Luigi Michelini Tocci (* 28. April 1910 in Cagli; † 15. Februar 2000 in Rom) war ein italienischer Bibliothekar und Kunsthistoriker, der sich auf Miniaturen spezialisiert hatte.
Leben mini|Claudianus Claudius, Opera, EinbandBiblioteca Apostolica Vaticana, Rom, Legature papali da Eugenio IV a Paolo VI, Ausstellungskatalog, herausgegeben von Luigi Michelini Tocci, 1977, S. 85, N. 154, pl. CXX. Er besuchte das Gymnasium am Istituto Massimo in Rom. Nach seiner Ernennung zum Direktor der Stadtbibliothek von Cagli veröffentlichte er im Jahr 1930 eine Studie über eine dort aufbewahrte Handschrift der „Aeneis“. 1932 ging er mit einem Stipendium nach Ungarn. 1933 schloss er sein Studium der Literaturwissenschaft an der Universität La Sapienza in Rom bei Pietro Paolo Trompeo mit einer Arbeit über Léon Bloy ab.
Von 1934 bis 1944 war er Direktor der Biblioteca Oliveriana in Pesaro und widmete sich dort der Medaillensammlung, die heute in den Städtischen Museen von Pesaro aufbewahrt wird. Während seiner Amtszeit wurde der Sitz der Bibliothek im Palazzo Almerici restauriert und 1936 fand dort die erste Bibliografische Ausstellung der Marken statt, deren Katalog von Luigi Michelini Tocci herausgegeben wurde. Im selben Jahr organisierte er einen Vorbereitungskurs für das Personal von Volks- und Schulbibliotheken, der von der Bibliografischen Oberaufsicht der Romagna und der Marken konzipiert worden war.
Im November 1944 trat er in die Vatikanische Apostolische Bibliothek ein und wurde der päpstlichen Medaillensammlung zugeteilt. 1959 übernahm er die Leitung des Numismatischen Kabinetts derselben Bibliothek, 1978 dann die Leitung der Abteilung „Kunstgegenstände“. Er interessierte sich leidenschaftlich für die Literatur des 19. Jahrhunderts, die italienische Renaissancekunst und der Buchgeschichte. Er veröffentlichte Aufsätze über illuminierte Renaissancehandschriften, katalogisierte Inkunabeln und gab im Vatikan Ausstellungskataloge heraus, darunter Quinto centenario della Biblioteca Apostolica Vaticana, 1475-1975 (1975), Legature papali da Eugenio IV a Paolo VI (1977), Bernini in Vaticano (1981). Zudem publizierte er Monografien über Raffael und seine Zeit sowie über antike Kunst und Architektur in Pesaro und Umgebung. Zudem wirkte er an der von Treccani herausgegebenen Dante-Enzyklopädie mit.
Er hatte Lehrtätigkeiten für Buch- und Bibliotheksgeschichte an der Vatikanischen Bibliotheksschule sowie für Miniaturgeschichte an der Vatikanische Schule für Paläographie, Diplomatik und Archivkunde inne. Er war Mitglied der Vereinigung Italienischer Bibliothekare (Sektion Latium) sowie der Römischen Gesellschaft für Nationalgeschichte (seit 1973) und der Päpstlichen Römischen Akademie für Archäologie, deren Sekretär er von 1971 bis 1979 war.
Schriften Bücher
}Einleitung und Kommentar zur Faksimile-Ausgabe von ROSS.24. Der Text ist auch auf Deutsch erschienen.
In Zusammenarbeit
Periodische Schriften
Band 1: Einleitung von Luigi Michelini Tocci; mit einem Vorwort von Mario Salmi und einer philologischen Anmerkung von Giorgio Petrocchi. Band 2: Anastatische Reproduktion des Codex.
Mit Faksimile-Reproduktion des Codex, der Folgendes enthält: Canticum canticorum. Biblia pauperum. Dis ist ein baum Indem man lichtlich des biblisthen hystorien geschicht In gedenchen Mag. Historia Davidis.
Faksimile-Reproduktion einer lateinischen Handschrift mit einem Gedicht von Giovanni Santi, Raffaels Vater.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bibliothekar (Italien) Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Geboren 1910 Kategorie:Gestorben 2000 Kategorie:Mann Kategorie:Italiener