rechts|mini|Kloster »Mariä Opferung« (vor 2004) Das Kloster Batoschewo »Mariä Opferung« () ist ein Nonnenkloster im geistlichen Bezirk Sewliewo der Diözese Weliko Tărnowo der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche. Es wurde 1872 an der Stelle eines 1674 zerstörten Klosters als Familienkloster gegründet. Von diesen durch Familien getragenen Klöstern existierten nur zwei in Bulgarien. Beide befanden sich im Bereich der Diözese Weliko Tărnowo.
Lage Das Kloster befindet sich ca. 14 km südlich des Zentrums der Stadt Sewliewo. Es liegt im Südwesten des Dorfs Batoschewa () an der Straße 6072 nach Ostrez (). Die Entfernung vom Ortskern von Batoschewo beträgt 500 m. Geographisch liegt das Kloster im Mittleren Vorbalkan () auf der östlichen Flanke des Raslatiza-Massivs ().
Geschichte Über die Gründung des ersten Klosters sind keinerlei Informationen überliefert. Es ist nur belegt, dass es 1674 niedergebrannt wurde. (www.pravoslavieto.com; bulgarisch, Übersetzung: Klöster von Batoschewo) (svetimesta.com; bulgarisch, Übersetzung: Nonnenkloster Batoschewo "Mariä Opferung") Die Geschichte des derzeitigen Klosters lässt sich bis 1858 zurückverfolgen. In diesem Jahre erkrankte die fünfjährige Maria Popkoewa aus Batoschewo an Pocken. Sie war das dritte Kind von Minju Popkoew (, * 1820, † 1900) und seiner Frau Kera (* 1816, † 1890)., bulgarisch (Übersetzung: Gedenktafel 130 Jahre seit Eröffnung des Nonnenklosters "Mariä Opferung", Batoschewo) an der Klosterkirche, Batoschewo, 2003 Angesichts der Schwere der Krankheit fürchteten die Eltern um das Leben ihrer Tochter. Sie legten ein Gelübde ab, dass Maria ihr Leben Gott weihen solle, falls sie die Krankheit überlebt. Maria wurde gesund und besuchte zunächst die Schule in Batoschewo, an der ihr Bruder Kosta als Lehrer tätig war. Später wechselte sie auf eine weiterführende Schule in Sewliewo. Zuletzt ging sie ein Jahr in Gabrowo zur Schule. Danach trat sie als Novizin in das Gabrowoer Nonnenkloster ein.: (bulgarisch, Übersetzung: 130 Jahre Nonnenkloster Batoschewo), Църковен Вестник, 102, 21, S. 8, Sofia 2002.
1865 besuchte sie ihre Eltern, die sie gerne in ihrer Nähe gehabt hätten. Ihr Vater Minju und ihr Bruder Kosta fassten daher den Plan, in Batoschewo ein Nonnenkloster zu gründen. Minju erwarb daraufhin ein Grundstück im Südwesten des Dorfs. Am 26. November 1872 erhielt Maria im Kloster Batoschewo „Entschlafung der Gottesmutter” von Igumen Sewastian () die Weihe zur Nonne und nahm den klösterlichen Namen Magdalena an.: (www.az-jenata.bg, 2006; bulgarisch, Übersetzung: Nonnenkloster Batoschewo) Sie wurde gleichzeitig als Igumeni zur Leiterin des neuen Klosters. Dieses Amt bekleidete sie bis zu ihrem Tod 1933. Eine Holzkirche wurde im Frühling 1873 auf dem Areal errichtet und vom Priester Marin Sofroniew geweiht.: (itc-sevlievo.com; bulgarisch, Übersetzung: Nonnenkloster Batoschewo „Mariä Opferung”)
Am Aprilaufstand 1876 beteiligte sich das Kloster aktiv, indem es die Rebellen mit Brot versorgte. Nach dessen Niederschlagung plünderten irreguläre türkische Truppen (Başı Bozuken) die Klosteranlage. Da auch die Kirche »Hl. Demetrius« () in Batoschewo zerstört worden war, kamen die Gläubigen für einige Zeit zum Gottesdienst in der Klosterkirche zusammen.: (www.nasamnatam.com; bulgarisch, Übersetzung: Nonnenkloster Batoschewo Mariä Opferung)
1905 erfolgte der Bau einer neuen Klosterkirche aus Stein sowie die Anlage der Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Im Jahr 1909 konnte die Weihe des Gotteshauses durch Metropolit Antim von Tărnowo vorgenommen werden. Das Kloster behielt bis in die 1940er Jahre den Status eines Familienklosters. Dann verlor es seine Unabhängigkeit und wurde zu einem Filialkloster, einem sog. Metoch (, ). Zu Beginn des 21. Jahrhunderts erlangte es seine Selbständigkeit zurück.
Zwischen Sommer 1990 und Herbst 1998 lebte keine Nonne mehr im Kloster. Erst am 21. November 1998 erhielt hier Anka Stojanowa unter dem Namen Anisia ihre Weihe und wurde Igumeni des Klosters. Es gelang ihr, die nötigen Mittel für die Sanierung der Anlage zu akquirieren. Damit konnte das Dach des zweistöckigen Wohngebäudes ausgebessert werden. Auch die Gästezimmer und die Klostermauer wurden renoviert. In der Klosterkirche ließ sie den Ikonostas erneuern und im Hof einen Rohrbrunnen aufstellen.
Anlässlich des 130. Jubiläums der Klostergründung wurde 2003 eine Gedenkplakette an der Kirche angebracht. Sie enthält Namen und Lebensdaten der Gründer und Stifter. Der Klosterkomplex ist als Kulturdenkmal anerkannt. 2004 entwurzelte ein schwerer Sturm eine große Kiefer, die auf das Dach des Wohngebäudes stürzte. (uchiteli.bg, 2020; bulgarisch, Übersetzung: Die Batoschewo Klöster im Sewliewo-Balkan erzählen interessante Geschichten) Die Kommission für den Schutz der Bevölkerung bei Katastrophen und Unfällen im Ministerrat stellte dem Kloster 42.093 Lewa zur Verfügung. Damit konnten die Schäden behoben werden. In den 2010er Jahren erfolgte schließlich die Erweiterung der Kirche um einen Glockenturm und eine äußere Vorhalle (Exonarthex). Das Kloster ist bis heute ein wichtiges spirituelles Zentrum für die Region. (explorerbulgaria.com; bulgarisch, Übersetzung: Kloster Batoschewo "Mariä Opferung" - Batoschewo)
Kunst und Architektur Klosteranlage rechts|mini|Klosterhof (vor 2004) Der Klosterkomplex erstreckt sich über einen Nordost-Südwest orientierten Bereich auf dem linken Ufer des Flusses Rossiza. An einen nahezu quadratischen Nordwestteil mit dem Klosterhof schließt sich ein dreieckiges, landwirtschaftlich genutztes Gebiet an. Die Südwestspitze des Dreiecks ist abgerundet. In Richtung Nordwesten ist das Gelände durch eine Stichstraße begrenzt. Hier befindet sich auch die Klosterpforte. Das Kloster wird im Nordwesten und Südosten durch eine Mauer umrahmt. Diese ist zum Klosterhof hin mit Fresken geschmückt. In der Mitte des Hofs steht die nach Ostsüdost ausgerichtete Kirche »Mariä Opferung«. Die südwestgrenze des Klosterhofs wird durch Wirtschaftsgebäude und das Wohnhaus der Schwesternschaft gebildet.
Der Klosterhof ist parkähnlich gestaltet. Vor der Kirche stehen Pilgern und Gästen Bänken und Tische zur Verfügung. Im Hof befindet sich der bereits erwähnte Rohrbrunnen. Nördlich der Kirche liegt der kleine Friedhof der Kommunität.
Kirche »Mariä Opferung« rechts|mini|Kirche »Mariä Opferung«, noch ohne Glockenturm und Vorhalle (2010) rechts|mini|Ikonostas (2010) Das Gebäude wurde 1905 als einschiffige Kirche mit einer Apsis erbaut. Zwei Seitenkonchen (Chöre) ragen aus der Nord- und Südfassade hervor. Die Wände wurden aus behauenen Natursteinblöcken gemauert. Zwei große und verschiedene kleine Rundbogenfenster an den Längsseiten des Gotteshauses sowie eines in der Apsis erlauben den Lichteinfall. Im Fensterbogen des südwestlichen Fensters ist das Baujahr eingemeißelt. Zwischen 2010 und 2012 wurde die Kirche um einen Glockenturm und eine äußere Vorhalle erweitert. Der Glockenturm ist bis zur Dachtraufe quadratisch ausgeführt. Er wird von einer Rippenkuppel auf einem hohen, achteckigen Tambour bekrönt. Der Exonarthex wurde, wie die Kirche, mit Steinplatten gedeckt.
Der Innenraum ist in Weiß gehalten. Seine Wände sind mit Ikonen geschmückt. Der Ikonostas wurde von einem anonym bleibenden Künstler aus dem Dorf Gorski Goren Trambesch () zu Beginn der Amtszeit von Igumeni Anisia geschaffen. 2002 war er bereits in der Kirche aufgestellt. Einige der Ikonen sind Werke der bekannten Künstler der Bulgarischen Wiedergeburt, Stanislaw Dospewski und Zanju Sachariew. In der Kirche wird ein Evangeliar bewahrt, das durch einen Hieb mit einem türkischen Krummsäbel (Yatagan) beschädigt wurde. Es ist unter dem Namen „Das zerschnittene Buch“ () bekannt. (bgturist.eu, 2015; bulgarisch, Übersetzung: Nonnenkloster Batoschewo)
Patronatsfest Das Patronatsfest des Klosters ist das Fest Mariä Opferung (auch Darstellung Mariens im Tempel oder Maria Tempelgang), das jeweils am 21. November gefeiert wird. Es gilt gleichzeitig als Fest der christlichen Familie. (www.rositza.com, 2019; bulgarisch, Übersetzung: Heute ist Mariä Opfergang - Tag der christlichen Familie) Der Feiertag beginnt traditionell mit einem Festgottesdienst. Im Anschluss daran wird den Gläubigen und Besuchern eine Fischsuppe gereicht. (www.rositza.com, 2021; bulgarisch, Übersetzung: Patronatsfest des Nonnenklosters Batoschewo)
Weblinks
Einzelnachweise
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