Die Geschichte von Suppāraka ist ein indisches Märchen und ein buddhistisches Jataka (463: Suppāraka-Jātaka).Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 318–325. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig.

Handlung Als der Bodhisattva in der Hafenstadt Bharukaccha im Lande Bharu als Sohn des Gildenmeisters der Schiffer wiedergeboren worden war, bekam er den Namen Suppāraka. Nach dem Tod seines Vaters wurde er selbst Meister der Schiffergilde, doch bei einer besonders stürmischen Seefahrt bekamen seine Augen soviel Seewasser ab, dass er erblindete. In der Folge trat er als Schätzer in den Dienst des Königs. Er schätzte ein, dass ein schwarzer Elefant nicht für den König geeignet sei, da dieser sich, als er geboren wurde, die Hinterfüße gebrochen hatte. Auch ein Pferd, dessen Mutter bei der Geburt starb, sodass es keine Muttermilch erhielt, schätzte er als des Königs unwürdig ein. Bei einem Wagen fand er heraus, dass er aus hohlem Holz gefertigt war, und angebotenes wertvolles Tuch erkannte er als von einer Maus angefressen. Doch jedes Mal, wenn er etwas gut einschätzte, bekam er nur acht Goldstücke zum Lohn, also beschloss er, in seine Heimatstadt zurückzukehren.

Dort überredeten Kaufleute Suppāraka, wieder zur See zu fahren und ihr Schiff zu steuern. Also durchfuhren sie mehrere Meere, die er kannte und aus denen er heimlich Diamanten, Gold, Silber, Smaragde und Lapislazuli fischte, denn hätte er den gierigen Kaufleuten davon erzählt, hätten diese so viel davon an Bord gebracht, dass das Schiff gesunken wäre. Danach kamen sie in das Valabhāmukhā-Meer, dessen höllischen Dasein kein Schiff entkommen konnte. Also sprach der Bodhisattva wahrheitsgemäß, dass er kein lebendes Wesen je verletzt habe und das Schiff deshalb ohne Not heimkehren solle. Wie durch ein göttliches Wunder fanden die Seefahrer daraufhin heim, wo der Bodhisattva seine Schätze an die Kaufleute verteilte.

Hintergrund Das Märchen entspricht dem Jataka 463 (Suppāraka-Jātaka) und erhielt in Johannes Mehligs Buddhistische Märchen (Wiesbaden 1982) den deutschen Titel Die Geschichte von Suppāraka. In Else Lüders’ Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien (Düsseldorf / Köln 1961) bekam das Märchen den Titel Suppāraka.Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 44–51.

Literatur Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 318–325. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig. Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 44–51.

Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Indische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Märchen Kategorie:Jātaka