Der Kaniner Krug lag südöstlich von Lehnin und wurde als Gasthaus im Gemeindebezirk Kanin geführt. Er erschien 1871 als nicht in die Gemeinde integrierter Wohnplatz. 1885, 1895 und 1905 bildete er einen selbständigen Gutsbezirk. Um 1907 wurde das Gut vollständig zerstückelt und 1908 faktisch der Landgemeinde Kanin einverleibt.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 185)
Geschichte Der Ort wurde 1450 als Der Kruck zu Kannyn erwähnt. Ende des 16. Jahrhunderts hieß es, die Schenke zu Canin sei brandenburgisch, und 1861 erschien die Form Caniner Krug. Besitzlich gehörte er bis 1737 zum Gut Cammer und danach zum Gut Groß Kreutz.
Im Jahr 1450 bestand ein Krug; 1624 wurde der Krüger genannt, ebenso 1687. 1745 wurde erneut ein Krug erwähnt. 1772 wurde ein Bauer aufgeführt. 1801 bestand der Krug mit einer Feuerstelle. Kanin bildete bis zu den Befreiungskriegen 1815 eine Exklave des Kurfürstentums Sachsen innerhalb Preußens. Kanin gehört demnach zu Sachsen, der Dorfkrug zu Preußen. Im Jahr 1858 wurde ein Gasthaus mit drei Wohn‑ und fünf Wirtschaftsgebäuden verzeichnet. 1900 stand ein Haus, und 1907/1908 wurden Acker‑ und Wiesenflächen parzelliert, wodurch der Gutsbezirk praktisch aufgehoben wurde. Kirchlich war der Kaniner Krug nach Kanin eingepfarrt.
Die Einwohnerzahlen betrugen 1772 acht Personen, 1801 sechs, 1817 und 1837 wurden die Angaben über Kanin geführt, 1858 wurden sieben, 1871 sechs, 1885 elf, 1895 dreißig und 1905 acht Bewohner genannt.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 185 und 186)
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1450 Kategorie:Gemeindeauflösung 1908 Kategorie:Geographie (Beelitz)