Rebekka Sabine Schirner (* 1984) ist eine deutsche Klassische Philologin und Latinistin. Seit Oktober 2025 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für Klassische Philologie / Latinistik an der Universität Jena.Friedrich-Schiller-Universität Jena: Prof. Dr. Rebekka Schirner, abgerufen am 3. Mai 2026.
Werdegang und Forschung Schirner studierte von 2004 bis 2009 Latinistik, Gräzistik und Linguistik an der Universität Mainz. Von 2005 bis 2010 war sie dort studentische beziehungsweise wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt Neutestamentliche Textforschung – Die altlateinischen Actus Apostolorum am Seminar für Klassische Philologie. Von 2009 bis 2013 absolvierte sie in Mainz ein Promotionsstudium in Klassischer Philologie bei Wilhelm Blümer. Ihre 2015 veröffentlichte Dissertation behandelte Augustinus als Benutzer von Bibelhandschriften und Bibelübersetzungen.
Von November 2012 bis September 2023 war Schirner wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Altertumswissenschaften der Universität Mainz. 2017/18 absolvierte sie einen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsaufenthalt am University College London. Im Februar 2022 erhielt sie nach Habilitationsvortrag und Kolloquium die Venia legendi für Klassische Philologie. Ihre Habilitationsschrift erschien 2023 unter dem Titel Epic Fear. Affekt und Emotion in den Argonautica des Valerius Flaccus. Ihre Schrift Epic Fear rezensierte Nicole Diersen in H-Soz-Kult als „monumentale(n)s Werk über Emotionen, insbesondere Furcht, in den Argonautica des Valerius Flaccus (1. Jh. n. Chr.)“. Schirner präsentiere damit ein „neues Standard- und Nachschlagewerk für alle, die sich mit Valerius Flaccus oder den flavischen Epen befassen wollen“.Rezension von Nicole Diersen, in: H-Soz-Kult, 7. April 2025
Von 2016 bis 2020 war Schirner Mitglied der Jungen Akademie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Im Oktober 2023 erhielt sie eine Fellowship der Monumenta Germaniae Historica. Von November 2023 bis Februar 2024 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt im Bereich Exegese und Theologie des Neuen Testaments. Von März 2024 bis September 2025 bearbeitete sie als Projektleiterin das DFG-Projekt Neuedition der Historien des Gregor von Tours (Buch 2) an der -Universität Mainz. Von April bis September 2025 vertrat sie die Latinistikprofessur an der Universität Halle. Seit Oktober 2025 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für Klassische Philologie / Latinistik an der Universität Jena.
Ihre Forschungsschwerpunkte sind griechische und römische Epik, Emotionen in der Literatur, lateinische Patristik, lateinische Literatur der Spätantike und des Frühmittelalters sowie Editionsphilologie.
Schriften (Auswahl) Monographien Inspice diligenter codices. Philologische Studien zu Augustins Umgang mit Bibelhandschriften und -übersetzungen (Millennium-Studien. 49), De Gruyter, Berlin u. a. 2015, ISBN 3-11-034963-9. Open AccessReview von Tim Deneker in: Augustiniana, Vol. 66, No. 1/4 (2016), S. 314–318Review von Susan B. Griffith, in: Novum Testamentum, Vol. 59, Fasc. 1 (2017), S. 108–110 Epic Fear. Affekt und Emotion in den Argonautica des Valerius Flaccus (Orbis antiquus. 58), Aschendorff Verlag, Münster 2023, ISBN 978-3-402-14471-8.
Herausgeberschaften mit Svenja Nagel: Sprache, Macht, Magie. Beiträge des Workshops vom 20./21. Februar 2019 in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. Mainz 2021, ISBN 978-3-515-12929-9. mit Johannes Breuer: Ewiges Werden? Kontinuität, Wandel und Entfaltung in der antiken und nachantiken Literatur. Festschrift für Wilhelm Blümer zur Emeritierung. 2026, ISBN 978-3-402-25214-7.
Weblinks
Rebekka Schirner auf der Website der Friedrich-Schiller-Universität Jena Rebekka Schirner auf der Website der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Einzelnachweise
Kategorie:Altphilologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Latinist Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Schiller-Universität Jena) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1984 Kategorie:Frau