Gerhard Bartodziej (* 1941 in Erlenbusch, Kreis Groß Strehlitz, Provinz Oberschlesien) ist ein polnischer Politiker deutscher Abstammung. Er gehörte von 1991 bis 1997 dem Senat der Republik Polen für das Wahlkomitee Deutsche Minderheit an.

Leben und Beruf Gerhard Bartodziej studierte bis 1962 an der Schlesischen Technischen Universität in Gliwice Elektrotechnik. Dort wurde er 1967 promoviert und habilitierte sich 1984. 1994 wurde er zum Professor für Technische Wissenschaften berufen, nachdem er bereits seit 1991 außerordentlicher Professor gewesen war. Er war zunächst am Institut für Energie- und Steuerungstechnik der Schlesischen Technischen Universität tätig. Später wechselte er an die Technische Universität Opole, wo er den Lehrstuhl für Energietechnik leitete. Von 1994 bis 2000 war er Präsidiumsmitglied des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen. Die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien verließ er Ende der 1990er Jahre nach einem Konflikt mit Henryk Kroll.

Politik Von 1990 bis 1998 und von 2002 bis 2006 war Bartodziej Vorsitzender des Gemeinderats von Strzelce Opolskie. Zuletzt wurde er bei den Selbstverwaltungswahlen 2002 für das Wahlkomitee „Stowarzyszenia Ziemia Strzelecka“ in den Gemeinderat gewählt.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. April 2026.

Bei den Wahlen 1991Ergebnis in Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 410. und 1993Ergebnis in Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 777. wurde er für das Wahlkomitee Deutsche Minderheit als Vertreter der Woiwodschaft Oppeln in den Senat der Republik Polen gewählt. Bei der Parlamentswahl 1997 bewarb er sich erfolglos um die Rückkehr in den Sejm.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 1. Mai 2026. Am 4. Juni 1992 übergab der damalige Innenminister Antoni Macierewicz dem Ältestenrat des Sejms eine Liste angeblicher ehemaliger Mitarbeiter der kommunistisch kontrollierten Geheimdienste UB und SB.„Lista Macierewicza“ auf www.glos.com.pl, abgerufen am 1. Mai 2026. Diese wurde noch am selben Tag den Medien zugespielt. Auf dieser Liste war auch Bartodziej aufgeführt. Er gab 1997 in seiner Lustrationserklärung zu, mit dem SB zusammengearbeitet zu haben. Bei den Wahlen 1997 kandidierte er erneut für den Senat, belegte jedoch hinter den gewählten Senatoren Dorota Simonides (UW) und Bogdan Tomaszek (AWS) nur den dritten Platz.Ergebnis in Monitor Polski 1997, Nr. 64, S. 1397.

Auch im hohen Alter äußert sich Bartodziej noch zu tagesaktuellen politischen Themen. So kritisierte er im Januar 2026 den polnischen Präsidenten Karol Nawrocki. Er verglich ihn wegen seiner Amtsführung mit dem Sonnenkönig Ludwig XIV. und beichnete ihn als „Polnischer Trump“.„Neues Jahr, alte Probleme“ auf www.silesia-schlesien.com, abgerufen am 4. Mai 2026.

Ehrungen Goldenes Verdienstkreuz der Republik Polen 2004 Ritterkreuz des Ordens Polonia RestitutaVerleihnachricht in Monitor Polski 2004, Nr. 47, 2379.

Weblinks Biogram auf der Seite des Senats

Einzelnachweise

Kategorie:Senator (Dritte polnische Republik) Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Opole) Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Ritter) Kategorie:Träger des Goldenen Verdienstkreuzes der Republik Polen Kategorie:Deutscher in Polen Kategorie:Deutscher Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Mann