Hatenow war eine mittelalterliche Siedlung in der Nähe von Groß Kreutz (Havel) und Trechwitz im heutigen Land Brandenburg. Der Ort gehörte zu den zahlreichen im Spätmittelalter verlassenen Dörfern der Zauche.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 167)

Geografische Lage Hatenow lag im Bereich der späteren Feldmark von Groß Kreutz; als Dorflage wurde das Gebiet durch den Flurnamen Wustermark angezeigt. Derselbe Flurname erschien ebenfalls im nördlichen Teil der Flur von Trechwitz. Weitere Bezeichnungen wie Die wüste Mark wurden in historischen Karten des frühen 19. Jahrhunderts verzeichnet.

Geschichte und Etymologie Der Ort wurde 1375 erstmals als Hatenow im Landbuch Karls IV. erwähnt. 1479 wurde eine wüste dorfstede czu Hatenick genannt, die mit Hatenow identifiziert wurde. Im Jahr 1729 erschien die Formulierung auf dem Hatnoischen Felde, die auf die ehemalige Dorfflur verwies. Die Namensherkunft ist bislang unklar, wird aber von Fischer als „kaum slawisch“Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 75, ISBN 3-937233-17-2. bezeichnet. Er kann sich eine Namensübertragung durch niederländische Siedler aus Hatenoy aus dem französischen Arrondissement Boulogne-sur-Mer vorstellen.

Hatenow gehörte zum Gut Groß Kreutz und war bereits 1375 wüst. Zu dieser Zeit bestand ein einzelnes Wehr, von dem die Fischer des Klosters Lehnin Abgaben zu leisten hatten. 1533 wurden in Groß Kreutz ein Hof mit drei wüsten Hufen zu Hatenow erwähnt; drei weitere Höfe besaßen jeweils zwei wüste Hufen, acht Höfe jeweils eine wüste Hufe, zusammen 17 Hufen. Zusätzlich hatten drei Höfe bebautes Land mit Hufen zu Hatenow, vermutlich je eine Hufe, sodass insgesamt 20 Hufen bestanden hatten. 1558 gehörten sieben wüste Hufen zu Hatenow zum vom Geschlecht von Rappe in Damsdorf ausgekauften Schulzengut. 1624 wurden die Hufen zu Hatenow in denen von Groß Kreutz aufgeführt. 1729 gehörten drei Hufen und ein Gut auf dem Hatenower Felde zu Trechwitz. 1752/1753 wurden fünf wüste Hufen zu Hatenow dem kleinen Rittersitz in Groß Kreutz zugerechnet. Die Flur von Hatenow ging vollständig in den Feldmarken von Groß Kreutz und Trechwitz auf und wurde nicht wieder besiedelt.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 532)

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1375 Kategorie:Groß Kreutz (Havel) Kategorie:Kloster Lehnin (Gemeinde)