mini|Eingang der Grimmaischen Straße knapp vier Stunden nach der Tat Bei der Amokfahrt von Leipzig am 4. Mai 2026 fuhr ein Autofahrer mit einem SUV etwa 450 Meter quer durch eine Fußgängerzone in der Innenstadt von Leipzig und erfasste dabei mehrere Fußgänger. Dabei wurden zwei Menschen getötet und sechs weitere verletzt, zwei davon schwer. Der Fahrer wurde noch am Tatort festgenommen.
Tatort und Ablauf Der Täter bog gegen 16:45 Uhr vom Augustusplatz oder von der Goethestraße in die Fußgängerzone ein und fuhr etwa 450 Meter weit durch die Grimmaische Straße, am Markt entlang und durch die Thomasgasse, wo der SUV an einer Reihe Poller zum Stehen kam. Zeugenangaben zufolge raste das Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von etwa 70 bis 80 Kilometern pro Stunde durch die Einkaufsstraße, wobei es zu zwei schweren Kollisionen kam. Zwei der Opfer verstarben bereits am Unfallort. Eine Reihe von Verletzten, darunter zwei Schwerverletzte, wurden in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert.Was über die mutmaßliche Amokfahrt bekannt ist. Stand: 05.05.2026 • 11:21 Uhr Tagesschau, abgerufen am 5. Mai 2026Was wir über die mutmaßliche Amokfahrt von Leipzig wissen. Stand: 05.05.2026, 06:57 Uhr WDR, abgerufen am 5. Mai 2026 Danach umstellten mehrere Passanten das Fahrzeug und versuchten erfolglos das von innen verriegelte Fahrzeug zu öffnen oder die Scheibe einzuschlagen. Als die ersten Polizisten eintrafen, saß der Fahrer noch im Wagen. Unter anderem ein libyscher Asylbewerber und ein algerischer Taxifahrer halfen, den Fahrer zu überzeugen, das Fahrzeug zu verlassen, und ihn gemeinsam mit einem Polizisten zu fixieren sowie auch ihn vor heranstürmenden Männern zu beschützen. Der Täter wurde vor Ort festgenommen.
Die Rettungskräfte aktivierten kurzzeitig den Einsatzplan Massenanfall von Verletzten (MANV), der an der Uniklinik Leipzig um 18:46 Uhr wieder aufgehoben wurde.
Binnen zwei Stunden nach der Tat wurde im Gewandhaus ein Stockwerk freigeräumt, um Zeugen zu befragen und psychologisch zu betreuen.
Opfer Eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann wurden getötet.Zwei Tote – mehrere Verletzte - Viele offene Fragen nach mutmasslicher Amokfahrt in Leipzig. Stand: 05 Mai 26, 11:30 Schweizer Radio und Fernsehen, abgerufen am 1. Mai 2026 Sechs weitere Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer. Bis 22. Mai waren alle Verletzten aus der stationären Behandlung entlassen.
Täter mini|Das Ende der Thomasgasse, wo der PKW zum Stehen kam, und das Zelt, unter dem die Spurensicherung daran stattfand Bei dem Festgenommenen handelte es sich laut Polizei um einen 33-jährigen Deutschen. Er ist in Deutschland geboren, wohnhaft im Raum Leipzig und fuhr einen weißgrauen VW Taigo mit Leipziger Kennzeichen. Der Festgenommene soll sich bei der Festnahme in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben; die Tat wurde nicht der politisch motivierten Kriminalität zugeordnet. Der genaue Hergang sowie ein mögliches Motiv sind noch unklar. Die Staatsanwaltschaft nahm noch am Abend Ermittlungen wegen zweifachen Mordes und versuchten Mordes in mindestens zwei weiteren Fällen auf.
Laut Zeit soll der Festgenommene an einer Psychose leiden. Seine von ihm getrennt lebende Ehefrau erstattete mehrfach Anzeige gegen ihn, unter anderem wegen Bedrohung. Im April 2026 wurden Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der Bedrohung im Zusammenhang mit der Ankündigung eines Verbrechens aufgenommen. Nach einem knapp zweiwöchigen Aufenthalt des Festgenommenen in einer psychiatrischen Klinik gab es einen Polizeieinsatz bei der Ehefrau und dem gemeinsamen Kind.
Reaktionen mini|Leipziger Polizeipräsident René Demmler, Sächsischer Ministerpräsident Michael Kretschmer, Oberbürgermeister Burkhard Jung und Sächsischer Innenminister Armin Schuster (v. l. n. r.) bei einer Ortsbegehung am Tag nach der Tat Am Folgetag, dem 5. Mai 2026 ordneten der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig Trauerbeflaggung an. Im Neuen Rathaus wurde ein Kondolenzbuch ausgelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.Gedenken an OpferNach Amokfahrt: Leipzig legt Kondolenzbuch aus. Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 5. Mai 2026 Die Nikolaikirche und die Thomaskirche, die beide direkt in der Innenstadt unweit des Tatorts liegen, öffneten ihre Räume zum Trauern und Gedenken. Die Universität Leipzig, deren Hauptcampus direkt an die Grimmaische Straße angrenzt, lud für 12:30 Uhr zu einer „offenen Gedenkandacht“ ins Paulinum ein und stellte es allen Mitarbeitern und Studenten frei, sich diesen Tag freizunehmen; persönlich Betroffenen auch noch einen weiteren Tag. Um 17 Uhr fand eine ökumenische Gedenkandacht in der Nikolaikirche mit dem Thomanerchor statt, an der auch Ministerpräsident Michael Kretschmer, Oberbürgermeister Burkhard Jung und Landesbischof Tobias Bilz teilnahmen.
mini|Die am 6. Mai installierten Fahrzeugsperren sowie Blumen und Kerzen unter der Skulptur Unzeitgemäße Zeitgenossen Am 6. Mai 2026 wurden am Eingang der Grimmaischen Straße, wo die Amokfahrt begonnen hatte, mobile Fahrzeugsperren, Modell Oktablock von Hörmann, installiert und die Stadt kündigte an, das Sicherheitskonzept für die Innenstadt zu überarbeiten. Das Mordkommissariat der Kriminalpolizei gründete die Ermittlungsgruppe Zentrum, der 26 Beamte zugeordnet wurden, unter anderem auch vom Landeskriminalamt Sachsen. Sie soll hauptsächlich den genauen Tatablauf und das Motiv des Beschuldigten aufklären.
Am Samstag, dem 9. Mai 2026 führte die psychiatrische Fachklinik Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz, in der sich der Täter wenige Tage vor der Tat freiwillig hatte behandeln lassen, ihren lange geplanten Tag der offenen Tür trotz zwischenzeitlicher Bedenken durch. Wegen des aktuellen Anlasses fand jedoch keine Führung durch Räume der forensischen Psychiatrie statt. Bei Veranstaltungen der Stadt Leipzig wie der Langen Nacht der Museen sowie beim Bundesliga-Heimspiel von RB Leipzig und dem Regionalliga-Auswärtsspiel von BSG Chemie Leipzig beim FC Eilenburg fand eine Schweigeminute statt.
Der 1. FC Lokomotive Leipzig spielte beim Regionalliga-Auswärtsspiel beim Greifswalder FC am Sonntag, 10. Mai 2026 mit Trauerflor.
Am 13. Mai 2026 gab die Betreibergesellschaft der nahegelegenen Mädlerpassage bekannt, dass sie wegen der Amokfahrt das für den 20. Mai geplante Passagenfest MädlerNight auf einen späteren, noch festzulegenden Zeitpunkt verschiebt.
Am 12. September 2026 wurde bei der Verleihung der Goldenen Henne in Leipzig der Syrer Majeed Yarim, der nach der Amokfahrt Verletzte versorgt hatte, stellvertretend für alle Ersthelfer in der Kategorie Helden des Alltags mit der Trophäe ausgezeichnet.
Prozess Ende August 2026 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Fahrer. Sie wirft ihm zweifachen Mord, versuchten Mord in 85 Fällen, gefährliche Körperverletzung in 8 Fällen und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr in 91 Fällen vor. Ein vorläufiges psychiatrisches Gutachten kam zu dem Schluss, dass der Täter voll schuldfähig sei.
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