Daidalidai (Δαιδαλίδαι) war ein attischer Asty-Demos, der ursprünglich der Phyle Kekropis zugehörte, in der Zeit von 307/6 bis 201/0 v. Chr. der Phyle Demetrias zugewiesen war und seit 126/7 n. Chr. zur Phyle Hadrianis gehörte. Der Demos entsandte einen bouleutḗs.Hans Lohmann: Daidalidai. In: Der Neue Pauly, Bd. 3, Stuttgart/Weimar 1999, Sp. 272. Die wiederholt erwogene Gleichsetzung mit dem modernen Ortsnamen Chalkomatades ist abzulehnen.Arthur Milchhöfer: Daidalidai. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Stuttgart 1901, Sp. 1991. Topographisch ist Daidalidai durch das sogenannte Daidaleion fassbar, ein wohl als Heiligtum des eponymen Heros zu deutender Ort, das lediglich durch eine Poletai-Inschrift bezeugt ist;Agora XIX P5, Z. 9–12 = Margaret Crosby/John Young: Greek Inscriptions. In: Hesperia 10 (1941), S. 14–30, hier: Nr. 1, Z. 9–12, vgl. auch S. 20f. (Digitalisat). von hier aus ergibt sich eine südliche Grenze zum Demos Alopeke. Die Ausdehnung des Demos nach Osten lässt sich nicht sicher bestimmen.Margaret Crosby/John Young: Greek Inscriptions. In: Hesperia 10 (1941), S. 20f.; Hans Lohmann: Daidalidai. In: Der Neue Pauly, Bd. 3, Stuttgart/Weimar 1999, Sp. 272; Sarah C. Humphreys: Kinship in Ancient Athens. An Anthropological Analysis, Oxford 2018, S. 1050f.
Prosopographisch ist der Demos nur schwach belegt: Als einziger Leiturg erscheint Kallikrates (Bürgschaft für die Chalkis-Flotte 341 v. Chr., Tilgung seiner Schulden 325/4), dessen Vater Satyros wohl 389/8 Schatzmeister der Athena war.John K. Davies: Athenian Propertied Families, 600–300 B.C., Oxford 1971, S. 273 Nr. 7959; Sarah C. Humphreys: Kinship in Ancient Athens. An Anthropological Analysis, Oxford 2018, S. 1050. Weitere Angehörige des Demos sind epigraphisch greifbar (u. a. Parpakides, Menekrates II, Ergokrates). Hervorzuheben ist Kleonymos, Thesmothet von 329/8, dessen Familie möglicherweise aus dem Raum um Peiraieus stammte.Sarah C. Humphreys: Kinship in Ancient Athens. An Anthropological Analysis, Oxford 2018, S. 1050f.
Literatur Arthur Milchhöfer: Daidalidai. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Stuttgart 1901, Sp. 1991. John S. Traill: Demos and Trittys. Epigraphical and topographical studies in the organization of Attica, Toronto 1986. Hans Lohmann: Daidalidai. In: Der Neue Pauly, Bd. 3, Stuttgart/Weimar 1999, Sp. 272 (Digitalisat). Sarah C. Humphreys: Kinship in Ancient Athens. An Anthropological Analysis, Oxford 2018, S. 1050f.
Anmerkungen
Kategorie:Attischer Demos