mini|Verbreitungsgebiet der Nacktaugendrossel
Die Nacktaugendrossel (Turdus nudigenis) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel kommt auf den Kleinen Antillen und in Südamerika von Kolumbien und Venezuela südlich und östlich bis Nordbrasilien vor.
Die ähnliche, aber nicht im gleichen Lebensraum vorkommende Tumbesdrossel (Turdus maculirostris) wurde mal als Unterart der Nacktaugendrossel angesehen und als Turdus nudigenis maculirostris bezeichnet. Seit den 2000er Jahren wird der Vogel jedoch als eigenständig anerkannt.G. Voelker, S. Rohwer, R. C. Bowie, D. C. Outlaw: Molecular systematics of a speciose, cosmopolitan songbird genus: defining the limits of, and relationships among, the Turdus thrushes. In: Molecular phylogenetics and evolution. Band 42, Nummer 2, Februar 2007, S. 422–434, doi:10.1016/j.ympev.2006.07.016, PMID 16971142.
Die Art war in der Vergangenheit auch als konspezifisch mit der Gilbdrossel (Turdus grayi) angesehen worden.N. Collar: Spectacled Thrush (Turdus nudigenis), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus nudigenis
Der Lebensraum umfasst Sekundärwald, offene baumbestandene Flächen, Lichtungen, schattige Plantagen, Waldränder, Galeriewald, Parks und Gärten, meist unterhalb von 1000, in Kolumbien aber bis 2600 m. ü. M.M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0
Der Artzusatz kommt von und .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Der Vogel ist 23–24 cm groß und wiegt 50–75 g. Auffallend ist der sehr große orangegelbe Augenring. Die Oberseite ist olivbraun. Die weiße Kehle ist dunkel gestrichelt, die Unterseite etwas blasser, am Bauch und Steiß weißlich, am Steiß finden sich zusätzlich blassbraune Federspitzen. Der Schnabel ist gelb, die Beine olivfarben bis bräunlich. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht, Jungvögel haben einen schmaleren Augenring, schmale gelbbraune Strichelung an der Oberseite, zwei orangefarben gefleckte Flügelbinden, sind an der Unterseite gelblich orange mit dunkelbrauner Schuppung.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 T. n. nudigenis , Nominatform – Kleine Antillen, Trinidad und Tobago, Kolumbien, Venezuela und Guyanas sowie Nordbrasilien T. n. extimus W. E. C. Todd: Turdus nudigenis extimus. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 44, Nummer 15, S. 54, Biodiversity Library – Nordbrasilien, dunkler insgesamt gefärbt
Stimme Der Gesang wird als kurze, monotone, aber melodiöse Phrasen beschrieben, musikalischer als bei den meisten anderen Drosseln, aber verhaltener als bei der Kakaodrossel (Turdus fumigatus) und enthält viele hohe Laute „clee-er… weer-o…wureer, wureer…“. Der Ruf ist ein quengelndes „kee-ouwww“ oder scharfes „cue-erree“ oder „miter-ee“, auch „tak-tak-tak“.
Lebensweise Die Art ist wahrscheinlich ein Standvogel. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Beerenobst und anderen Früchten, auch aus Wirbellosen, die hauptsächlich auf den Bäumen, aber durchaus auch auf dem Erdboden und Rasenflächen gesucht werden.
Die Brutzeit liegt zwischen März und Juli auf den Kleinen Antillen, zwischen Mai und August in Kolumbien, bis September in Venezuela, zwischen April und September in Trinidad, zwischen Mai und August in Tobago, zwischen November und August in Suriname und zwischen Dezember und April in Französisch-Guayana sowie zwischen Mai und Juni in Brasilien. Auf Trinidad sind zwei Jahresbruten möglich. Das Nest ist eine Schale aus pflanzlichem Material und Lehm in 2–8 m Höhe in einer größeren Astgabel, manchmal auch auf dem Boden. Gelegentlich wird das Nest erneut genutzt. Das Gelege besteht aus meist 3–4 dunkelblauen bis blass grünlich blauen Eiern mit farbigen Flecken und Sprengseln. Der Bruterfolg auf Trinidad lag bei 33 %.
Gefährdungssituation Die Nacktaugendrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur N. F. A. A. de Lafresnaye: Turdus nudigenis. In: "Revue Zoologique, par la Société Cuvierienne", Band 11, S. 4, 1848, Biodiversity Library
Weblinks
Macaulay Library
Nacktaugendrossel auf Briefmarken
Einzelnachweise
Kategorie:Drosseln