Stanley Druckenmiller (* 14. Juni 1953 in Pittsburgh, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Investor und Mäzen. Als Hedgefonds-Manager gründete er 1981 Duquesne Capital, einen Investmentfonds, den er 2010 in ein Family Office umwandelte. Von 1988 bis 2000 war er für den Quantum Funds von George Soros tätig. Seine Fähigkeit, frühzeitig makroökonomische Trends zu erkennen und daraus eine Hedgefonds-Strategie zu entwickeln, beeinflusste das Investment-Denken von Managern und Anlegern.
Leben Druckenmiller wuchs als Sohn des Chemie-Ingenieurs Stanley Thomas Druckenmiller (1924–2005) in Pittsburgh, Gibbstown (New Jersey) und Richmond (Virginia) auf. Nach der Scheidung seiner Eltern lebte er bei seinem Vater, der an verschiedenen Standorten des Chemiekonzerns DuPont und danach in wechselnden Arbeitsverhältnissen beschäftigt war, bei Gastfamilien sowie sommers bei seiner Mutter und seinen Schwestern.Jeff Sewald: What Do I Know? Stanley Druckenmiller. A life’s recounting in the subject’s own words… pittsburghquarterly.com, 8. Januar 2015, abgerufen am 29. April 2026 Am Bowdoin College, das er ab 1971 besucht hatte, schloss er 1975 als Bachelor in den Fächern Englisch und Wirtschaft ab. Ein Promotionsstudium an der University of Michigan brach er 1977 ab, um als Trainee der Pittsburgh National Bank eine Laufbahn im Bereich der Finanzdienstleistung zu beginnen. Bald leitete er eine Abteilung der Bank, die sich mit der Sicherheit von Beteiligungskapital beschäftigte. 1981 gründete er parallel zu dieser Arbeit mit Duquesne Capital seine eigene Firma. 1985 begann er außerdem damit, den Fondsmanager Jack Dreyfus (1913–2009) zu beraten. Dieser ernannte ihn 1986 zum Leiter seines Fonds.
1988 wurde Druckenmiller von George Soros engagiert, um in dessen Quantum Funds mitzuwirken. Zu Soros Fund Management und Druckenmillers Team gehörte ab 1991 auch der spätere US-Finanzminister Scott Bessent.Ben Robson: Currency Kings: How Billionaire Traders Made Their Fortune. McGraw Hill, 2017, ISBN 978-1-2598-6301-1, S. 39 Gemeinsam spekulierten sie ab August 1992 durch eine Global-Macro-Strategie in einer Kombination aus Devisentermingeschäften, Spotmarkt-Transanktionen, Krediten und vielleicht Optionen erfolgreich gegen das aus politischen GründenNach dem Vertrag von Maastricht wurde im Rahmen von EU-Konvergenzkriterien die Gründung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion in den Blick genommen. – Vgl. The 1992 Crisis. In: Victor Kremenyuk, Gunnar Sjöstedt (Hrsg.): International Economic Negotiation. Models Versus Reality. International Institute For Applied Systems Analysis Laxenburg, Austria, Edward Elgar Publishing, Cheltenham 2000, ISBN 1-84064-167-3, S. 171 ff. (Google Books) überbewertete Pfund Sterling, das im Rahmen der Europäischen Währungseinheit bis zum Schwarzen Mittwoch von den Zentralbanken der Schweiz, Deutschlands und Frankreichs in Stützungskäufen auf einem vereinbarten Niveau gehalten wurde.Gregory J. Millman: The Vandal’s Crown. How Rebel Currency Traders Overthrew the World’s Central Banks. The Free Press, 1995, ISBN 978-0-0292-1287-5, S. 61 f.Robert Slater: Soros. The Life, Times & Trading Secrets of the World’s Greatest Investor. Irwin Professional Pub., 1996, ISBN 978-0-7863-0361-8, S. 6Bernd Berg: Finanzkrisen und Hedgefonds. Finanzmagier oder Krisenauslöser? Dissertation Universität Tübingen 2008, Gabler Edition Wissenschaft, Wiesbaden 2009, S. 62 (Google Books) Auch aus einer Abwertung der Italienischen Lira bezogen sie damals durch ihre Wetten, die durch freimütige Äußerungen des Bundesbankpräsidenten Helmut Schlesinger ermutigt worden waren, erhebliche Gewinne. Die von Soros, Druckenmiller, Bessent und weiteren Hedgefonds-Managern mitverursachte Währungskrise von 1992, die in Austritten des Vereinigten Königreichs und Italiens aus dem Wechselkursmechanismus gipfelte, die Ratifikation des Vertrags von Maastricht gefährdete sowie EU-Skepsis förderte,Edward Aldred, Gérard Bökenkamp, Michael Wohlgemuth (Hrsg.): Brexit. Ein Open Europe Berlin Brevier. BoD, Norderstedt 2016, ISBN 978-3-7412-1134-8, S. 37 (Google Books) machte die Verletzlichkeit des Europäischen Währungssystems offenbar und führte später zur Vereinbarung eines Wechselkursmechanismus II.Michael Heise: Europa nach der Krise. Die Währungsunion vollenden. Springer Gabler, Berlin und Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-54620-4, S. 16 (Google Books) 1997 shorteten Soros und Druckenmiller erfolgreich ostasiatische Währungen, die sich in einem Kreditboom aufgebläht hatten und im Verlauf der Asienkrise abwerten mussten.Nick Thomas: Der Bankräuber Stanley Druckenmiller. mobile.traderfox.com, 7. Februar 2017, abgerufen am 29. April 2026
Nach Platzen der Dotcom-Blase trennten sich Soros und Druckenmiller. Seither konzentrierte sich Druckenmiller auf sein erfolgreiches eigenes Geschäft in Duquesne Capital. Darin hatte er es bis zu dessen Schließung und Umwandlung in ein Family Office im Jahr 2010 zustande gebracht, drei Jahrzehnte lang ohne Verlustjahr eine durchschnittliche Rendite von rund 30 Prozent zu erwirtschaften. In dem für externe Investoren geschlossenen Family Office schaffte es Druckenmiller, durch frühzeitige Investitionen in aufsteigende Technologien das angelegte Kapital bis 2025 um 1027 Prozent (19,7 Prozent pro Jahr) zu mehren.Maik Komoss: Die besten Köpfe im Investment: Stanley Druckenmiller. boerse-muenchen.de, 30. Juni 2025, abgerufen am 29. April 2026Adam Spatacco: Billionaire Stanley Druckenmiller Sells Sandisk and Buys an Unstoppable AI Energy Stock Up Over 800% Since Its IPO. fool.com, 27. April 2026, abgerufen am 29. April 2026 In Druckenmillers Family Office arbeitete Kevin Warsh einige Jahre als Partner.
2007 verlieh ihm das Bowdoin College die Ehrendoktorwürde (Honorary Doctor of Humane Letters). 2009 bezeichnete ihn die Zeitschrift The Chronicle of Philanthropy als „den wohltätigsten Mann Amerikas“, weil er 705 Millionen Dollar für Organisationen gespendet hatte, die medizinische Forschung, Bildung and Soziales unterstützen, darunter eine Spende von 100 Millionen Dollar zur Gründung des Neuroscience Institute an der School of Medicine der New York University.Rebecca Goldfine: Geoffrey Canada ’74 and Stanley Druckenmiller ’75 to Share Bowdoin’s Highest Honor. bowdoin.edu, 18. November 2014, abgerufen am 29. April 2026
Literatur Rui Zhi Dong: The Almanack of Stanley Druckenmiller. From Over 40 Years of Investing Wisdom with Quantum Fund and Duquesne Capital Management. Super Investors Series, 2023, ISBN 978-0-6457-8572-2. Stanley Druckenmiller. The Art of Top-down Investing. In: Jack D. Schwager: The New Market Wizzards. Conversations With America’s Top Traders. John Wiley & Sons, Inc., 1992, ISBN 0-471-13236-5, S. 187 ff. (Google Books).
Weblinks Stanley Druckenmiller, Kurzbiografie im Portal forbes.com Stanley Druckenmiller Portfolio (Duquesne Family Office LLC Depot), Portfolio im Portal stockcircle.com
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