortsrand erbaut.Aldo Gorfer: Solo il vento bussa alla porta. S. 63 Fußnote 19. Die Verwaltung der Kirche war der Vicinia von Padaro anvertraut, die einen Kirchenverwalter dafür einsetzte. Die Vicinia von Padaro besaß wie die Vicinie der anderen Siedlungen in der Grafschaft Arco vermutlich ein eigenes Statut, mit dem die Gemeinschaft geregelt wurde. Sie gehörte wie die Vicinie der Nachbarorte Varignano, Chiarano und Vigne der Gemeinschaft und späteren Gemeinde Romarzollo an. Die Vicinia überstand die revolutionäre napoleonische Epoche und bestand bis in das 19. Jahrhundert.

Mitte des 19. Jahrhunderts zählte Padaro 85 Einwohner und war eine Fraktion der Gemeinde Romazollo, die dem Gerichtsbezirk Arco angehörte.Agostino Perini: Statistica del Trentino. Band 2, S. 356. 1883 wurde in Padaro ein römischer Münzschatz gefunden. Die 80 Bronzemünzen aus der Kaiserzeit reichen von der Regierungszeit Kaiser Hadrians bis zu der von Kaiser Commodus.Giovanni Gorini: Presenze monetali e tesaurizzazione. In: Ezio Buchi (Hrsg.): Storia del Trentino II: L’età romana. Il Mulino, Bologna 2000, ISBN 88-15-08080-5, S. 265.

Kurz vor dem italienischen Kriegseintritt in den Ersten Weltkrieg 1915 lebten in Padaro 128 Einwohner, und dass obwohl der Ort nur über Saumwege vom Tal aus erreichbar war. In den 1920er Jahren wurde der Ort an das Stromnetz angeschlossen. Ende der 1960er Jahre zählte Padaro gerade noch 44 Einwohner und besaß nach wie vor keine moderne Straßenverbindung nach Arco. Erst in der Folge wurde die von Varignano nach Padaro führende Schotterstraße verbreitert und asphaltiert.Aldo Gorfer: Solo il vento bussa alla porta. S. 63–71.

Wirtschaft mini|San Tommaso Apostolo Der ländlich geprägte Ort ist von Olivenhainen und von Weinbergen umgeben. Der Tourismus spielt wirtschaftlich nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings ziehen die vielen Kletterrouten rund um Padaro zahlreiche Kletterer an, was besonderes an Wochenenden zu Parkproblemen führt.

Ein östlich von Padaro in den 1960er Jahren betriebener Steinbruch, in dem Oolith abgebaut wurde, ist nicht mehr im Betrieb.Marco Avanzini, Isabella Salvador: Uomo e pietra nel Sommolago: Storia dello sfruttamento dei materiali lapidei nel territorio di Arco tra XVI e XX secolo. In: Alexandra Chavarrìa Arnau, Marie-Ange Causarano: La memoria culturale dell’Oltresarca Trentino: Paesaggi, persone e storie di pietre. SAP Società Archeologica srl., Mantua 2018, ISBN 978-88-99547-26-4, S. 94. Der Großteil der Bevölkerung pendelt nach Arco oder Riva del Garda zur Arbeit.

Sehenswürdigkeiten San Tommaso Apostolo, die im 16. Jahrhundert erstmals erwähnte Kirche des Ortes. Ihr modernes Aussehen geht auf Umbauarbeiten im 19. Jahrhundert zurück.

Literatur Agostino Perini: Statistica del Trentino. Band 2, Tipografia Fratelli Perini, Trient 1852, S. 356 (Digitalisat). Ottone Brentari: Guida del Trentino. Trentino Occidentale parte prima: Valli del Sarca e del Chiese. Sante Pozzato, Bassano del Grappa 1892, S. 84–85. Aldo Gorfer: Le valli del Trentino. Trentino occidentale. Manfrini, Calliano 1975, S. 268–269. Aldo Gorfer: Solo il vento bussa alla porta. Saturnia, Trient 1981 (4. Auflage). Ernesto Lorenzi: Dizionario Toponomastico Tridentino. Archivio per l‘Alto Adige, Gleno 1932 (Nachdruck Arnaldo Forni Editore, Sala Bolognese 1981), S. 511. Cooperativa ARCoo (Hrsg.): Comune di Romarzolo. Inventario dell’archivio storico (1403–1929) e degli archivi aggregati (1894–1920). Provincia autonoma di Trento, Comune di Arco, Trient 2002, (PDF). Giulia Mastrelli Anzilotti: Toponomastica trentina: i nomi delle località abitate. Provincia autonoma di Trento. Servizio beni librari e archivistici, Trient 2003, ISBN 978-88-86602-56-3.

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Einzelnachweise

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