Göritz war eine Wüstung nahe der Halbinsel am Südufer des Gohlitzsees und lag unmittelbar an der Feldmark von Rädel.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 139) Die Fläche befindet sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Geografische Lage Die frühneuzeitlichen Flurnamen wiesen die Lage der ehemaligen Siedlung durch die Bezeichnung Alte Dorfstelle aus, wie sie auf der Zauche-Karte von Erhardt aus dem Jahr 1777 verzeichnet war.

Geschichte Der Ort wurde 1193 als Goriz cum omnibus attinentiis stagno non excepto erwähnt, 1217 als gorizc in Urkunden des Klosters Lehnin, in anderen Abschriften jedoch auch als Goriz. 1343 erschien die Form Goricz, in anderen Überlieferungen auch Goritz. 1546 wurde eine Dorffstette am Goritzer sehe genannt, die an der Redelitzer Feldmark gelegen war.

Göritz gehörte von 1180 bis 1542 dem Kloster Lehnin und von 1542 bis 1872 dem Amt Lehnin. 1195 wurde Göritz als Dorf (villa) bezeichnet, ebenso 1343, wobei unklar blieb, ob die Siedlung zu diesem Zeitpunkt noch aktiv war. 1375 galt der Ort offenbar als wüst, da er im Landbuch Karls IV. nicht mehr erwähnt wurde. 1546 erhielten die Bauern von Michelsdorf einen Ort Busch von 6½ Morgen, den zuvor Rädel genutzt hatte und der zwischen der Dorfstätte am Gohlitzsee und der Rädel’schen Feldmark lag. Die Feldmark der Wüstung ging später in der Lehniner Forst auf und wurde nicht wieder besiedelt.

In den Jahren 1977 bis 1987 führte Günter Mangelsdorf gemeinsam mit Experten der Humboldt-Universität zu Berlin eine planmäßige Ausgrabung der Siedlung und des dazugehörigen Gräberfeldes durch. Die Experten konnten mehrere Hausreste sowie die vollständige Erfassung eines Pfostenhauses mit einer Herstelle und mit einer Breite von 4,5 Metern sowie einer Länge von mindestens sechs bis sieben Metern durchführen. Eine weitere Hausstelle war fünf Meter breit und neun Meter lang. Sie besaß ebenfalls eine Herdstelle aus Feldsteinen sowie einen teilweise erhaltenen Lehm-Estrich. Während das erste Haus in Blockbauweise errichtet worden war, war das zweite Haus in Ständerbauweise entstanden. Neben den Hausstellen befand sich ein Bestattungsplatz, der fast vollständig ausgegraben werden konnte. Die Experten stellten 144 beigabenlose Körperbestattungen fest, die in Ost-West-Richtung positioniert waren. In einiger Entfernung zum Dorf und Friedhof fanden sie außerdem einen Töpferofen mit Abfallgruben. Sie vermuten daher, dass die Siedlung keinen rein bäuerlichen Charakter hatte. Neben frühdeutscher Grauware konnte auch rotbemalte Keramik nach Pingsdorfer Art gesichert werden, die vermutlich am Ort produziert wurde.Günter Mangelsdorf: Haus, Hof und Siedlung während des 12. bis 12. Jahrhunderts in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern: Zum Stand der archäologischen Forschung. In: Friedrich Beck, Klaus Neitmann (Hrsg.): Brandenburgische Landesgeschichte und Archivwissenschaft. Festschrift für Lieselott Enders zum 70. Geburtstag, 1997, S. 6 und 7.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 139)

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1193 Kategorie:Kloster Lehnin (Gemeinde) Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark