Ariane Müller (geboren 1965 in Wien) ist eine österreichische bildende Künstlerin. In den 1990er Jahren war sie zusammen mit Linda Bilda Herausgeberin des Kunst-Fanzines Artfan. Seit 1998 ist sie Mitherausgeberin des Starship Magazine. Sie ist außerdem als freie Autorin, als Kuratorin und als Stadtplanerin tätig.

Leben & Werk Ariane Müller kam 1965 in Wien zur Welt. Sie studierte Malerei an der Escola Massana in Barcelona, Romanistik und Philosophie an der Universität Wien sowie Raumplanung und Regionalwissenschaft an der TU Wien.

Von 1991 bis 1997 gab sie zusammen mit Linda Bilda das Konzeptkunst-Fanzine Artfan heraus. Artfan war inspiriert von den Theorien der Situationistischen Internationale, unbekannte und bekannte Menschen wirkten gleichermaßen mit, zu den bekannten zählten Andrea Fraser, Jutta Koether, Martin Kippenberger und Fareed Armaly. Die Konzepte von Anonymität und Copyleft waren den Herausgeberinnen wichtig. Es erschienen 13 Ausgaben in einer Auflage von je 800 Stück, sie enthielten Fotostrecken, Illustrationen und Kritiken. Die Themen reichten von Ausstellungen in Wien bis zum Jugoslawienkrieg. Im Zusammenhang mit Artfan organisierten Müller und Bilda zudem Ausstellungen und drehten Kurzfilme.

Von 1996 bis 2013 war Müller österreichische Delegierte des Programms der Vereinten Nationen UN-Habitat. In dieser Funktion verbrachte sie einige Zeit in Nairobi. Die Erlebnisse in der kenianischen Hauptstadt verarbeitete sie in ihrem Romanerstling Handbuch für die Reise nach Afrika (2013). alt=Schwarzweißes Logo in Form eines Farbkleckses, mit Schriftzug „Starship“|mini|Logo von Starship Seit 1998 ist sie Mitherausgeberin des Starship Magazine, das im Artforum 2002 wohlwollend als „obskur daherkommendes“ Kunst-Fanzine und als „Mitteilungsblatt unterschiedlichster Interessen, Netzwerke und Oppositionen“ beschrieben wurde. Typisch für das Heft sei seine „grund-sympathische Durchlässigkeit [..] für allerhand inhaltliches Divergieren aber auch für unterschiedliche Vermittlungsansätze in Text und Bild“. Im Rahmen des Projekts Starship organisieren die Herausgeber Ausstellungen, Veranstaltungen und Konzerte. Im Lauf der Jahre wirkten viele Kunstschaffende mit, darunter Wolfgang Tillmans, Michaela Eichwald, Kai Althoff, Angela Bulloch.

Alleine oder zusammen mit anderen Kunstschaffenden dreht Ariane Müller seit 1988 Videos. Die Videoarbeiten entstehen oft im Rahmen von Ausstellungen und zeigen, so die Beschreibung der Secession, Tätigkeiten, „denen man sich widmen kann, wenn Dinge nicht ergebnisorientiert oder dringlich geschehen müssen, sondern Raum für Experiment, für Engagement, für Frei-Zeit, für „Nicht-Arbeit“ besteht.“

Ariane Müller ist darüber hinaus als freie Autorin tätig. Sie schreibt u. a. für Texte zur Kunst, für die Springerin, für Starship sowie Katalogtexte zu anderen Kunstschaffenden. Als Gastprofessorin lehrte sie u. a. an der HfG Offenbach und an der Kunstakademie von Umeå.

Sie lebt und arbeitet in Berlin und Wien.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Kunst Antimiete und Antiware (zusammen mit Gunter Reski) und Für „Demontage“ in: Rita Baukrowitz, Karin Günther (Hrsg.): Team Compendium: Selfmade Matches, Selbstorganisation im Bereich Kunst, Kellner, Hamburg 1994, ISBN 978-3-927623-55-2 Menschen im Staat. In: Stephan Dillemuth (Hrsg.): Akademie, permanent press, Köln, 1995, ISBN 3-931184-00-5 Zur Zeit. In: Martin Ebner, Florian Zeyfang, Sabeth Buchmann (Hrsg.): Poor man's expression: technology, experimental film, conceptual art. Sternberg Press, Berlin 2010, ISBN 978-1-934105-01-6 Handbuch für die Reise durch Afrika. Starship, Berlin 2013, ISBN 978-3-7204-0210-1 Linda Bilda 1963–2019. In: Springerin, Heft 3/2019

Städteplanung Städtebau heute. (zusammen mit Gottfried Pirhofer) In: Annette Becker, Dietmar Steiner, Wilfried Wang (Hrsg.): Architektur im 20. Jahrhundert. Österreich. Prestel, München 1995, S. 109–113, ISBN 3-7913-1613-3 Als Herausgeberin/Redakteurin: Best practices der Stadt Wien: UN-Habitat best practices Programm; 1996–2004. Stadt Wien, Magistratsabteilung 18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung, 2004, ISBN 3-902015-70-5

Literatur Ariane Mueller, Jeanette Pacher: Ariane Mueller. Fish are folded into the sea just as the sea is folded into fish. Walther König, Köln 2025, ISBN 978-3-7533-0796-1

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 2025: Fische sind ins Meer gefaltet wie das Meer in die Fische. Secession, Wien

Gruppenausstellungen 2000: Die andauernden Städte. Urbane Situationen. Galerie im Taxispalais, Innsbruck 2004: 6. Werkleitz Biennale: Allgemeingut. 2005: Situation. Museum of Contemporary Art Australia, Sydney 2007: Oh Girl, It’s a Boy! Kunstverein München 2013: Some End of Things. Kunstmuseum Basel 2017: Swiss Cheese Plant. Zusammen mit Martin Ebner, Kunstverein Göttingen 2019: Doing Deculturalization. Museion Bozen 2018: Then I would like to make a happy end for once (zusammen mit Verena Kathrein), Kunstverein Nürnberg 2025: Notes on Lightness / Notizen über das Leichte. HGB Galerie, Leipzig

Als Kuratorin 2006: 4. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst / Friends and Enemies (als Starship, zusammen mit Martin Ebner und Hans-Christian Dany) 2020/2021: Lin­da Bilda. Amor vin­cit omnia. Zusammen mit Chris­toph Schä­fer und Hem­ma Schmutz, Lentos, Linz 2021: Dispossession. Künstlerhaus Wien

Videoarbeiten (Auswahl) belegt hier: 1992: Artfan Produktion. Video, 30 Min., zusammen mit Linda Bilda 1994: Arbeiterliederkaraoke. Video, 14 Min., zusammen mit Linda Bilda 2000: A-Clip – Madjiguène Cissé sagt. Vide, 0:56 Min., zusammen mit Judith Hopf 2001: Kreuzberg von 8 – 10. Vide, 30 Min., zusammen mit Deborah Schamoni 2002: Berlin Alexanderplatz – Franzeken’s Way. Video, 35 Min

Stipendien (Auswahl) 2005, 2006: Cité Internationale des Arts, Paris 2015/2016: Stipendium des Istituto Svizzero di Roma 2019–2020: Red Gate Gallery, Peking

Werke in Sammlungen Artothek des Bundes, Abb.

Weblinks Offizielle Website von Ariane Müller mit vielen Textbeispielen/Veröffentlichungen als PDF Digitalausgabe des Katalogs zur Ausstellung Ariane Mueller. Fish are folded into the sea just as the sea is folded into fish. Auf der Website der Wiener Sezession Kreuzberg von 8 – 10 (Video) im Online-Archiv bak.ma

Einzelnachweise

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